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Ehrungen und Beförderungen in Percha: Kommandant Thomas Lang, Ronny Knoth, Bürgermeisterin Eva John, Vorsitzender Thomas Fersch, Johannes Hehenberger, Reinhard Haag und Andreas Böck (v.l.).

Perchas Jahresbilanz

Selbst ist die Feuerwehr -  trotz Personalsorgen

Die Feuerwehr Percha hat tagsüber nicht immer genug Ehrenamtliche, um überörtlich auszurücken. Am Engagement liegt das nicht, eher an den Arbeitsstellen. 

Percha – Weniger Einsätze durch weniger Aktive: Die Feuerwehr Percha verzeichnete 2019 einen deutlichen Einsatz-Rückgang, was aber laut Kommandant Thomas Lang darauf zurückzuführen ist, dass die Wehr tagsüber nicht mehr genug Einsatzkräfte aufbieten kann, um überörtlich auszurücken – deswegen ist sie zeitweise abgemeldet und wird nur bei Einsätzen in Percha alarmiert. Dann, betont Lang, fährt die Wehr unabhängig von der Personalstärke zum Einsatz.

Die 55 Mitglieder starke Wehr verzeichnet einen Abwärtstrend bei den Aktiven, stellte der Vorsitzende Thomas Fersch ernüchtert fest. 25 sind es derzeit, viele arbeiten nicht in Percha – daher die Abmeldung tagsüber. „Wir müssen irgendetwas tun“, sagte Fersch bei der Jahreshauptversammlung am Freitagabend – und er weiß auch schon, was. Die Wehr erwägt, im nächsten Jahr eine Kinderfeuerwehr einzurichten, um schon bei den Jüngsten Interesse für den Dienst am Nächsten zu wecken. Die Vorbereitungen laufen, jedoch sei eine Satzungsänderung erforderlich – entschieden wird im Januar 2021.

Kommandant: Zu viele Fehlalarme

Für Kommandant Lang war 2019 das Wichtigste, dass alle gesund von den 54 Einsätzen und vier Alarmübungen zurückgekommen sind. 2018 hatte die Wehr noch 83 Einsätze gefahren. Den Rückgang führt Lang auf die Personalschwäche tagsüber zurück, die sich auch bei den Stundenzahlen bemerkbar macht. 1722 waren es insgesamt, darunter allein 664 für Arbeitsdienste, Tag der offenen Tür und andere Aktivitäten. Allerdings hat der Stundenrückgang auch mit einem Brand zu tun: 2018 war die Einsatzzeit wegen des Feuers in Manthal erheblich höher als normal.

Erheblich zu hoch findet Lang auch die Einsatzzahlen bei Brandmeldeanlagen – in der Regel Fehlalarme. Mehr als 25 waren es 2019, mehr als die Hälfte entfiel auf das Malteserstift. „Das muss weniger werden“, forderte Lang und hat auch schon mit den Verantwortlichen geredet. Denkbar wäre, etwa im Betreuten Wohnen sich selbst abschaltende Herde einzubauen, um angebranntes Essen zu vermeiden.

Ausdrücklich dankten Lang und Fersch der Stadt für die kostenlosen Seebad-Freikarten. Die würden rege genutzt, bestätigte der Kommandant. Sie seien aber nur ein kleines Dankeschön, erklärte Bürgermeisterin Eva John. Sie hatte noch eine andere Aufgabe an diesem Abend, an dem sie wie Kreisbrandrat Peter Bauch und andere auch noch zur Starnberger Wehr eilte (lesen Sie dazu den Bericht oben): Sie weiht mit der Wehr die neue Schließanlage fürs Gerätehaus ein, die per Code und mit Signalgebern funktioniert und einige Vorteile bringt. So wird sie mit der ersten Eingabe durch einen Aktiven nach einem Alarm sofort alles eingeschaltet – auch die Tore. Die Anlage hatte die Wehr besorgt, ohne lange mit der Stadt zu verhandeln. Die Ehrenamtlichen bauten die Anlage weitgehend in Eigenleistung ein. John signalisierte eine Kostenübernahme durch die Stadt.

ELW rückt immer aus

Die Zahl an Ehrungen und Beförderungen hielt sich in diesem Jahr in Grenzen. Johannes Hehenberger und Reinhard Haag sind seit 25 Jahren dabei, Andreas Böck wurde zum Feuerwehrmann ernannt. Ronny Knoth wurde Hauptfeuerwehrmann. Robert Moser, Thomas Lang und Jürgen Römmler wurden zu Brandmeistern ernannt.

Trotz eigener Personalsorgen hilft die Perchaer Wehr anderen und besetzt einen der beiden Einsatzleitwagen (ELW) im Landkreis. Der zweite steht in Meiling. Dafür dankte Kreisbrandrat Peter Bauch den Perchaern ausdrücklich. Derzeit wird ein neues System etabliert, das die Zusammenarbeit der ELW mit Unterstützungskräften aus Hochstadt und Oberpfaffenhofen verbessert. Mit dem ELW rückten die Perchaer 2019 sechsmal aus – und heuer bereits einmal, nämlich nach Stockdorf. 

Personalsorgen hat auch die Feuerwehr Starnberg, wie bei der Jahreshauptversammlung deutlich wurde. 

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