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Wenn die Schranke am Undosa defekt ist, bleibt sie offen.

Delikate Stelle am Undosa

Ärger an der Starnberger Seepromenade: „Da hat kein Autofahrer etwas zu suchen“

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Immer wieder fahren Autos am Undosa verbotswidrig auf die Seepromenade, an Christi Himmelfahrt gleich im Doppelpack. Bürgermeisterin Eva John kündigt eine umfassende Lösung an.

Starnberg – Zahlreiche Menschen nutzen den Sonnenschein für einen Ausflug, die Seepromenade ist voller Passanten – und mittendrin zwei Autos, die relativ planlos über den Fußweg fahren. So stellte sich die Situation am Feiertag gegen 13.30 Uhr dar. Rainer Hange hat sie hautnah mitbekommen: „Unglaublich, aber wahr“, sagt das 76 Jahre alte Ehrenmitglied des FDP-Kreisverbandes und berichtet: „Als ich vom MRSV kommend Richtung Bahnhof See ging, überholten mich zwei Pkw beim Undosa mit auswärtigen Kennzeichen und fuhren zwischen der Menschenmenge bis zur Museumsunterführung bei den Fischerhütten, wo sie dann auf mein Zurufen hin drehten. Sie mussten die Wagen mit der Fahrzeugschnauze wegen Platzmangel sogar in die Unterführung einfahren, um mit Vorwärts- und Rückwärtsfahren umdrehen zu können.“

Die Fahrer der Autos mit Braunschweiger und Weilheimer Nummer hätten gesagt, dass sie zum See wollten und kein Verbotszeichen gesehen hätten. Hange: „Die zahlreichen Fußgänger in beiden Richtungen sprangen zur Seite, auch mit Kinderwagen.“

Das Problem ist nicht neu: Am Karfreitag zum Beispiel war eine 19 Jahre alte Opel-Fahrerin aus München mit ihrem Auto auf der Seepromenade gelandet, was zu einer Auseinandersetzung mit einem Passanten führte und deswegen sogar im Pressebericht der Polizei auftauchte (wir berichteten).

Auch das Schlupfloch ist bekannt: die Schranke am Undosa. Sie gehört der Stadt, wird jedoch vom Undosa betrieben. Vor der Schranke sind zwölf öffentliche Stellplätze angelegt, hinter der Schranke gibt es noch mal fünf Parkplätze, auf die sich jedoch nur Autofahrer mit Berechtigungsschein stellen dürfen, darunter die Wirte, Mitarbeiter oder Zulieferer. Zudem steht dort ein Schild „Gehweg“ mit dem Zusatz „Radfahrer frei“.

Alles klar also? Ganz offenbar nicht. „Das Grundproblem ist, dass die Schranke dauernd defekt ist“, sagt Mathias Scheffel, Geschäftsführer von H’ugo’s Beach Club Undosa. „Mindestens drei- bis viermal pro Saison“ sei die Schranke so beschädigt, dass sie sich nicht mehr schließen lasse – entweder angefahren oder mutwillig ausgehebelt. Und die Reparaturen dauerten stets lange, wofür Scheffel die Stadt in der Verantwortung sieht. Die trage zwei Drittel der Kosten, ein Drittel übernehme die Familie Hirt als Erbpächter des Undosa.

Aber selbst wenn die Schranke offen steht, müsste doch die Beschilderung klar sein. Das blaue Gehweg-Schild bedeutet automatisch „Durchfahrt verboten“ für Fahrzeuge aller Art. „Die Beschilderung ist eindeutig“, sagt Polizeioberkommissar Peter Madjar „Da hat kein Autofahrer etwas zu suchen.“ Allerdings weiß auch er, dass es immer wieder Fahrer gibt, die einen Parkplatz in unmittelbarer Seenähe suchen und sich von der Beschilderung nicht aufhalten lassen.

Betreiber Scheffel wäre es am liebsten, die Stadt würde die Schranke versetzen. Und zwar noch vor die zwölf öffentlichen Parkplätze Richtung Unterer Seeweg. Das wäre „ein klares Signal“, dass es in diesem Bereich überhaupt keine freien Stellplätze gebe, sagt der Gastronom. „So lange es dort Parkplätze gibt, ist das die Chance für jeden, er könnte vielleicht einen bekommen.“ Außerdem würden die zwölf Plätze gerade so für das Personal ausreichen. „Die Idee kam mal von der Stadt“, sagt Scheffel. „Aber die kann nur die Stadt selbst umsetzen.“

Bürgermeisterin Eva John kündigt im Gespräch mit dem Starnberger Merkur eine umfassende Diskussion in der Juni-Sitzung des Verkehrsausschusses an. Auch sie ist unzufrieden: Die Umgestaltungen vor anderthalb Jahren hätten keinen großen Erfolg gebracht. „Und die Schranke zum Zweck des Schutzes der der Fußgänger ist sinnlos“, sagt sie. Zudem führe die lange und enge Zufahrt immer wieder zu kritischen Situationen. „Wir werden eine Lösung für den gesamten Bereich vom Unteren Seeweg bis zum Undosa vorschlagen“, kündigt sie an. Dabei gehe es um die Lage der Schranke, die Bewirtschaftung der Schranke und Änderungen im gesamten Bereich. John: „So können wir es nicht lassen.“ Bis dahin würden nur verstärkte Kontrollen helfen.

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