Mobilfunk

Standorte als „schonendste Alternative“

Für Söcking sollen keine neuen Standorte für Mobilfunk-Sendeanlagen gesucht werden. Das stellte die Stadt klar, nachdem die Bürgerinitiative eine Verlagerung ins Spiel gebracht hatte.

Söcking – Die Stadt Starnberg sieht keine Veranlassung, erneut nach Mobilfunkstandorten in Söcking zu suchen. Das erklärte die Stadtverwaltung in einer Stellungnahme zu unserem Bericht über ein Schreiben der Bürgerinitiative Söcking an Stadtrat und Bürgermeisterin. Die Initiative um Klaus Urbasch hatte darin die bisherigen Gutachten als überholt eingestuft, weil sich die Mobilfunknutzung und die Technik weiterentwickelt hätten.

Mobilfunkmasten würden für eine Laufzeit von 20 Jahren und mehr geplant, heißt es in dem Schreiben aus dem Rathaus. Deswegen sei bei den Standortvergleichen auf Parameter zurückgegriffen worden, die vergleichbar seien und unabhängig vom technischen Stand der Sendeanlagen. Kernaussage: „Bei den geplanten Maststandorten Höhenweg und Friedhof liegen die spezifischen Immissionen rund 30 bis 70 Prozent unter den spezifischen Immissionen von typischen Dachstandorten.“ 

Der neue Standard 5G ist im Gespräch

Die Stadt räumt ein, dass „im Zuge stärkerer Nutzung der Mobilfunknetze die Sendeleistungen und damit die Strahlenbelastungen sowohl bei Dach- als auch bei Maststandorten“ ansteigen. Jedoch: Die Unterschiede blieben gleich, weil die Daten für alle Anlagen gleichermaßen gelten. Heißt: Da alle Anlagen, auch jene in Wohngebieten, mit der Zeit stärker werden, ergibt sich bei den beiden Standorten weiterhin ein Strahlungswert von 30 bis 70 Prozent unter dem Wert der Dachanlagen in Wohngebieten.

Zur Standortfrage teilte die Stadt mit: „Wie die Begutachtung ergab, führt ein weiteres Abrücken der Masten von der Bebauung in bestimmten Bereichen der Besiedelung aufgrund der begrenzten Reichweite der mobilen Breitbandnetze zu relevanten Einbrüchen der Versorgungskapazität, welche im Bereich der Bebauung absehbar einen neuen Bedarf an Mobilfunk-Standorten zur Folge hätten.“ Im Klartext: Würde man die Masten versetzen, wäre wohl eine weitere Anlage womöglich im Wohngebiet erforderlich, damit das Netz keine Lücken hat. Diese Feststellung werde auch bei neuen Funkstandards gelten – derzeit ist der neue Standard 5G im Gespräch, der allerdings noch nicht im Einsatz ist.

„Aus technischer Sicht kein Dachstandort erforderlich“

Zudem sieht das Rathaus die beiden strittigen Standorte Höhenweg und Friedhof in Kombination mit dem Mast auf dem Alersberg. „Die am Friedhof und am Höhenweg geplanten Masten ergänzen den Funkmast am Alersberg. In Söcking ist damit aus technischer Sicht künftig kein Dachstandort mehr erforderlich.“ Alle drei zusammen seien „hinsichtlich der Immissionsminimierung auch künftig die schonendste Alternative zur Mobilfunk-Versorgung Söckings“.

Für den Mast am Höhenweg soll das Genehmigungsverfahren wohl im Juni abgeschlossen werden. Liegt die Baugenehmigung vor, könnten Gegner klagen.

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa / Karl-Josef Hildenbrand

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