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Geteiltes Kirchenschiff: Derzeit wird auf der Nordwestseite des Schiffes von St. Ulrich das Gerüst aufgebaut (oben, gesehen durch die 14 Meter hohe Altarwand). Am Samstag wurde der 60 Meter hohe Turm mit Blitzableitern ausgestattet. In der gesamten Kirche laufen noch bis November Sanierungsarbeiten.

Kirchensanierung

Viel Arbeit in St. Ulrich

Eines der größten Baugerüste in der Stadt steht derzeit in der Söckinger Kirche St. Ulrich. Die Kirchenverwaltung lässt dort die Elektrik und die Beleuchtung erneuern. Die Arbeiten dauern bis November.

Söcking – Kirchenpfleger Wolfgang Wittmann und Eugen Hartmann, Sprecher der Kirchenverwaltung, verfolgten die Aktion am Samstagvormittag mit gespanntem Interesse: Spezialisten brachten am 60 Meter hohen Turm der Kirche St. Ulrich Blitzableiter an. Keine leichte Aufgabe bei aufkommendem Wind. Die neuen, doppelt ausgelegten Leitungen mussten außen am Kupferturm angebracht werden – sie sind Teil eines Sanierungsprojekts, das die Kirchengemeinde bis zu einer halben Million Euro kosten wird. Am deutlichsten sichtbar sind die Arbeiten im fast 18 Meter hohen Kirchenschiff.

St. Ulrich, 1958 geweiht, ist eine der größten Kirchen im Landkreis und wird manchmal auch „Dom“ genannt. Das Kirchenschiff lässt das passend erscheinen, nicht zuletzt durch das Rosettenfenster. Nach mehr als 60 Jahren jedoch ist an und in der Kirche einiges zu tun. So wird die komplette Elektroanlage erneuert inklusive der Beleuchtung. Die Elektroinstallationen haben auch mit dem Brandschutz zu tun, der die Kirchenverwaltung nicht erst seit dem Brand der Kirche Notre-Dame in Paris umtreibt. Um Kabel und Lampen austauschen zu können, wird erst links am Kirchenschiff ein Gerüst auf ganzer Länge und Höhe aufgebaut – bei Gottesdiensten bleibt den Gläubigen nur die rechte Hälfte. Später wird getauscht. Die Wände des Kirchenschiffs bekommen einen neuen Anstrich, teils in unterschiedlichen Farbtönen.

Erneuert wird auch die komplette Beleuchtung und dabei wird auf energiesparende LED umgestellt. Die beiden Seitenschiffe waren bisher unbeleuchtet, das wird sich ändern. Die Beleuchtungsanlage lassen sich die Söckinger von einem ausgewiesenen Profi konzipieren und programmieren – denn künftig funktioniert die Beleuchtung nicht mehr per Schalter, sondern per berührungsempfindlichem Display in der Sakristei. 13 Szenarien wird es geben, wie Eugen Hartmann erklärt. Eines für eine Festmesse etwa mit starker Beleuchtung oder für eine Andacht mit reduziertem Licht. Für die Osternacht wird es ein Szenario geben, bei dem sich das Licht ändert. Inbegriffen in diese Steuerung sind auch die Glocken; für sie gibt es fünf Programme. Die digitale Steuerung von Licht und Glocken ist nach Wissen Hartmanns in Deutschland einzigartig.

Die Lichtsteuerung wird Söcking eine neue Anmutung geben. Die Glassteine der Seitenschiffe bringen derzeit nur buntes Licht in die Kirche, wenn die Sonne scheint. Umgekehrt sind sie nicht zu sehen. Künftig will die Kirchenverwaltung die Steine von innen nach außen beleuchten, so dass St. Ulrich abends von außen in blau und orange schimmert.

Beim Brandschutz lässt die Kirchenverwaltung einbauen, was möglich ist – Rauchmelder sind es nicht, denn dafür ist das Kirchenschiff zu hoch. Der Turm wird abgetrennt, so dass sich ein Feuer nicht einfach ausbreiten kann. Der Blitzschutz gehört dazu, aber auch eine bessere Anfahrtsmöglichkeit für die Feuerwehr. Die Kirchenverwaltung will von der Stadt einen Teil des Nachbargrundstücks übernehmen, damit es einen Fahrweg rund um die Kirche gibt – das hat auch Vorteile bei der Wartung des Daches.

Die Arbeiten sollen bis 1. November abgeschlossen sein – dem 61. Jahrestag der Weihe von St. Ulrich. Dann wird der frühere Abt Primas der Benediktiner, Notker Wolf, in der Pfarrkirche eine Festmesse halten.

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