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Die Glocken bleiben länger: Der Start der Sanierung von St. Stephan in Söcking wird voraussichtlich Anfang 2021 sein. Kirchenpfleger Wolfgang Wittmann (l.) und Eugen Hartmann schauen auch im maroden Glockengestühl regelmäßig nach dem Zustand.

Statik lässt zu Wünschen übrig

St. Stephan: Baubeginn erst 2021 - obwohl der Einsturz droht

Die Kirche St. Stephan in Söcking soll saniert werden, allerdings nicht mehr in diesem Jahr. Die Kirchenstiftung lässt derweil alles vorbereiten, wartet aber noch das Votum der Diözese ab.

Söcking– Die Sanierung der Kirche St. Stephan in Söcking wird in diesem Jahr nicht mehr beginnen. Das bestätigt die Kirchenstiftung St. Ulrich Söcking. Die Tatsache, dass die von der Stadt geplante Rampe vorerst nicht gebaut wird, spielt keine Rolle.

Das ortsprägende Gotteshaus im Zentrum von Söcking sei statisch stark in Mitleidenschaft gezogen, erklärte die Kirchenstiftung. Ein Statiker hatte im Herbst 2018 unter anderem einen sich spreizenden Dachstuhl festgestellt, in dessen Folge die Mauern nach außen gedrückt werden, was in letzter Konsequenz zum Einsturz führen würde. Seinerzeit neigte sich die nördliche Außenmauer bereits um sechs Zentimeter. Fazit des Statikers: Binnen fünf Jahren – also bis 2023 – muss saniert werden, sonst droht der Einsturz.

Auch Elektrotechnik nicht auf heutigem Stand

„Weitere nähere Untersuchungen zeigten eine nicht mehr dem heutigen Sicherheitsstand entsprechende Elektrotechnik. Der Glockenstuhl wurde im Laufe der Jahrhunderte mehrfach geflickt und das nicht immer fachgerecht. Quecksilberhaltige Holzschutzmittel, die bis zu Anfang der 1980er Jahre erlaubt waren, haben zu einer Kontaminierung im Turm geführt“, erklären Kirchenpfleger Wolfgang Wittmann und der für Bauten zuständige Eugen Hartmann. Wie berichtet, müssen Teile des Dachstuhls erneuert und Zugstangen eingebaut werden, um die Neigung der Mauern zu korrigieren. Geschätzte Kosten: rund 1,1 Millionen Euro. Die Schätzung stammt von Architekt Michael Spaenle, der bereits die Votivkapelle in Berg saniert hat – ein ausgewiesener Experte.

Vorbereitende Maßnahmen werden getroffen

„Der dafür notwendige Haushaltsplan liegt der Abteilung III des bischöflichen Bauwesens seit März dieses Jahres vor und wird in der nächsten Bau- und Finanzausschusssitzung am 12. November behandelt. Die Zeit bis dahin soll für vorbereitende Maßnahmen zu den Ausschreibungen genutzt werden. Erst danach kann der Architekt vorbehaltlich der Zustimmung dieses diözesanen Gremiums mit weiteren Leistungen beauftragt werden. Dies sind im Wesentlichen Fertigstellung und Versand der Ausschreibungen und die Vergabe der Leistungen. Ein Baubeginn wäre Anfang 2021 denkbar“, sagt Hartmann.

Für die Sanierung, die von Stadt, Landesstiftung, Diözese und anderen mitfinanziert wird, wäre die Rampe – ein Projekt der Barrierefreiheit für Friedhofs- und Kirchenbesucher – sehr hilfreich. Die Stadt hat, erklärte deren Sprecherin Lena Choi, den Bau jedoch wegen der Steuereinbrüche durch die Corona-Krise nach dem aktuellen Stand auf unbestimmte Zeit verschoben. Da die Sanierung der ökumenisch genutzten Kirche nun erst 2021 beginnt, ergeben sich unter Umständen neue Möglichkeiten. 

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