Verkehr

Mit Tempo 100 zur Westumfahrung

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Grünes Licht für einen weiteren Straßenbau im Landkreis: Der Stadtrat hat sich am Mittwochabend für die Erweiterung der Waldkreuzung und die Verlegung der STA 3 bei Mamhofen ausgesprochen. Beim Staatlichen Bauamt in Weilheim wurde die Entscheidung mit Erleichterung aufgenommen. Der Starnberger Merkur beantwortet die wichtigsten Fragen.

Hadorf – Was hat es mit dem Projekt auf sich? Die neue Trasse soll den Verkehr aus Richtung Gilching/A 96 flüssiger zur Starnberger Westumfahrung Richtung B 2 bringen. Dafür wird zum einen ein so genannter Bypass gebaut, der rechts am Kreisel vorbeiführt, sodass der Verkehr dort nicht mehr anhalten muss (ähnlich wie am Maxhofkreisel aus Richtung Maising in Richtung Weilheim). Das folgende Stück der STA 3 bei Mamhofen wird auf rund 1,8 Kilometern Länge so verlegt, dass weniger Kurven nötig sind und die Strecke mit Tempo 100 km/h gefahren werden kann.

Wie viel kostet das Ganze? Das Staatliche Bauamt geht von 2,5 Millionen Euro aus.

Was genau hat der Stadtrat beschlossen? Eine Mehrheit von CSU, WPS, Parteifreien, UWG, SPD und Vizebürgermeister Dr. Klaus Rieskamp (BLS) hat auf Antrag der WPS der Planung des Bauamts zugestimmt. Ein negatives Votum hätte die Planungen für Jahre auf Eis gelegt.

Wie ist nun der Zeitplan?Das Staatliche Bauamt muss sich mit zwei privaten Grundstückseigentümern handelseinig werden. „Da sind wir aber sehr zuversichtlich“, sagte Christian Probst, der für Starnberg zuständige Abteilungsleiter der Behörde, gegenüber dem Starnberger Merkur. Ebenso zuversichtlich ist er, dass die wasserrechtlichen und naturschutzfachlichen Gespräche mit dem Landratsamt zum gewünschten Ergebnis führen. Probst: „Die Planung ist bereits vorabgestimmt.“ Bis Jahresende soll die Ausführungsplanung vorliegen, sodass im Frühjahr 2018 Baubeginn ist. Die Arbeiten sollen zeitgleich mit der Starnberger Westumfahrung fertiggestellt sein. Probst: „Das ist ein enger Zeitplan, aber das schaffen wir.“ Die Arbeiten bringen für die Verkehrsteilnehmer Behinderungen mit sich, so muss die STA 3 wohl „sechs Wochen bis zwei Monate“ voll gesperrt werden.

Für die neue Straße werden Bäume gefällt und Flächen versiegelt. Gibt es dafür einen Ausgleich? Ja, allerdings nicht im Landkreis. Zusammen mit den Bayerischen Staatsforsten ist eine Lösung gefunden. In Hattenhofen (Landkreis FFB) werden Ackerflächen aufgeforstet.

Was wird mit den Rad- und Wanderwegen?Die werden, wie mehrfach berichtet, gekappt. Eine Einigung mit der Grundstückseigentümerin von Gut Mamhofen, Stephanie von Pfuel, zum Bau einer Über- oder Unterführung für Radler, Reiter und Wanderer kam trotz mehrerer Gespräche nicht zustande.

Was bemängeln die Kritiker?Genau diese Kappung der Wege und den Ausbau der Straße generell. Dr. Franz Sengl (Grüne): „Das ist eine Planung wie aus den 1960er-Jahren.“ BMS-Fraktionschef Josef Pfister: „Dieser Bypass ist eine Luxus-Ausführung, die keiner braucht.“ FDP-Fraktionschefin Iris Ziebart: „Wir müssen allen Verkehrsteilnehmern Rechnung tragen.“

Was erhoffen sich die Befürworter?In erster Linie eine bessere Akzeptanz der Westumfahrung, weil der Verkehr dort flüssiger hinkommt. CSU-Fraktionschef Ludwig Jägerhuber: „Es darf doch nicht das Ziel sein, dass 20 Jahre lang dort nichts passiert.“ Professor Otto Gaßner (UWG): „Der Bypass sind die wichtigsten 300 Meter.“

Was sagt die Bürgermeisterin?„Man gibt mehr auf als man bekommt“, sagte Eva John. Dass Radwege künftig über Hadorf und Unering entlang befahrener Straßen führen, sei „ein System von früher“. Und: „Es ist eine Legendenbildung, dass die Akzeptanz der Westumfahrung am Bypass hängt.“

Und was hat das alles mit der Hanfelder Straße zu tun?Mit Fertigstellung der Westumfahrung wird die Hanfelder Straße zu einer Gemeindestraße abgestuft. Dann kann die Stadt dort bauliche Veränderungen vornehmen und versuchen, das Tempo zu reduzieren oder Lkw auszusperren. Das sei auch ohne das Projekt bei Mamhofen möglich, sagte John. Die Mehrheit hält das aber für einfacher, je mehr Verkehr schneller auf die Westumfahrung kommt.

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