Zahlreiche Verletzte bei Unruhen am Tempelberg

Zahlreiche Verletzte bei Unruhen am Tempelberg
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Im November war die Welt noch in Ordnung: Michael Mignoli (l.) posiert gemeinsam mit Bürgermeisterin Eva John, Norbert Wimmer und Franz Heidinger (r.) bei einer BMS-Veranstaltung für das Foto.

Stadtrat Starnberg

Eva John laufen die Getreuen davon

Starnberg – Es kommt keine Ruhe in den Starnberger Stadtrat: Am späten Montagabend haben Franz Heidinger und Michael Mignoli mitgeteilt, dass sie vom Bündnis Mitte Starnberg (BMS), der Fraktion von Rathauschefin Eva John, zur Bürgerliste (BLS) wechseln.

Ein Fragezeichen mehr somit hinter dem Zusammenhalt der so genannten Allianz aus BMS, WPS, BLS und FDP, die gemeinsam bei der Stadtratswahl 2015 angetreten war, um eine Umfahrung auf den Weg zu bringen und den ungeliebten B2-Tunnel zu verhindern.

Einigkeit herrschte auch bei anderen Themen, zum Beispiel der Seeanbindung. Die teure Gleisverlegung am Bahnhof See sollte verhindert werden. Nicht mal ein Jahr hat das „Ziehen an einem Strang“ gehalten.

Gerade in den letzten Wochen brach sich Unmut Bahn, über die Informationspolitik der Bürgermeisterin und die aus der Sicht der Betroffenen ungenügende Einbindung im Vorfeld von Entscheidungen. Aber auch zur Tendenz, statt der ortsfernen eine ortsnahe Umfahrungsvariante zu entwickeln. Vor einem Monat dann der erste Wechsel: Angelika Kammerl und Sieglinde Loesti traten aus der WPS aus und gründeten die neue Fraktion „Die ParteiFreien“.

"Ich habe keine Abwerbung betrieben"

Nun wechseln Mignoli und Heidinger zur BLS. Deren Chef, Walter Jann, betont: „Ich habe keine Abwerbung betrieben.“ Er ist sich sicher, dass die beiden neuen Mitglieder die BLS-Ziele unterstützen, vor allem die ortsfern geführte Umfahrung, wie sie Jann seit Jahrzehnten verfolgt. „Sie sind erst 48 Stunden dabei. Über Details haben wir noch nicht geredet.“ Jann sieht seine Fraktion „noch im sanfteren Bereich“ eines Konfrontationskurses gegen John. „Wir gehören zu denen, die sich nicht gut bedient fühlen.“ Dass BMS und WPS Mandate verlieren, zeige, „dass bei denen etwas nicht stimmt“. Die Allianz sieht er trotzdem noch nicht als zerbrochen an: „Die Gefahr ist sicher da, doch wir bemühen uns um eine Basis für den Zusammenhalt, vor allem bei den großen Themen“. Mignoli und Heidinger, die ihre BMS-Vorstandsämter als Schatzmeister und stellvertretender Vorsitzender niedergelegt haben, begründen ihren Schritt mit der „meinungsvorgebenden“ Fraktionsführung durch Josef Pfister.

Eine Frage der Umfahrung

Sie hätten nicht mehr im Sinne ihrer Wähler handeln können ohne in Konflikt zu diesem zu geraten. „Unmissverständlich“ stellen sie klar, ihre Entscheidung habe „nichts mit einer boykottierenden Haltung“ gegenüber John oder der Stadtverwaltung zu tun. Mignoli bestätigte auf Anfrage, er sei schon immer für eine ortsferne Umfahrung eingetreten. Jetzt eine ortsnahe Variante zu verfolgen, könne er nicht mittragen.

Pfister begrüßte es, „dass jetzt klare Verhältnisse herrschen“. Er bedauerte aber, über die Gründe für das Ausscheiden nur über die Presse erfahren zu haben. Den Vorwurf, Meinung vorgegeben zu haben, empfindet er als „fadenscheinig“ angesichts des regelmäßigen Meinungsaustauschs innerhalb der Fraktion vor jeder Ratssitzung. Die vielen Beratungen und Abstimmungen zeigten ein anderes Bild. „Wir wünschen beiden Herren alles Gute bei der Erreichung ihrer persönlichen Ziele in der BLS“, so Pfister. Die BMS werde mit ihrer offenen Diskussionskultur weitermachen. Franz Heidinger war nicht zu erreichen.

Von Barbara Irlbauer

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