+
Unterschrift für Unterschrift sammelte Landtagskandidatin Anastasia Kühn von der ÖDP am Starnberger Kirchplatz für ein Artenschutz-Volksbegehren. Katharina Nowak (r.) hat gleich unterschrieben.

Serie zur Landtagswahl: 30 Minuten mit...

Die Kümmerin

  • schließen

Wir begleiten die Landtagskandidaten unseres Stimmkreises bei ihrem Wahlkampf – eine halbe Stunde, die Aktion schlägt der Politiker vor. Heute: Anastasia Kühn (ÖDP) beim Unterschriftensammeln.

Starnberg – Das Bienenrettungsmobil, ein ausrangiertes Feuerwehrauto, ist bereits auf dem Kirchplatz in Starnberg vorgefahren. Die Helfer von der Ökologisch-Demokratischen Partei (ÖDP) haben gerade die Plakate angebracht und den Info-Stand aufgebaut. Dann kommt Anastasia Kühn, frisch umgezogen mit orangenem T-Shirt und der Aufschrift „Rettet die Bienen“. Für diese Sache ist die Landtagskandidatin aus Riegsee (Landkreis Garmisch-Partenkirchen) an diesem Vormittag in Starnberg, und auch ein wenig wegen der Landtagswahl. Statt der Starnberger ÖDP-Stimmkreiskandidatin sind auf den Plakaten Bienen oder Markus Söder zu sehen. 

Kaum ein Passant geht einfach weiter

„Einfach nur um die Stimme werben...“, sagt Kühn nachdenklich vor sich hin. „Ich finde es gut, wenn es mit einem Sinn verbunden ist.“ Für die ÖDP sammelt sie Unterschriften für ein Volksbegehren: „Rettet die Bienen, Vögel und Schmetterlinge – stoppt das Artensterben!“ Am 5. Oktober möchte die ÖDP die Unterschriften an das Innenministerium übergeben. Als am Kirchplatz eine Biene auf eine der Plakatwiesen fliegt, lacht Kühn: „Das Volksbegehren wirkt.“ Ernst wirken aber die Zahlen auf dem roten Rettungsmobil: „54 Prozent aller Bienen sind bedroht oder ausgestorben. 73 Prozent aller Tagfalter sind verschwunden. 75 Prozent aller Fluginsekten sind nicht mehr da.“

Kaum ein Passant geht weiter, als Kühn mit ihrem Unterschriftenblock am Kirchplatz umher geht. Katharina Nowak sagt: „Eigentlich tue ich nichts für die Bienen, weil ich allergisch bin. Ich gehe immer ganz weit weg.“ Es dauert aber nur wenige Augenblicke, dann hat die Starnbergerin ihre Unterschrift auf die Liste gesetzt.

Es bräucht eine größere Lobby in der Politik

Das wichtigste Thema neben dem Artenschutz ist für Kühn die Pflege. 15 Fachgebiete habe sie im Murnauer Krankenhaus kennengelernt, vom Hospiz über die Psychatrie bis zur Krankenpflege. „Erschreckend, was ich in allen Bereichen gesehen habe“, sagt Kühn. Sonst kommt Kühn gerne ein Lachen über die Lippen, bei diesen Sätzen fällt es ihr schwer. Sie arbeitet halbtags als Krankenpflegerin in einer WG mit Heimbeatmung, den Rest vom Tag für den Artenschutz. „Es ist ein unglaublich anstrengender Beruf“, sagt Kühn. „Und der ist berufspolitisch unglaublich schlecht vertreten.“ 

Es bräucht eine größere Lobby in der Politik – und da möchte Kühn im Landtag ansetzen. „In den Krankenhäusern herrschen katastrophale Zustände. Eine Krankenschwester muss viel zu viele Patienten versorgen.“ Kühn ärgert sich über „die schlechte Bezahlung und die irrsinnige Belastung auf den Stationen. Die Krankenkassen machen Rekordgewinne, und die Pflegekräfte verdienen immer weniger.“

Einzug in den Landtag? „Die Zeit ist reif.“

Mit einer Radfahrerin neben dem Kirchplatz hat Kühn schnell ein gemeinsames Thema gefunden: Milchkühe. Dann sagt die Frau aber: „Sie haben eine kleine Partei, die hat bei der Wahl keine Chance.“ Die Stimme sei dennoch nicht verloren, betont Kühn kämpferisch. „Wir bekommen für jede Stimme Wahlkampfkostenerstattung.“

Dann geht Kühn zum nächste Passanten, „Ich bin unglaublich dankbar, dass ich da mitarbeiten darf – das ist zielstrebig. Die ÖDP hat richtig gute Praxisansätze.“ Und nehme im Gegensatz zu den Grünen keine Spenden von Großkonzernen an. Die Chancen auf den Einzug in den Landtag stünden nicht schlecht: „Die Zeit ist reif.“

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Nach Unfall: Frau findet fiesen Zettel an Papas zerkratztem Mercedes
Wenn jemand ein fremdes Auto anfährt, hinterlässt er oft einen Zettel. Diesmal stand darauf aber nicht die Handynummer des Schuldigen – sondern ein blöder Spruch.
Nach Unfall: Frau findet fiesen Zettel an Papas zerkratztem Mercedes
Erneut schockierender Fund: Spaziergänger entdeckt totes Reh - Bissverletzungen am Hals 
Erneut schreckt der Fall eines mutmaßlich von einem Hund gerissenen Rehs Landwirte und Jäger auf – diesmal in einem Waldstück bei Gut Tiefenbrunn.
Erneut schockierender Fund: Spaziergänger entdeckt totes Reh - Bissverletzungen am Hals 
Neues Konzept und neuer Vorstand
Die Hechendorfer Blasmusik stand fast vor ihrer Auflösung. Mit neuem Vorstand und neuem Konzept geht‘s weiter.
Neues Konzept und neuer Vorstand
Schwerer Unfall: Mercedes kracht ungebremst in Lkw
Bei einem schweren Unfall auf der A9 bei Plech im Landkreis Bayreuth wurden mehrere Menschen schwer verletzt. Ein Mercedes fuhr auf einen Lkw.
Schwerer Unfall: Mercedes kracht ungebremst in Lkw

Kommentare