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Was machen die Damen denn da? Wasserwandern ist hierzulande ein noch re cht unbekannter Sport, den Martina Guthmann (vorne) immer bekannter machen will. Unsere Mitarbeiterin Michèle Kirner (2.v.l.) hat es im Selbstversuch getestet.

Wasserwandern

Selbstversuch: So ist Wasserwandern im Starnberger See

„Longe Côte“ ist ein französischer Trendsport aus Frankreich. Martina Guthmann hat ihn an den Starnberger See gebracht. Ein Selbstversuch. 

Percha – Martina Guthmann sticht das rechte Paddel ins Wasser, winkelt gleichzeitig das linke Bein an und arbeitet sich Schritt für Schritt durch den Starnberger See. Synchron zieht die Starnbergerin am „Percha Beach“ einen Schwarm Wasserwanderer hinter sich her – und die Blicke der Badegäste auf dem Steg auf sich.

Guthmann brachte den Trendsport hierher

Was in Frankreich längst Breitensport ist und wo die Sportler bereits von Olympia träumen, schwappt langsam nach Deutschland. Entdeckt hat die Journalistin Guthmann das Wasserwandern auf einer Recherchereise in Frankreich. Aus Neugier wurde schnell Begeisterung für „Longe Côte“, wie die Sportart im Original heißt und das so viel wie „entlang der Küste“ bedeutet. Sie beschloss, das „gelenkschonende Ganzkörpertraining“ nach Deutschland zu holen.

Mitmachen könne jeder und jede, betont sie: egal ob eher behäbig, athletisch, übergewichtig, schlank, jung und dynamisch oder älter und bewegungseingeschränkt. Ursprünglich entwickelte der französische Rudertrainer Thomas Wallyn im Jahr 2002 die paddelnde Küstenwanderung als ergänzendes Training für die Nationalmannschaft. Bald darauf übernahmen seine Landsleute den muskelaufbauenden Spaziergang im Meer. Der positive Trainingseffekt sei mittlerweile sogar schon in Reha-Zentren angekommen, in denen „Longe Côte“ für Patienten mit starkem Übergewicht, Depressionen oder Herz- und Gelenkschmerzen eingesetzt wird, betont die 53-Jährige. Erst etablierte sich das Training an der Ost- und der Nordsee, dann brachte Guthmann den Trendsport an den Starnberger See. Voraussetzung ist ein zertifizierter „Blauer Weg“, den die Pionierin am Percha Beach fand. Das bedeutet ein mehr oder weniger unveränderter Tiefgang.

Männer sind (noch) Mangelware

Steffi (64), Miriam (27), Guthmanns Töchter Celina (21) und Cara (23), Mariella (54) und die Autorin vom Merkur (54) machen sich für den Wasserspaziergang bereit. Steffi gehört zu den Bewegungsfetischisten. Mariella hat es eigentlich eher nicht so mit Sport. Miriam wiederum ist so eine Type, die nach einmal Vormachen wie ein Profi daherkommt. Im Gänsemarsch schreiten die Frauen durch den See, die Spitze übernehmen sie im Wechsel. Die Surfschuhe schützen sie vor spitzen Steinen oder Scherben, das T-Shirt vor Kälte. Aber den Beteiligten wird schnell warm. Bein hoch, Ruder rein, im Ausfallschritt voran. Zwischenschritt. Bein hoch, Ruder rein, im Ausfallschritt voran. Zwischenschritt. Und so weiter.

Die jeweilige Frontfrau kämpft gegen den Wasserwiderstand an und zieht die Truppe im Sog hinter sich her. Apropos Frontfrau: Männer sind zwar heute Mangelware, in Frankreich rudern aber auch Mannsbilder ihren durchtrainierten Körper dem Strand entlang, versichert Guthmann. Durchtrainiert fühlen sich am Ende der Stunde mindestens Oberarme und Oberschenkel an. Daheim muckt dann auch noch der eine oder andere Muskel auf, der während der Wasserwanderung in Bewegung gekommen ist.

Guthmann ist jeden Abend am Steg – im Sommer im Badeanzug und T-Shirt und im Winter im dicken Surfanzug. Gegen die Kälte, die sich mit den ersten Ruderschlägen in Wärme umwandelt. Interessierte können sich bei Longe Côte Deutschland, Martina Guthmann melden: Telefon 0171/3 80 98 05. E-Mail: martina.guthmann@longecote.de. Mehr zu erfahren gibt es unter www.wasserwandern.lima-city.de. Surfschuhe und Paddel stellt Guthmann zur Verfügung.

von Michèle Kirner

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