News-Ticker: 13 Deutsche teils lebensgefährlich verletzt - Tote möglich

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Symbolbild

Klinikum Starnberg

Einziger Akutversorger am Nordufer

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Das Klinikum in Starnberg ist seit Wochen randvoll. Neben der Grippewelle ist es vor allem die Schließung der Schön-Klinik, die für zusätzlichen Andrang sorgt. Stellt sich die Frage, wie es weitergeht.

Landkreis – „Wir sind momentan der einzige Akutversorger im nördlichen Teil des Starnberger Sees“, sagt der Geschäftsführer des Klinikums Starnberg, Dr. Thomas Weiler. In den vergangenen drei Monaten seit Schließung der Schön-Klinik in Kempfenhausen ist die Notaufnahme in Starnberg pickepackevoll. Auch auf den Stationen herrscht drangvolle Enge: „Neben der Grippewelle haben wir auch viele Fälle von RSV und einige Keuchhusten-Erkrankungen“, so Weiler im Gespräch mit dem Starnberger Merkur.

Kann da nicht das Klinikum Seefeld helfen, das neuerdings auch zu den Starnbergern gehört? „Leider nicht, denn Seefeld ist eine rein chirurgische Klinik“, erklärt der Geschäftsführer. Zudem sei die Auslastung in Seefeld momentan ebenfalls sehr gut. Also müssen die meisten Notfallpatienten in Starnberg untergebracht werden (wir berichteten). Das stellt die Klinikleitung und die rund 800 Mitarbeiter vor erhebliche Herausforderungen, berichtet Weiler. Denn auch beim Personal ist der Krankenstand in dieser erkältungsträchtigen Jahreszeit hoch.

Zustände wie im Krankenhaus von Agatharied im Landkreis Miesbach, das vor einigen Wochen einen Aufnahmestopp verhängte, weil weite Teile des Personals erkrankt waren, sind derzeit in Starnberg allerdings noch nicht zu befürchten. „Dafür gilt den Mitarbeitern, die Großartiges leisten, mein Dank“, so Weiler.

Er widersprach Darstellungen, wonach die umliegenden Krankenhäuser Grippepatienten nach Starnberg verweisen würden, weil mit der Operation von künstlichen Hüftgelenken ungleich mehr Geld verdient werden kann. „Ich bin mir sicher, dass auch die anderen Kliniken ihrem Versorgungsauftrag nachkommen“, so der Geschäftsführer des Klinikums Starnberg. Und Weiler fügt hinzu: „Alle Häuser machen gerade einen guten Job.“ Es sei aber unstrittig, dass die Starnberger auch aufgrund ihres guten Rufes die erste Anlaufstelle für viele Patienten wäre.

Noch würden in Starnberg auch keine Kranken abgewiesen, dennoch „konzentrieren wir uns derzeit auf die Menschen aus unserem Versorgungsgebiet“, berichtet Weiler. Er rechnet damit, dass sich die derzeit problematische Lage im Frühjahr und Sommer, wenn die Zahl der Grippeerkrankten in der Regel deutlich entspannen wird.

Dessen ungeachtet stellt sich die Frage, ob das Klinikum Starnberg mit Blick auf die Schließung der Schön-Klinik in Kempfenhausen groß genug ist. Der Landkreis, immerhin Besitzer des Starnberger Klinikums, verweist auf dessen Geschäftsführer Weiler. Und der bleibt in diesem Zusammenhang vage: „Wir haben 300 Betten und nutzen auch alle davon. Selbst wenn wir erweitern wollten und dürften, fehlt am Standort Starnberg der Raum dafür.“

Dennoch deutet er an, dass man sich in Gesprächen mit dem zuständigen Landesministerium befindet. Doch das ist wahrscheinlich Zukunftsmusik. Denn zunächst muss die akut sehr angespannte Lage bewältigt werden. Und dann steht in nächster Zeit auch noch die Entscheidung an, wie der Standort in Seefeld entwickelt werden soll – sowohl eine Sanierung und Erweiterung als auch ein Neubau sind denkbar.

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