Messerstecher von Grafing: Das Urteil ist gefallen

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Erste Kundin an Bord: Der Wolfratshauser Wolfgang Wirkert hat seine Touren am Starnberger Wochenmarkt aufgenommen. Christina Schreiber nutzt das kostenlose Angebot sogleich und ist begeistert.

Service am Wochenmarkt

Die Stadt hat einen neuen Radler

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Starnberg – Ein Wolfratshauser fährt mit seiner Rikscha Menschen mit ihren Einkäufen vom Kirchplatz nach Hause.

Schon nach wenigen Minuten wird der neue Radler in der Stadt geprüft. „Fahren Sie mich auch nach Percha, wenn ich nur zwei Äpfel habe“, fragt Christina Schreiber. Klar macht er das. Der Wolfratshauser Wolfgang Wirkert fährt von nun an jeden Donnerstag von 8 bis 13 Uhr vom Starnberger Wochenmarkt auf dem Kirchplatz Menschen mit ihren Einkäufen nach Hause – mit seiner Rikscha. Das Angebot gilt für kurze Strecken und wird von der Stadt gesponsert. Mit dem Zweisitzer ist der 46-Jährige auch auf der Wiesn oder dem Wolfratshauser Wochenmarkt unterwegs. Daher weiß er: „Dort hat es etwa ein halbes Jahr gedauert, aber das spielt sich ein.“ Es dauert am Donnerstag nicht lange, schon nimmt Christina Schreiber als erste Kundin in Wirkerts Rikscha Platz. 

Erste Kundin: "Das konservative Starnberg braucht sowas"

„Wie cool ist das denn“, jubelt sie, „ich könnte den ganzen Tag herumfahren.“ Vor allem aber sollen Menschen mit Kinderwagen oder Rollator mit ihren Einkäufen auf dem Heimweg gefahren werden. An Donnerstagnachmittagen wolle er aber eventuell auch für andere Touren zur Verfügung stehen, sagt Wirkert. „Das passt“, freut sich Schreiber, „dann können wir zum Stand-Up-Paddling fahren.“ Das macht Wirkert neben dem Radeln auch gerne. Die Verabredung steht. Während der kurzen Tour gerät Schreiber immer mehr ins Schwärmen. „Wofür brauche ich noch ein blödes Auto mit Motor?“ 

Tipps hat die Starnbergerin auch. „Ich würde den Wagen noch mit Rosen verzieren.“ Das macht Wirkert zu besonderen Anlässen. Auf dem Oktoberfest radelt er mit Bayern-Fahne herum. An Spitzentagen fährt er bis zu 100 Kilometer, auf Wochenmärkten um die 30. „Die Muckibude können Sie sich sparen“, ruft Schreiber nach vorne. „Ja, aber der Elektromotor hilft mir schon“, gibt er zu. Der schaltet sich hinzu, wenn Wirkert in die Pedale tritt. Bei der ersten Rundfahrt wird die Rikscha vom Straßenrand aus neugierig beäugt. Schreiber ist sich sicher: „Das ist eine brilliante und süffige Idee. Das konservative Starnberg braucht sowas.“ 

Stadt sponsert und testet das Angebot für sechs Monate

Am Ende der fünfminütigen Fahrt ist die Schriftstellerin mit ihrem Fahrer per Du und haut ihm freundschaftlich auf die Schulter. Sie ist jeden Donnerstag auf dem Wochenmarkt. Die nächste Fahrt ist nur eine Frage der Zeit. Die Straßen in Starnberg muss Wirkert aber erst eimal kennen lernen. Bürgermeisterin Eva John gibt ihm einen Tipp: „Die Maximilianstraße ist für Radl in beide Richtungen offen.“ Für sechs Monate wolle die Stadt das Angebot testen. Wirkert hofft auf ein langfristiges Engagement. Seit drei Jahren fährt er mit seiner Rikscha. „Mein Radl war schon immer mein Hobby.“ Von Reisen in Asien und Indien ließ sich der frühere Taxifahrer inspirieren und begann dann, mit einer Rikscha zu fahren. 

„Der Kontakt mit den Menschen hat mir schon immer Spaß gemacht. Nur das Rumsitzen im Auto nicht.“ Jetzt sitzt Wirkert mit Sportlerhose auf seinem Sattel und fährt an der frischen Luft. Von nun an auch am Starnberger Kirchplatz. Der nächste Auftrag wartet schon. Eine Frau steht da und bittet um Mitnahme. „Aber zu mir geht es den Berg rauf“, sagt sie. Ein kurzer Blick – dann entgegnet Wirkert: „Das schaffen wir schon."

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