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Feuerwehrleute hatten den Brand in der Herrentoilette des Café Zeitlos in der Brunnangerhalle schnell gelöscht. Aufgrund der starken Rauchentwicklung blieb die Vereinsgaststätte fast drei Wochen lang geschlossen. Am 28. Dezember öffnet sie wieder.

Führen Zeugenaussagen auf die Spur des Täters?

Nach Brand: Brunnangerhalle wieder geöffnet - Kripo sucht Brandstifter

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Ein Brand in der Herrentoilette der Gaststätte Zeitlos ist dafür verantwortlich, dass die Starnberger Brunnangerhalle am 9. Dezember vorerst geschlossen bleiben musste. Nun sind die Halle und die Gaststätte wieder geöffnet. Derweil läuft die Suche nach dem Brandstifter.

Update vom 27. Dezember 2019: Fast drei Wochen war das Restaurant Zeitlos in Starnberg geschlossen. Nach dem Brand in der Herrentoilette der Vereinsgaststätte des TSV Starnberg am 9. Dezember musste der Betrieb aus Sicherheitsgründen eingestellt werden. An diesem Samstag um 9 Uhr öffnet das Lokal wieder für Gäste. Auch die Brunnangerhalle ist wieder „uneingeschränkt nutzbar“, wie Rathaussprecherin Sarah Buckel am Freitag mitteilte. Das hätten ein erfolgreicher Probelauf der Lüftungsanlage über die Feiertage und eine abschließende Reinigung ergeben.

Durch den Brand hatten sich schädliche Substanzen in der Lüftungsanlage der Halle abgesetzt, die auch mit der Küche des „Zeitlos“ verbunden ist. Deswegen hatte die Stadt Starnberg als Eigentümerin des Gebäudes die Schließung der Gaststätte angeordnet. Auch die Dreifachhalle sowie das Tanz-, Aktiv- und Fitnessstudio des TSV waren zeitweise von der Sperrung betroffen.

Versicherung ersetzt Pächtern des „Zeitlos“ den Ausfall

Für die Zeitlos-Pächter Florian Lang und Robin Kunzelmann fiel das gesamte Weihnachtsgeschäft aus. „Aber zum Glück haben wir eine Betriebsausfallversicherung“, sagt Lang erleichtert. Diese ersetzt den Wirtsleuten die Umsatzeinbußen.

Bei der Kriminalpolizei in Fürstenfeldbruck laufen die Ermittlungen derweil weiter auf Hochtouren, wie ein Sprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Nord am Freitag dem Starnberger Merkur sagte. Brandstiftung stehe „außer Frage“, betonte er. Bei der Suche nach dem Täter setzen die Beamten vor allem auf Zeugenaussagen. „Wir gehen verschiedenen Hinweisen nach“, sagte der Sprecher. Daraus ergäben sich immer wieder auch neue Ansatzpunkte.

Suche nach Brandstifter in Starnberg: Darum sind DNA-Spuren nutzlos

Mittels einer DNA-Spur den Brandstifter zu finden, ist dagegen ausgeschlossen. Zum einen hätten viele Personen die Herrentoilette benutzt, sodass es viele Spuren von Personen geben würde, die mit der Sache nichts zu tun haben. Zum anderen seien durch die massive Hitze- und Rauchentwicklung DNA-Spuren ohnehin vernichtet, erklärte der Polizeisprecher

Update vom 24. Dezember 2019: In der Brunnangerhalle in Starnberg ist seit dem vierten Adventswochenende wieder ein eingeschränkter Betrieb möglich. So kann das Aktiv-, Tanz- und Fitnessstudio wieder genutzt werden. Das hat die Stadtverwaltung am Montag mitgeteilt. Auch das Gutachten durch einen Sachverständigen liege mittlerweile vor. Demnach lägen die Schadstoffwerte nach dem Brand in allen Räumlichkeiten im unbedenklichen Bereich. „Eine Gefährdung durch Schadstoffe für die Nutzer ist auszuschließen“, erklärte Rathaussprecherin Lena Choi. 

Allerdings nehme die Reinigung der Lüftung durch eine Fachfirma noch einige Zeit in Anspruch, sodass der Restaurantbetrieb und die Sporthalle noch nicht wieder zur Verfügung stünden. Choi: „Die betroffenen Räumlichkeiten können erst geöffnet werden, wenn die Wartungsarbeiten der Lüftung komplett abgeschlossen sind.“ Ein konkreter Wiederöffnungstermin stehe deswegen noch nicht fest.

Feuer in Brunnangerhalle in Starnberg: Verdacht auf Brandstiftung

Update vom 12. Dezember 2019: Wie die Stadt Starnberg mitteilt, muss die Brunnangerhalle und das Restaurant „Zeitlos“ nach dem Brand weiterhin geschlossen bleiben. Eine Brandsanierungsfirma kann in der kommenden Woche mit der Erstreinigung beginnen. Um gesundheitliche Schäden für die Nutzer von Halle und Gastronomie auszuschließen, könne der Betrieb aber erst wieder aufgenommen werden, wenn eine „Schadstoffunbedenklichkeits-Bescheinigung“ vorliege, heißt es seitens der Stadt. 

Eine erste Untersuchung durch einen Sachverständigen hat bereits am Donnerstag stattgefunden. Dabei wurden Proben entnommen und an ein Labor geschickt. Die Ergebnisse liegen voraussichtlich Mitte nächster Woche vor. Erst auf dieser Grundlage kann ein konkreter Wieder-Eröffnungstermin der Brunnangerhalle und des Restaurants „Zeitlos“ genannt werden. Sollte das Testergebnis zeigen, dass keine Schadstoffkontamination vorliegt, können die Brunnangerhalle und das Restaurant „Zeitlos“ voraussichtlich Ende nächster Woche wieder in Betrieb genommen werden.

Erstmeldung vom 9. Dezember 2019:

Starnberg– Um 12.02 Uhr gestern Mittag wurde die Starnberger Feuerwehr über die Brandmeldezentrale alarmiert, dass in der Brunnangerhalle ein Feuer ausgebrochen ist. Innerhalb kürzester Zeit waren 15 Brandschützer der Feuerwehren Starnberg, Söcking und Leutstetten vor Ort und stellten fest, dass es in der Herrentoilette des Café Zeitlos brannte – mit starker Rauchentwicklung.

Ein Trupp mit Atemschutzmasken brachte das Feuer schnell unter Kontrolle. Laut Einsatzleiter Maximilian Maenner hatte ein Handtuchspender gebrannt. „Die gesamte Toilette war tief schwarz verraucht und verrußt“, sagte der stellvertretende Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Starnberg gegenüber dem Starnberger Merkur. Teilweise bröckelten wegen der starken Hitzeentwicklung Fliesen von den Wänden. „Verletzte gab es glücklicherweise keine“, sagte Maenner.

Um 14.15 Uhr rückten die Feuerwehrleute wieder ab. Dass niemand zu Schaden kam, lag auch daran, dass das Gebäude „standardmäßig“, wie Maenner sagte, sofort nach der Alarmierung geräumt wurde. Laut Benedikt Pohlus, Geschäftsführer und 3. Präsident des TSV Starnberg, hatten sich zu diesem Zeitpunkt Schüler und Lehrer der Berufsschule in der Halle aufgehalten. Im Vereinslokal „Zeitlos“ saßen rund zehn Gäste, weil das Mittagsgeschäft gerade erst startete, wie Pächter Florian Lang sagte. „Ein dickes Lob an die Feuerwehr, die haben hervorragende Arbeit geleistet“, sagte Pohlus.

Der Sachschaden beläuft sich nach Auskunft der Polizei auf rund 50 000 Euro. Ab heute will die Kripo Fürstenfeldbruck die Ermittlungen über die Ursache des Brandes aufnehmen. „Es gibt Hinweise auf Brandstiftung“, sagte ein Beamter der Pressestelle der Einsatzzentrale Ingolstadt.

Da sich durch den Brand des Handtuchspenders im gesamten Komplex toxischer Rauch ausbreitete, wurde das Gebäude komplett geschlossen. Die Gaststätte, die Dreifachhalle sowie das Tanz-, das Aktiv- und das Fitnessstudio wurden umgehend gesperrt. „Da das gesamte Gebäude, zum Teil auch durch die Lüftungsanlage, miteinander verbunden ist, breitete sich der Rauch schnell aus“, erklärte Pohlus. Am meisten war die Sporthalle betroffen, weshalb die Stadt Starnberg diese auch heute noch nicht frei gibt.

Ob die anderen Räumlichkeiten wieder geöffnet werden und die dort angesetzten Kurse stattfinden können, wird erst im Laufe des heutigen Tages nach einer näheren Begutachtung entschieden. Der Verein will seine Mitglieder kurzfristig über seine Homepage unter www.tsv-starnberg.de informieren. Das „Zeitlos“ bleibt auf jeden Fall noch am Dienstag zu.

In Augsburg hat in der Nacht es auf dem Christkindlesmarkt gebrannt. Die Einsatzkräfte waren wegen der Explosionsgefahr in Lebensgefahr.

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