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Der Landrat weicht nicht: Karl Roth hält am Anbau fest. 

Landratsamt-Projekt

Landrat zum Anbau: „Ich werde davon nicht abrücken“

Starnberg – Landrat Karl Roth will vom inzwischen recht teuren Projekt "Landratsamt-Anbau" keinesfalls abrücken – und die Starnberger CSU stärkt ihm den Rücken. Im Juni soll der Kreistag entscheiden.

„Anbau“ ist ein Wort, das Landrat Karl Roth fast schon nicht mehr hören kann. Er braucht jenen ans Starnberger Landratsamt, und das faktisch um jeden Preis. Dass ihm der Bauausschuss des Stadtrates dazwischengefunkt hat, amüsiert ihn nicht – der Landrat bleibt ausgleichend und lässt es durchgehend. Denn, ließ er bei einer Veranstaltung der Starnberger CSU am Dienstagabend durchblicken, rechtlich ist die Entscheidung des Starnberger Ausschusses seiner Ansicht nach nicht ganz zulässig.

Möglicher Deal zwischen Stadt und Landratsamt? 

Seit Jahren plant der Kreis einen Anbau an sein inzwischen fast 30 Jahre altes und preisgekröntes Landratsamt – der war auch von Anfang an eingeplant, denn im gültigen Bebauungsplan für den Bereich ist ein Platz vorgesehen, wie Stadtrat Gerd Weger zu berichten wusste. Auf dem will der Kreis nun aber nicht bauen, sondern entlang des Schiffhüttenweges (wir berichteten). In ersten Diskussionen war von Kosten in Höhe von – damals ausdrücklich grob geschätzten – rund 6,5 Millionen Euro die Rede. Inzwischen sind es rund 14,6 Millionen, und der Kreis sucht nach Möglichkeiten, die Kosten zu senken. Die Architekten glauben nicht daran, dass das geht. Ein Dilemma, das der Starnberger Ausschuss durch seine Verweigerung, dem nötigen Bebauungsplan zuzustimmen, noch verschärfte.

Ortschef Stefan Frey vermutet hinter der Ablehnung durch die Mehrheit aus WPS, BMS, BLS und FDP im Ausschuss eine Art Erziehungsmaßnahme für den Landrat. Der Ausschuss habe jedoch nur das Baurecht zu bewerten, nicht den Bauwerber. Die Verwaltung unter Bürgermeisterin Eva John habe sich auch für die Zustimmung ausgesprochen, merkte Weger an. Frey hingegen vermutet, dass die Stadt einen „Deal“ wolle, also Zustimmung zum Anbau gegen Zustimmung zum Richtungswechsel auf der Rheinlandstraßen als Beispiel. „Bleib da hart, Karl“, bat er den Landrat, der einem „unsittlichen Angebot“ eine Absage erteilen müsse.

Landrat Roth: Erste Schätzung ist das Problem

Roth denkt überhaupt nicht daran, sich den Anbau madig machen zu lassen. „Ich werde davon nicht abrücken, das haben meine Mitarbeiter nicht verdient“, betonte er. Er musste jedoch einräumen, dass sich aus heutiger Sicht die Schätzung von 6,5 Millionen Euro als unhaltbar darstellt für einen Anbau dieser Größe und dass es ein Fehler war, diese Summe zu nennen. Der Landrat ließ keinen Zweifel daran, dass der Anbau auch beschlossen worden wäre, wäre seinerzeit von zehn oder elf Millionen Euro die Rede gewesen. In der ersten Schätzung fehlten diverse Teile, so eine Verbindung zum bestehenden Amtsbau. 

Und die Schätzung basierte auf hochgerechneten Kosten des damaligen Baus aus den 1980er – und der wird gerade für mehrere Millionen unter anderem im damals unwichtigen EDV-Bereich aufgerüstet. An anderer Stelle mieten will der Landkreis nichts, weil zu aufwändig und zu teuer. Zudem will der Landrat auch aus Effizienzgründen seine Leute beisammen haben. 

Roth rechnet: Niedrigere Energieeffizienz brächte zwei Millionen

Die Haltung des Bauausschusses kann er nicht nachvollziehen: Es sei alles abgestimmt gewesen mit der Stadtverwaltung, und die Begründung im Ausschuss – der Kreis solle erstmal klären, was er will – sei rechtlich „kein Abwägungsgrund“ bei der Beurteilung von Bebauungsplänen, sagte Roth. Heißt andersherum: Der Beschluss wäre angreifbar. Der Landrat verzichtet darauf, weil die Stadt sich über die Kreisumlage am Anbau beteiligt und somit betroffen ist. „Wir drehen die Runde“, meinte er zu neuen anstehenden Gesprächen.

Am 28. April ist der Anbau Thema im Kreisbauausschuss, im Mai im Kreisausschuss und am 6. Juni im Kreistag. Einsparungen hält der Landrat für theoretisch: Man könnte die Energieeffizienz des Anbaus senken, das brächte zwei Millionen. Die würde der Kreis binnen acht Jahren dann für Heizkosten mehr ausgeben – und der Anbau soll viel länger halten.

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