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Mehr Licht: Am Freitag wird der Abschluss der Sanierung der Söckinger Kirche St. Ulrich gefeiert. Neu ist unter anderem die Beleuchtung der Seitenschiffe und der Altäre dort.

Nach neunmonatiger Sanierung

„Smart Church“: Söckinger Kirche St. Ulrich mit und in neuem Licht

Pünktlich zu Allerheiligen sind die Sanierungsarbeiten in der Söckinger Kirche St. Ulrich abgeschlossen. Am Freitag wird das 61 Jahre alte Gotteshaus in neuem Licht erstrahlen – und das im Wortsinne.

Söcking– „Smart Home“ gilt als einer der großen Trends derzeit, also die Möglichkeit, Licht, Heizung und dergleichen im eigenen Haus per Handy zu steuern. Den Begriff „Smart Church“ für Kirchen gibt es nicht – auch wenn er in St. Ulrich in Söcking in gewisser Weise Realität ist. Nach neunmonatiger Sanierung wird in der markanten Kirche am kommenden Freitag, 1. November (Allerheiligen), ab 10 Uhr mit einem Festgottesdienst der Abschluss der Sanierung gefeiert. Die war am Ende ein Viertel teurer als geplant.

Kirchenpfleger Wolfgang Wittmann und Baureferent Eugen Hartmann sind zufrieden mit dem Ergebnis des letztlich 480 000 Euro teuren Projektes, das eine Renovierung, eine neue Beleuchtung, Brandschutz und einiges mehr umfasste. So wurde die Kirche innen neu gestrichen mit Hervorhebung baulicher Elemente; dazu stand monatelang ein großes Gerüst im Kirchenschiff.

Die rund 100 Teile der runden Fenster auf der Südseite mussten zu einem Drittel ausgetauscht werden – im Lauf der Jahre waren einige Fensterteile gesprungen, einige wiesen kreisrunde Löcher auf. Ob durch Steinwürfe oder gar Schüsse, kann niemand sagen. Die Schäden an den Fenstern waren gravierender als gedacht, erklären Wittmann und Hartmann – ein Grund für die Kostensteigerung. Die große Rosette auf der Westseite wurde geputzt und überprüft. Das sei nur von einer speziellen Hebebühne aus möglich gewesen, sagt Hartmann, weil die Orgel direkt davor steht.

Steuerung mit einem Finger: Kirchenpfleger Wolfgang Wittmann (l.) und Baureferent Eugen Hartmann am Steuerungsbildschirm.

Im Turm wurden Blitzableiter installiert; allein dafür waren 360 Meter Kabel erforderlich. Insgesamt waren es rund 5000 Meter, zumeist für die neue Beleuchtung. Die beinhaltet die denkmalgeschützten Lampen im Hauptschiff, die nun jedoch nach oben und unten strahlen. Neuerdings werden die beiden Seitenschiffe und deren Apsiden mit dem Marien- und dem Ulrichsaltar im Wortsinne ins rechte Licht gerückt. Bisher war es dort eher finster. Mehr als 50 Strahler wurden eingebaut, die komplette Beleuchtung auf energiesparende LED umgestellt.

Neu sind auch die Beleuchtung am Hochaltar und an der Orgel, und alles lässt sich von zwei berührungsempfindlichen Bildschirmen steuern. Die Glocken sind eingebunden, die Steckdosen, die Lampen sowieso. 13 Szenarien werden eingespeichert, je nach kirchlichem Anlass. Und eines Tages lässt sich die Anlage vom Handy und aus der Ferne steuern.

Das könnte noch wichtig werden, denn: Die Kirchenverwaltung überlegt, zu bestimmten Terminen die Kirche innen zu beleuchten, damit durch die Buntglasscheiben auf der Südseite die Kirche von außen einen neuen Eindruck vermittelt. Jedoch: Wegen der möglichen Lichtverschmutzung dürfte das nur bis 22 Uhr so sein. Die Kirche ist zudem so vorbereitet, dass sie videoüberwacht werden kann. Bisher hatte St. Ulrich mit Vandalismus kaum Probleme, will aber gerüstet sein. „Wir müssen auch damit rechnen“, sagen Kirchenpfleger und Baureferent.

Die Kirchenverwaltung hat rund 111 000 Euro selbst aufgebracht, 124 000 Euro steuerte die Stadt Starnberg „völlig unbürokratisch“ bei, wie Hartmann sagt. Rund 234 000 Euro sind ein Zuschuss der Diözese. Über die Mehrkosten muss noch verhandelt werden.

Zum Abschluss erscheint eine sechsseitige Festschrift. Zudem ist für Anfang November (voraussichtlich Samstag, 9. November) ein Infoabend geplant, bei dem die Sanierung vorgestellt wird.

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