Der Engel weist den Weg: Die evangelischen Pfarrer Dr. Anne Stempel-de Fallois, Johannes de Fallois (M.) und Dr. Stefan Koch freuen sich bereits auf Heiligabend. An diesem Engel kann sich dann übrigens jeder fotografieren lassen.
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Der Engel weist den Weg: Die evangelischen Pfarrer Dr. Anne Stempel-de Fallois, Johannes de Fallois (M.) und Dr. Stefan Koch freuen sich bereits auf Heiligabend. An diesem Engel kann sich dann übrigens jeder fotografieren lassen.

Drinnen und draußen

So viel Weihnachten wie noch nie: Evangelische Kirchengemeinde stellt ihr Konzept für Heiligabend vor

  • Peter Schiebel
    vonPeter Schiebel
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Es soll etwas besonderes werden, das Weihnachtsfest. Daher hat die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde Starnberg sich einiges einfallen lassen.

Starnberg – Mit einem noch nie dagewesenen Programm reagiert die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde Starnberg zu Weihnachten auf die Herausforderungen durch die Corona-Pandemie. „Ich glaube, wir werden den Menschen etwas Besonderes bieten“, sagte Pfarrer Dr. Stefan Koch gestern, als er im Rahmen eines Pressegesprächs zusammen mit seinen Amtskollegen Dr. Anne Stempel-de Fallois und Johannes de Fallois sowie Kantor Ralf Wagner das Konzept vorstellte. „Ich freue mich richtig auf den Heiligen Abend“, sagte er. Im Mittelpunkt stehen das Carolinenhaus und der Maibaumplatz in Söcking sowie die Friedenskirche an der Kaiser-Wilhelm-Straße.

Heiligabend in Söcking

Von 16 bis 18 Uhr wird es zwischen Maibaum und Carolinenhaus fünf „Begegnungsorte“ geben, wie Stempel-de Fallois sagte. Mit dabei sind Mädchen und Buben aus Kindergarten, Hort und Grundschule, die an einer Station eine kleine Hirten-Szene und an einer anderen die Abweisung Marias und Josefs auf der Herbergssuche darstellen. Dazu kommen singende Engel, ein liturgischer Ort zum Erlangen des Segens und der Raum der Anbetung mit der klassischen Krippenszene.

Es soll Feuerschalen geben und weihnachtliche Dekorationen. Zudem ist ein großer, hölzerner Engel aufgestellt, den der Konfirmand Leo Bartel mit seinem Vater Max gebaut hat. An und mit dem Engel können sich die Teilnehmer fotografieren oder filmen lassen und die frohe Botschaft gleich über soziale Medien verbreiten.

„Wir setzen auf Fläche und Breite“, erklärte Stempel-de Fallois. „Die Menschen können nacheinander die Orte besuchen.“ So soll der Hygieneabstand von 1,50 Meter eingehalten werden. Außerdem haben sich Jugendliche der Gemeinde und Pfadfinder bereit erklärt, Ordnungsdienste zu übernehmen. „Es dürfen nicht zu viele Menschen zeitgleich an einem Ort sein“, sagte die Pfarrerin.

An den Adventssonntagen davor gibt es bereits zwei Vorläufer auf dem Weg zur Krippe. Am 3. Advent beginnt um 11 Uhr ein Open-air-Gottesdienst am früheren Schäferplatz an der Linde – mit Pferd und Kuh, mit Hunden und Hasen. Motto: „Bis zur Krippe ist es nicht mehr weit.“ Und für den 4. Advent um 17 Uhr ist eine Waldweihnacht geplant – hinter dem Fortschritt-Kinderhaus am Höhenweg 300 Meter in den Wald hinein. „Wir folgen dem Stern zu der Krippe“, lautet dabei das Motto.

Heiligabend in Starnberg

In und an der Friedenskirche können Familien und Alleinstehende fast den ganzen Heiligen Abend über Weihnachten erleben. Um 14 Uhr beginnt zunächst der Zwergerlgottesdienst im evangelischen Gemeindehaus für alle Kinder bis zum Grundschulalter. Es schließt sich um 15 Uhr die Kinderchristvesper an. Sie findet vor der Kirche statt, wo ein Stall aufgebaut wird.

Zwischen 16 und 20 Uhr sind dann insgesamt neun Gottesdienste geplant, die an jeweils drei Stationen sowohl im Freien als auch in der Kirche stattfinden. Station eins ist vor der Kirche, wo es ein Feuer geben wird. Dort soll auch das zweite Exemplar des großen Holzengels stehen. Station zwei ist in der Kirche. Im 30-Minuten-Takt öffnen sich die Türen, sodass maximal 70 Personen Einlass finden. „Dort bauen wir den Altar um, wir öffnen ihn zu einer Krippe“, sagte Stefan Koch. „Wir bitten also die Menschen, mit uns in die Krippe zu gehen.“ Die Kirchenbänke sind währenddessen an die Seiten gerückt. Station drei schließlich ist der Stall auf dem Kirchplatz. „Dort singen wir ,Stille Nacht‘ und ,O du fröhliche‘ und beten das Vaterunser“, erklärte Johannes de Fallois.

„Niemand muss länger als eine halbe Stunde warten“, versprach Koch. Die Einhaltung des 1,50-Meter-Abstands und das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes sind Pflicht. Auch dort wird es einen Ordnungsdienst geben. Koch ist aber sehr zuversichtlich: „Wenn wir mit Unvernunft rechnen müssten, müssten wir es ganz ausfallen lassen.“ So aber wollen er und seine Kollegen allen Menschen, die das wünschen, ein christliches Weihnachtsfest bereiten. Und wer weiß: „Vielleicht ist dieses Konzept ja ein Weg in die Zukunft.“

Der Heilige Abend endet mit der Christvesper um 22 Uhr. Dann sollen die Bänke in der Kirche wieder an ihrem gewohnten Platz stehen.

Weitere Gottesdienste

Gefeiert wird an Heiligabend auch im Malteserstift Percha (10 Uhr), im Rummelsberger Stift Söcking (14 Uhr) und im Rummelsberger Stift Starnberg (15 Uhr). Am Ersten Weihnachtsfeiertag sind Gottesdienste um 9.30 Uhr im Rummelsberger Stift Starnberg, um 11 Uhr im Rummelsberger Stift Söcking und um 16 Uhr am Steininger Grundstück.

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