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So stellt sich der Planer das Wohngebiet am Wiesengrund vor: Die Mehrfamilienhäuser im Westen (im Bild links) erhalten zwei Voll- und ein zurückgesetztes Staffelgeschoss, die Reihenhäuser (Mitte) können zwei oder drei Geschosse haben.

Stadtentwicklung

So soll das Baugebiet am Wiesengrund in Starnberg aussehen

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Draußen, im Foyer der Schlossberghalle, sind noch bis diesen Freitag die Entwürfe des Architektenwettbewerbs für das Einheimischenmodell am Wiesengrund ausgestellt. Drinnen, im kleinen Saal der Schlossberghalle, hat der Stadtrat am Montagabend den nächsten Schritt für das Baugebiet beschlossen.

Starnberg – Mit einer Gegenstimme (Franz Heidinger, BLS) entschied sich das Gremium dafür, den Siegerentwurf weiter zu verfolgen und auf dessen Basis in vertiefende Planungen einzusteigen. Dabei geht es dann um Themen wie die Verschattung, die Anzahl der Spielplätze, die Größe der Grünflächen, die Zufahrten für Feuerwehr und Rettungsdienste oder auch die genaue Erschließung der einzelnen Häuser.

Wie mehrfach berichtet, hat der Münchner Architekt Eberhard von Angerer ein Wohngebiet entworfen, bei dem zehn Mehrfamilienhäuser mit 86 Wohnungen im äußeren Bereich und 49 Reihenhäuser im Innern liegen. Stadtbaumeister Stephan Weinl pries den Entwurf am Montag zum wiederholten Mal. Er sei in hohem Maß flexibel, werde unterschiedlichen Ansprüchen gerecht und sei „am besten geeignet für das Miteinander der künftigen Bewohner“. Auch von den Stadträten kam allenthalben Lob für die Arbeit. UWG-Fraktionschef Patrick Janik beispielsweise sprach von einem „schönen und ausgewogenen Entwurf“, der eine „sehr geeignete Grundlage für den Eintritt in das weitere Verfahren“ darstelle. Aber: „Der Erfolg steht und fällt mit den Preisen“, mahnte Janik.

Die Frage des Geldes treibt auch die Bewerber für den Wiesengrund um. „Das Preisschild ist das alles Entscheidende“, hatte einer von ihnen vorige Woche bei der Ausstellungseröffnung in der Schlossberghalle gegenüber dem Starnberger Merkur gesagt (wir berichteten).

Die wahren Kosten sind noch völlig unklar

Wie viel der Grund und Boden am Wiesengrund einmal kosten wird, ist derzeit aber noch völlig offen. Bürgermeisterin Eva John gab die Grundstücksgrößen für die Reihenhäuser am Montag mit etwa 250 Quadratmetern an, warnte gleichzeitig aber davor, „Luftnummern zu produzieren“. Professor Otto Gaßner (UWG) rechnete derweil mit 400 000 Euro Baukosten für ein Reihenhaus und 200 000 Euro für eine Wohnung. Da dürfe der Grund dann nicht mehr viel kosten. CSU-Chef Stefan Frey gab zu bedenken: „Viele Bewerber werden sich 600 000 oder 700 000 Euro nicht leisten können.“ Nach den komplizierten Vergaberichtlinien der Stadt darf sich – vereinfacht gesagt – jeder bewerben, der seit mindestens fünf Jahren in Starnberg lebt oder arbeitet, als Ehepaar nicht mehr als 114 000 Euro (plus Kinderfreibetrag) im Jahr verdient und kein allzu großes Vermögen besitzt.

Picker: „Rechne nicht mit Baubeginn noch 2018“

Neben dem Grundsatzbeschluss für den Siegerentwurf beauftragte der Stadtrat die Verwaltung, nun den städtebaulichen Entwurf, die Grünflächenplanung, den Flächennutzungsplan und den Bebauungsplan anzugehen – allerdings auf Antrag Gaßners nur bis zum Stadium der Vorplanung. Die Mehrheit von CSU, BLS, Grünen, UWG, SPD und Parteifreien möchte sich damit eine Möglichkeit offenhalten, gegebenenfalls noch gegensteuern zu können.

Zudem soll die Verwaltung eine grobe Kostenschätzung abgeben, was für Straßen, Kindergarten etc. auf die Stadt zukommt. Eine Aufgabe, die Bürgermeisterin Eva John schlucken ließ: „Eine umfangreiche Kostenexpertise wird schwer zu schaffen sein mit unseren Kapazitäten.“ WPS-Chef Professor Günther Picker befürchtet vor diesem Hintergrund bereits eine Verzögerung des Projekts: „Bei dieser Vorgehensweise können wir mit einem Baubeginn 2018 nicht mehr rechnen“, sagte er.

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