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Barbara Frey ist Kreisvorsitzende des VdK.

Sozialverband VdK

„Wenn ihr Erfolg hattet, bleibt solidarisch“

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Nach jahrelangem Aufschwung sinkt VdK-Mitgliederzahl im ersten Halbjahr. Die Kreisvorsitzende Barbara Frey tritt bei den Neuwahlen an.

Landkreis – Über steigende Mitgliederzahlen freut sich eigentlich jede Partei, jeder Verein und jeder Verband. Barbara Frey sagt aber: „Ich sehe das mit einem weinenden und einem lachenden Auge.“ Für die Kreisvorsitzende des Sozialverbands VdK bedeutet der seit Jahren anhaltende Zuwachs nämlich auch, dass „die Leute scheinbar immer mehr existenzielle Ängste entwickeln“.

So hat die Zahl der VdK-Mitglieder seit Januar 2013 kontinuierlich zugenommen und ist – Stand 30. April 2017 – von 4363 auf 4927 angestiegen. Im vergangenen Dezember wäre die Zahl sogar noch höher gewesen (4966). Seitdem gab es aber mehr Aus- als Eintritte. „Jüngere Mitglieder kündigen nach ihrer Beratung wieder“, mutmaßt Frey. Auf Dauer wollen sie den monatlichen Mitgliedsbeitrag von sechs Euro nicht zahlen. Daher sagt Frey: „Wir haben ein großes Problem mit der Solidarität für den Verband.“ 

Konow: „Wir setzen aber eher auf Verständnis als auf Strafe“

Andreas Konow ist Kreisgeschäftsführer des VdK.

Es gebe viele ältere Mitglieder, die nie eine Beratung in Anspruch genommen haben. „Die brauchen uns nicht – sind aber solidarisch.“ Frey ist zugleich stellvertretende Landesvorsitzende des Verbands. Sie stellt klar: „Wir müssen gegensteuern. Die einen verhalten sich solidarisch, die anderen lassen sich durchfüttern.“ Mögliche Maßnahmen würden derzeit in der Landesverbandsspitze diskutiert. Denkbar: „Abschläge für Mitglieder, die dabei bleiben oder die Stufe für nochmaligen Eintritt ein bisschen höher machen.“ Bislang bietet der VdK Beratungen sofort nach Eintritt an. „Möglich ist da eine Frist, bevor wir für ein Mitglied tätig werden.“

Kreisgeschäftsführer Andreas Konow sagt: „Wir setzen aber eher auf Verständnis als auf Strafen. Die Leute sind für solidarisches Verhalten empfänglich.“ Konow betont: „Nicht alle sind unsolidarisch. Für einen Hartz-4-Empfänger sind sechs Euro im Monat viel.“

Am 20. Mai findet der 18. Kreisverbandstag statt

Frey appelliert aber an die Mitglieder: „Wenn ihr Erfolg hattet, bleibt solidarisch.“ Der VdK hilft auch bei Widersprüchen und Klagen. Die Zahl der Beratungen steigt jährlich an, lag 2016 bei 2253 (2013: 1252). Im gleichen Zeitraum haben sich die Anträge auf Sozialleistungen fast verdoppelt (2016: 442). „Junge Leute kommen hauptsächlich wegen unserer Rechtsberatung“, sagt Konow. Etwa wenn es um berufliche oder medizinische Reha oder die Beantragung eines Schwerbehindertenausweises geht. Frey sagt: „Das Renten- und Pflegerecht wird immer komplizierter. Die Leute kennen sich nicht mehr aus.“ Da würden die hauptamtlichen Mitarbeiter des VdK helfen. „Beratung ist das Beste, was wir bieten.“ Sie nennt es „das Filet-Stück“ des Verbands.

Frey und Konow wünschen sich vor dem 18. Kreisverbandstag des VdK am 20. Mai aber, dass neue Mitglieder nicht nur das „Filet-Stück“ nehmen, sondern auch im Verband bleiben. Frey jedenfalls möchte bleiben – sie tritt erneut zur Wahl für den Kreisvorsitz an.

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