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Die Initiatoren der Bücherkühlschränke – hier am Steg 1 in Possenhofen: (hinten v.l.) Stephanie Moder, Anja Morandell, Cathrin Dierks (Betreiberin Steg 1), Karin Gaul, Alexander Vell, (vorne v.l.) Lilian Kura, Anja Moritz, Enya Herbst. Nicht im Bild: Indi Herbst und Matthias Reichert.

Bürgerinitiative

Seeufer, Kirchplatz und Seebad: Attraktive Standorte für Bücherschränke

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Sieben Frauen und zwei Männer hatten sich bei Facebook vernetzt und über Monate gemeinsam an ihrer Idee gefeilt. Nun haben sie ihren Plan verwirklicht, Bücher im öffentlichen Raum frei zur Verfügung zu stellen.

Starnberg – Sie haben ausrangierte Kühlschränke aufgetrieben, ihnen die Eingeweide, sprich die Kühlaggregate, entnommen und sie an prominenten Plätzen am Seeufer aufgestellt: genau gesagt am Steg 1 in Possenhofen sowie an der Seestub’n in Percha. Darüber hinaus nimmt die Stadt die Anregung der Bürgerinitiative auf und will demnächst Büchervitrinen am Kirchplatz (nahe der Eiswerkstatt) und am Eingang zum Seebad aufstellen lassen. Das bestätigt Rathaus-Mitarbeiterin Sarah Buckel.

Öffentliche Bücherschränke gibt es bereits in Wörthsee, Inning und Gauting. Auf den beiden roten Exemplaren aus Starnberg steht „Zeilen zum Teilen“ – zwischen zwei Vögeln mit Buchseiten-Flügeln. Die Illustration stammt von der Starnberger Grafikerin Anja Moritz, das Logo mit dem Schriftzug „Starnberger Bücherschrank“ von Alexander Vell. Unten, wo vorher die Gefrierfächer waren, finden sich Kinderbücher, berichtet Lilian Kura aus der Gruppe. Außerdem haben die Engagierten Krimis, Liebesromane, Klassiker und anspruchsvolle Literatur einsortiert. Man habe für eine vielfältige Erstbestückung gesorgt – und auf „Kochbücher aus den 70ern und alte Reiseführer über Rimini“ verzichtet.

Sponsoren und Helfer: Oliver Herbst (Immovision), Franz Holzinger (Lackiererei Pitlane4), Bernd Linnemann (Seestub’n, v.l.) an der Seestub’n in Percha.

Klare Regeln zum Büchertauschen gibt es nicht. „Es steckt überhaupt kein Zwang dahinter“, sagt Kura. „Hauptsache ist, dass das Angebot pfleglich und mit Wertschätzung behandelt wird.“ Heißt: Wer ein Buch rausnimmt, muss nicht gleich wieder eins reinlegen. Aber wer mal fünf Stück zu Hause hat, die er nicht mehr braucht, ist herzlich eingeladen, sie in den Kühlschrank zu stecken.

Der Kühlschrank spricht: Gebrauchsanweisung aus der Ich-Perspektive

Dort findet man auch eine Art Gebrauchsanweisung aus der Ich-Perspektive des Schranks: „Mein Job ist es, gebrauchte Bücher vor dem Verkauf zu Minipreisen zu retten – oder gar vor der Altpapiertonne.“ Außerdem liest man: „Hinterlasst mich stets sauber, geordnet und geschlossen.“ Das große Ziel der Initiatoren: Das Projekt soll zum Selbstläufer werden. Dabei helfen soll auch eine Facebook-Gruppe, die dem Austausch der Lesebegeisterten dient. Das Angebot wird offensichtlich gleich angenommen – in der Gruppe war in den vergangenen Tagen von Nachfüllbedarf die Rede.

Für Organisation und Aufbau hat die Initiative jede Menge Unterstützung bekommen – von der Lackiererei Holzinger/Pitlane4, beim Ausbau der Kühlaggregate von Sanitär Pfister, die Schreinerei von Matthias Ederer sorgte für den Zuschnitt der Einlegeböden, Hofmaiers Druck-Centrum für den Logo-Druck, die Firma Immovision spendierte die Farben.

Kühlschränke wie am Seeufer sollen in der Stadt nicht aufgestellt werden. „Da waren wir uns mit den Initiatoren einig“, sagt Buckel. Etwas Verglastes, Vitrinenartiges füge sich besser in die Umgebung am Kirchplatz und am Seebad ein. Wann die Schränke dort aufgestellt werden, ist noch nicht klar. Laut Buckel dauert es aber nicht mehr allzu lange, die beauftragte Firma sei dran.

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