+
Zeigten, was die Fahrradreparatur-Station an der Tourist-Info alles kann: gwt- Tourismuschef Klaus Götzl (l.) und Starnbergs Bürgermeister Patrick Janik. 

Klimaschutz-Aktion

STAdtradeln: Starnberger Rekord-Radler liegen bayernweit auf Platz 2 und kriegen eine Reparatursäule

  • Tobias Gmach
    vonTobias Gmach
    schließen

Fünf Kommunen und der Landkreis selbst brachen bei der Klima-Aktion STAdtradeln die Rekorde. Den vielen begeisterten Radlern kommen gwt und Stadt Starnberg nun später als geplant entgegen: mit der ersten kostenlosen Reparaturstation. Weitere könnten folgen.

Landkreis – Für Starnbergs Bürgermeister Patrick Janik ist die Kreuzung am Tutzinger Hof-Platz „der prominenteste Ort, der das Starnberger Autoproblem zeigt“. Genau dort stellte er am Mittwochvormittag mit Klaus Götzl, Tourismuschef der Wirtschaftsfördergesellschaft gwt, die erste kostenlose Fahrrad-Reparaturstation in der Stadt vor. Während Autos und Lkw laut vorbeirauschten, hoben die beiden Männer das gwt-Dienst-E-Bike in die Vorrichtung der Station und demonstrierten, was sie alles bietet: Luftpumpe, Reifenheber, Schraubendreher, Maul-, Torx-, Winkel- und Rollgabelschlüssel. Wer sich bei der Touristinfo den Schlüssel für den blauen Kasten holt, kann zu deren Öffnungszeiten den Lenker verstellen, die Kette nachziehen oder die Reifen aufpumpen.

Eigentlich wollten gwt und Stadt die Reparaturstation pünktlich zum Start der Klimaschutz-Aktion STAdtradeln bereitstellen, was zeitlich nicht ganz geklappt hat. Gelohnt hätte es sich ziemlich sicher – schließlich waren die Radfahrer im Landkreis in den vergangenen Wochen so viel unterwegs wie wohl nie zuvor. Gleich fünf Kommunen – Andechs, Berg, Starnberg, Weßling und Wörthsee – sowie der Landkreis selbst stellten beim STAdtradeln neue Rekorde auf. Drei Wochen lang traten mehr als 4200 Radler für rund 220 Teams und den Klimaschutz in die Pedale. In Kindergärten, Schulen, Sportvereinen, Ortsteilen, Familien, Unternehmen und Behörden sammelten sie unter dem Motto „Gesund & Fit“ insgesamt 915 210 Kilometer. Das beste Ergebnis für den Landkreis im neunten Teilnahmejahr bedeutet bundesweit Platz 13 und bayernweit Rang 2 hinter dem Kreis München. Derzeit, muss man sagen – denn die Kommunen entscheiden selbst, wann sie die dreiwöchige Aktion starten. Die Stadt München etwa beginnt erst im Oktober.

Berg legte prozentual am stärksten zu

Die internen Rekorde im Landkreis kann den Gemeinden aber niemand mehr nehmen. Berg legte prozentual am stärksten zu, die Radler am Ostufer des Starnberger Sees sammelten dreieinhalb Mal so viele Kilometer wie im Vorjahr. Starnberg übertraf sein bislang bestes Ergebnis um fast 100 000 Kilometer und ist derzeit zweitbeste Kleinstadt Bayerns. Weßling ist gar Erster unter den Gemeinden im Freistaat – mit weniger als 10 000 Einwohnern – und mischt dank hoher Teilnehmerquote auch bundesweit ganz vorne mit.

Ein weiterer Spitzenwert: 115 Gemeinde-, Stadt- und Kreisräte machten mit. Und mehr Fraktionen als bisher radelten in eigenen Teams. In der Kategorie „Parlamentarier-Kilometer“ setzte sich der Weßlinger Gemeinderat an die Spitze. Kilometerstärkstes Team war – vor der Arnoldus-Grundschule Gilching und dem Seniorentreff Starnberg wieder das Otto-von-Taube-Gymnasium Gauting. Im neuen Wettbewerb Schulradeln liegt es derzeit unter 230 Schulteams auf Platz 2.

Eine Siegerehrung gab es heuer coronabedingt nicht

Eine Siegerehrung mit mehr als 100 Gästen am Starnberger Seebad gab es heuer coronabedingt nicht. Landrat Stefan Frey bedankte sich stattdessen mit einer Video-Botschaft bei den Teilnehmern. „Radeln hat wirklich Hochkonjunktur, das haben Sie bewiesen. Sie leisten einen Beitrag zum Klimaschutz, und – das ist mir besonders wichtig – zu Ihrer persönlichen Gesundheit“, sagte er.

Bei einem technischen Defekt unterwegs sollen sich die Radler laut Tourismuschef Götzl eines Tages auch in Herrsching per Reparaturstation behelfen können. In Starnberg könnten weitere am Seebad oder Bahnhof See aufgestellt werden. „Wir schauen, wie es anläuft“, sagte Bürgermeister Janik. Rund 3000 Euro kostet die Werkzeugsäule samt Einbau, die gwt macht 50:50 mit den Kommunen. Die Tourismus-Gesellschaft bekam eine Säule übrigens als Werbegeschenk vom polnischen Hersteller zugeschickt und ließ sich inspirieren.

Lesen Sie auch:

Eine Attraktion mehr: Starnberg soll ein neues Café in der Innenstadt bekommen

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Bestnote für Steigenberger
Wäre die Bewertung eines neuen Bürgermeisters nach 100 Tagen mit Noten möglich, würde Rupert Steigenberger aus Berg eine glatte Eins bekommen. Das legen die Bewertungen …
Bestnote für Steigenberger
SARS-CoV-2: Drei neue Fälle am Freitag
Die Lage in der Corona-Pandemie im Landkreis Starnberg bleibt unsicher. Am Freitag stieg die Zahl um drei weitere Fälle.
SARS-CoV-2: Drei neue Fälle am Freitag
Herausforderung zum 50. Jubiläum
Vor 50 Jahren gründeten Helga und Heinz Soyer in einem kleinen Garagenanbau in Planegg das Unternehmen Soyer Bolzenschweißtechnik. Das Jubiläum sollte heuer groß …
Herausforderung zum 50. Jubiläum
Amokfahrer, Kindergarten-Sperrung, Asyl-Quarantäne: Pöcking zwischen Aufregern und Unaufgeregtheit
Ein Amokfahrer, ein gesperrter Kindergarten und eine Asyl-Unterkunft unter Quarantäne: Pöcking hat für so manchen Aufreger gesorgt in den 100 Tagen seit den …
Amokfahrer, Kindergarten-Sperrung, Asyl-Quarantäne: Pöcking zwischen Aufregern und Unaufgeregtheit

Kommentare