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Noch in akuter Abstiegsnot: Der Münchner Yacht-Club belegte in Kiel nur Rang 17 und muss am letzten Spieltag in Glücksburg noch um den Klassenerhalt kämpfen. 

Segel-Bundesliga

Titel so gut wie vergeben - BYC will Vize werden

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Der Titel in der Segel-Bundesliga ist so gut wie vergeben. Der Verein Seglerhaus am Wannsee ist vor dem letzten Spieltag nur noch theoritsch vom Bayerischen Yachtclub abzufangen. 

Starnberg/Tutzing Ilja Wolf hat sein Glückwunschtelegramm schon abgeschickt. „Große Gratulation nach Berlin.“ Der Manager des Bayerischen Yacht-Clubs verneigte sich tief vor dem Verein Seglerhaus am Wannsee. Mit seinem Sieg in Kiel hat der Klub aus der Bundeshauptstadt seinen Vorsprung vor dem letzten Bundesliga-Spieltag in Glücksburg auf 15 Punkte vor den Starnberger Seglern ausgebaut. Eigentlich sind es sogar 16 Zähler, denn bei Punktgleichheit zwischen dem Tabellenersten und seinem direkten Verfolger fielen die drei Regatta-Siege der Berliner in die Waagschale, denen der BYC nichts Vergleichbares entgegenzusetzen hätte.

Auch bei den Nachbarn am Starnberger See bestehen keinerlei Zweifel über den neuen Titelträger. „Da kann man gratulieren“, stellt Maximilian Weiss klar. Der Teammanager aus dem Deutschen Touring Yacht-Club, dessen Crew in Kiel Zehnter wurde, weiß, wovon er spricht, schließlich hat er mit den Tutzingern schon zweimal die silberne Salatschüssel gewonnen. Die einzigen, die trotz der erdrückenden Indizienlage noch Zweifel am Coup der Berliner haben, sind die Macher der Segel-Bundesliga selbst. „Die Spannung droht beim Finale zu eskalieren“, ließen sie über ein Video verbreiten. Wolf kann sich ein süffisantes Schmunzeln nicht verbergen: „Da müsste der VSaW 17. werden und wir Erster.“

Nur Micki Liebl stimmt der Behauptung der Liga-Offiziellen voll und ganz aus seiner Warte zu. „Im Abstiegsbereich ist es schon noch spannend“, sagt der Teamchef des Münchner Yacht-Clubs. Noch sind nicht alle existenziellen Entscheidungen gefallen. Seit Kiel stellt sich für die Münchner die Frage nach dem Klassenerhalt drängender denn je. Der 17. Platz an der Ostsee ließ den Vorsprung des MYC auf die Abstiegsplätze auf drei Punkte zusammenschmelzen. Liebl reagiert jedoch mit großer Gelassenheit auf die Situation. „Der Druck ist für die anderen größer“, ist er überzeugt. Schließlich steht sein Club (59) vor der Gefahrenzone, während sich die Segelkameradschaft Das Wappen von Bremen (62 Punkte) und der Mühlenberger Segel-Club (64) mitten drin befinden. Die Seglergemeinschaft Lohheider-See (76) und der Klub am Rupenhorn (77) haben ihr Abschiedsgesuch dagegen schon eingereicht. „Es ist uns in die Wiege gelegt, dass wir Jahr für Jahr nach unten kämpfen müssen“, sagt Liebl, der es ohnehin für ein Naturgesetz hält, dass sich seine Mannschaft seit ihrem Aufstieg in die Bundesliga mit existenziellen Fragen auseinander setzen muss. Dass der vorletzte Platz in Kiel niemandem im Club schmeckte, am wenigsten der verantwortlichen Crew, ist auch klar. Schließlich hatte das Quartett zuvor nicht durch besonderen Trainingsfleiß geglänzt. „Da kommt so ein Ergebnis dann zustande“, stellte Liebl klar. Wolf drückt dem Nachbarn ganz fest die Daumen: „Wir wünschen den Münchnern, dass sie noch aus dem Strudel rauskommen. Ich weiß, wie es in der 2. Liga ist, es macht keinen Spaß.“

Die Freude bei dem Bayern mit Berliner Geburtsschein wäre wohl am größten, wenn sein Team die Vize-Meisterschaft aus der vergangenen Saison verteidigen könnte. Der sechste Platz, den Julian Autenrieth und Co. in Kiel einfuhren, hat die Chancen sogar noch erhöht. „Klare Zielstellung: Wir möchten Zweiter werden“, lautet Wolfs Maxime. Beim letzten Spieltag in Glücksburg muss seine Crew (26) drei Punkte Vorsprung auf den Wassersport-Verein Hemelingen (26) und vier auf den Norddeutschen Regatta Verein (30) verteidigen. Die Teilnahme an der Qualifikation zur Sailing Champions League, zu der ein Rang unter den ersten Vier berechtigt, sollte den Bayern nicht mehr zu nehmen sein. Was für eine Spannung!?

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