Genießen ihr Getränk an der Starnberger Seepromenade: Ralf und Inge Pechter aus München. Die Außenbereiche sind in Gaststätten voll, weswegen die 3G-Regeln kaum Bedeutung haben. Das wird sich ändern.
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Genießen ihr Getränk an der Starnberger Seepromenade: Ralf und Inge Pechter aus München. Die Außenbereiche sind in Gaststätten voll, weswegen die 3G-Regeln kaum Bedeutung haben. Das wird sich ändern.

Corona-Schutzverordnung

Sonnenschein statt 3G-Frust

  • Laura Forster
    VonLaura Forster
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Seit gut zwei Wochen gilt die 3G-Regel im Landkreis Starnberg. Viele Dinge sind nur noch geimpft, getestet oder genesen möglich – auch der Besuch der Innengastronomie. Restaurantbesitzer nehmen die neue Regel jedoch gelassen hin, denn das Wetter spielt ihnen in die Karten.

Landkreis – Strahlend blauer Himmel, 22 Grad und ein herrlicher Blick in die Berge. Bis zum letzten Platz waren die Biergärten und Außenbereiche der Restaurants im Landkreis in den vergangenen Tagen besetzt. Nach dem durchwachsenen Augustwetter nutzten Einheimische und Touristen die Sonnenstrahlen des Spätsommers für einen Aperol-Spritz am Seeufer oder einen Schweinsbraten im Biergarten. Die 3G-Regel, die nur im Innenbereich der Restaurants gilt, ist für viele Bürger in den Hintergrund gerückt. Die Frage ist nur, wie lange das noch so bleibt.

„Die letzten Tage war der Biergarten voll“, sagt Till Weiß, Wirt des Augustiners am Wörthsee. „Im Außenbereich gibt es keine Testpflicht. Die Gäste müssen auch nicht genesen oder geimpft sein, und auch die Maskenpflicht gilt seit Anfang September nicht mehr. Die neue Regel zusammen mit dem schönen Wetter hat die Leute nach draußen gelockt.“ Weiß hofft, dass die Sonne den Landkreis nicht all zu schnell wieder verlässt, denn er weiß, das Geschäft kann auch anders aussehen. „In den ersten drei Tagen seit der 3G-Regel war sehr wenig los“, sagt er. „Da haben wir 30 bis 40 Prozent weniger Umsatz gemacht.“

Benjamin Ernst, Betriebsleiter des erst kürzlich eröffneten Strandhotels Berg, hat ähnliche Erfahrungen gemacht. „Bei schlechtem Wetter gab es einen deutlichen Reservierungsrückgang“, sagt er. Derzeit kann sich der Gastronom jedoch nicht beschweren – die Seeterrasse ist täglich gut besucht.

Sobald die Temperaturen jedoch kälter werden und der Restaurantbesuch im Innenraum stattfinden muss, gilt die 3G-Regelung wieder. Derzeit aber nur für Gäste, das Gastropersonal ist von der Corona-Schutzverordnung ausgenommen – für viele ein Unding. „Auf mich wirkt das total unlogisch“, sagt Till Weiß. Er bietet seinen Mitarbeitern zweimal pro Woche einen kostenlosen Schnelltest an. „95 Prozent sind eh schon geimpft“, sagt er. Auch beim Personal des Strandhotels Berg ist die Impfquote hoch. Ernst, der selbst geimpft ist, hat aber für jeden Verständnis, der sich nicht impfen lassen möchte. Probleme mit den Gästen habe es keine geben. „Unsere Gäste fragen die Mitarbeiter nicht, ob sie geimpft oder getestet sind.“

Allgemein haben sowohl die Restaurantbesitzer, als auch die Bürger die 3G-Regel akzeptiert. „Es gab keine Beschwerden“, sagt Klaus Götzl, stellvertretender Geschäftsführer der Wirtschaftsförder- und Tourismusgesellschaft gwt. „Manche haben die Regel sogar positiv aufgenommen. Sie sei immerhin besser als eine Schließung.“ Auswirkungen würden sich jedoch erst zeigen, wenn die Testungen Mitte Oktober kostenpflichtig werden. „Bis dahin kann sich aber noch viel ändern“, sagt Götzl.

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