Neubau in der Corona-Krise: Richard von Rheinbaben hat die Tennisanlage an der Gautinger Straße während der Zwangspause um zwei Plätze für Padel-Tennis erweitert – mit Erfolg.
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Neubau in der Corona-Krise: Richard von Rheinbaben hat die Tennisanlage an der Gautinger Straße während der Zwangspause um zwei Plätze für Padel-Tennis erweitert – mit Erfolg.

Schließung und Absagen gemeistert

Sportlich durch die Krise: „eurobuch Sportanlagen GmbH“ ist Finalist beim Wirtschaftspreis 2020

  • Stephan Müller-Wendlandt
    vonStephan Müller-Wendlandt
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Die Kunden blieben weg, die Gaststätte war geschlossen. Dennoch hat die „eurobuch Sportanlagen GmbH“ aus Starnberg sich vor und in der Corona-Krise um mehr Nachhaltigkeit bemüht. Mit Erfolg: Sie steht im Finale des Wirtschaftspreises.

Starnberg – Ökologische Strategien und nachhaltiges Handeln, um den Begleiterscheinungen der Corona-Krise die Stirn zu bieten – diese Vorgaben müssen die Bewerber um den Wirtschaftspreis 2020 des Landkreises Starnberg erfüllen, wenn sie ihre Chance auf eine Prämierung wahren möchten. Elf Kandidaten haben es ins Finale geschafft. Erstmals mit dabei und gleich als Finalist ist die „eurobuch Sportanlagen GmbH“ aus Tutzing. Sie betreibt die Tennis- und Padel-Anlage an der Gautinger Straße in Starnberg.

„eurobuch“ ist eine Tochter der Mediantis AG. Deren Geschäftsführer Richard Freiherr von Rheinbaben redet gar nicht um den heißen Brei herum. „Die Corona-Krise hat uns voll erwischt“, sagt der Unternehmer. Betroffen waren etwa 300 Abonnements für die sechs Plätze in der Halle, die nicht mehr abgespielt werden durften. Einzelbuchungen waren ebenfalls nicht mehr möglich. Die bis dahin sanierte und neu ausgestattete Gaststätte der Anlage blieb geschlossen. Aber die Fixkosten liefen weiter – sei es die Pacht, Personal, Winterräumdienst, Müllabfuhr oder Heizung. Dennoch hat der Betreiber alles unternommen, um die Systeme im „Stand-by“-Modus zu halten. Damit bei einer Wiederinbetriebnahme die Anlage sofort wieder aktiviert werden konnte, blieben die Reservierungs- und Buchungssysteme online. Die Gaststätte hielt sich mit Abhol- und Lieferservice über Wasser. Und täglich hat von Rheinbaben die Anlage samt Nassräumen reinigen und desinfizieren lassen.

Nachhaltigkeit hat das Handeln des Unternehmens vor und in der Corona-Krise bestimmt. Seit Übernahme der Tennispark GmbH hat von Rheinbaben die Beleuchtung der Halle auf LED umgestellt, was zu einer Ersparnis von bis zu 80 Prozent der Stromkosten geführt hat. Moderne Heizstrahler und Kühlaggregate haben 30 Prozent Energieersparnis eingebracht. Die Sprinkleranlage für die Außenplätze wird mit Regenwasser gespeist. In den Umkleiden und Nassräumen gibt es seitdem nur noch Stoffhandtücher statt Papiermüll. Nach der Erneuerung der Toiletten und Sanitärbereiche ist der Wasserverbrauch gesunken, scharfe Reinigungsmittel werden nicht mehr eingesetzt, erklärt von Rheinbaben.

Das Personal der Anlage hat die GmbH „sanft“ durch die Krise geleitet. „Lediglich zwei Mitarbeiter“, so der Tutzinger, „mussten für zwei Wochen in Kurzarbeit geschickt werden.“ Die zehn Tennistrainer haben als Ausgleich für die verkürzte Wintersaison kostenlose Buchungen für die noch laufende Sommersaison erhalten. Einen Ausgleich haben auch die Abonnenten erhalten, die die letzten Stunden im März und April nicht nutzen durften – in Form von Gutscheinen. Richard von Rheinbaben atmet durch: „Die Ampel steht jetzt auf Grün.“ Das verdankt er nicht nur etwa 1000 Tennisspielern aus dem Landkreis und darüber hinaus, die an der Gautinger Straße in Starnberg ihrem Sport frönen. Hinzu kommen Vereine, die bei Regen und im Winter die Hallenplätze buchen.

Ein Pluspunkt sind laut von Rheinbaben auch die während der Corona-Pause angelegten zwei Plätze für Padel-Tennis, „die derzeit am stärksten wachsende Sportart weltweit“. Der Tutzinger hat diesen Sport vor 13 Jahren in Spanien kennengelernt, wo Padel-Tennis mittlerweile der Volkssport Nummer eins ist noch vor dem traditionellen Tennis. Von Rheinbaben selbst greift derzeit auch lieber zu dem kompakteren Padel-Tennis-Schläger als zum Tennis-Racket. Im Landkreis ist diese Anlage ohne Konkurrenz und darüber hinaus im Umkreis von 20 Kilometer. „Seit der Öffnung der beiden Plätze am 20. Juni ist der Zustrom von Spielern aus München enorm gewachsen.“

Die „eurobuch Sportanlagen GmbH“ hat im Mai 2018 die Tennisanlage vom Insolvenzverwalter der früheren Tennispark GmbH übernommen. Seitdem hat die Firma mehr als eine halbe Million Euro in die Sanierung und den Betrieb gesteckt – die neuartige Padel-Anlage noch nicht mitgerechnet. „Bis 2032 ist der Betrieb der Halle samt Gastronomie gesichert“, erklärt er. Die Halle steht auf dem Grund der Stadt Starnberg, die Verträge sind verlängert. Mit der Bayerischen Hausbau (Schörghuber-Gruppe) als Eigentümerin der Außenanlagen steht von Rheinbaben in guten Gesprächen, wie er sagt. Der Pachtvertrag läuft vorerst bis 2022, „mit der Möglichkeit, weiter zu verlängern“.

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