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Finden das Vorgehen der Schule ungerecht: Susann Dohm und ihr zwölfjähriger Sohn Elias. 

Fall löst Entsetzen aus

Er ist auf Hilfe angewiesen:  Schule verbietet Bub (12) den Zutritt - „Abgefangen wie Verbrecher“

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Als die Schulbegleitung erkrankt, wird dem 12-jährigen Elias der Zutritt zur Schule verweigert. Die Regierung gibt der Schule recht für ihr Handeln.

  • Dem zwölfjährigen Elias aus Starnberg wurde der Zutritt in seine Schule verweigert
  • Der körperlichbehinderte Junge ist angewiesen auf eine Schulbegleitung
  • Die Familie des Jungen ist entsetzt über den Vorfall

    Starnberg – Wenn der Nikolaus die Schule besucht, ist das wohl einer der seltenen Anlässe, zu denen alle Kinder gern in den Unterricht gehen. Auch an der Starnberger Schlossbergschule war es am Freitag soweit. Elias Dohm konnte jedoch nicht dabei sein. Der Zwölfjährige hat eine Körperbehinderung und braucht deshalb Hilfe von einer Schulbegleitung. Diese war am Donnerstag erkrankt. Obwohl eine Vertreterin Elias daraufhin begleiten sollte, verweigerte die Schule ihm den Zutritt. Das löste bei seiner Mutter Susann Dohm (51) Entsetzen aus. Die Regierung von Oberbayern gab der Schule aber recht.

Starnberg: Schule verwehrt Jungen Zutritt - Begründung erstaunlich

Elias’ Mutter informierte die Schule vorab per Mail darüber, dass eine Vertretungskraft ihren Sohn begleiten wird. „Die Vertreterin ist eine Freundin der Familie, die meinen Sohn gut kennt“, sagt die 51-Jährige. Seitens der Schule hieß es zunächst, dass ein Schulbesuch mit einer Ersatzbegleitung nicht möglich sei. Daraufhin betonte Susann Dohm, dass ihr Sohn schulpflichtig sei und sie ihn am nächsten Tag mit seiner Schwester Amelie (7) und der Ersatz-Begleiterin zur Schule bringen würde.

Als die 51-Jährige dann mit ihren Kindern zur Schule kam, wurden die drei noch im Außenbereich von Schulleiterin, Konrektorin und Hausmeister abgefangen. Sie hinderten die Familie daran, das Gebäude zu betreten. Susann Dohm wies die Schulleiterin erneut darauf hin, dass sie eine Ersatzbegleitung organisiert hatte. Diese traf wenig später ein, doch die Schulvertreter ließen nicht mit sich reden. „Die Schulleiterin meinte, sie genehmigt das nicht, weil sie kein erweitertes Führungszeugnis für die Vertretung habe“, schilderte Susann Dohm die Situation. Laut ihrer Anwältin sei aber nur eine Stillschweigeerklärung nötig, die die Vertretung unterschreiben müsse.

Starnberg: Streit eskaliert - Polizei muss helfen

„Ich habe die Schulleiterin darauf hingewiesen, dass es für ihr Verhalten keine Rechtsgrundlage gibt und sie entgegnete, sie brauche dafür keine Rechtsgrundlage.“ Die Mutter drohte, die Polizei zu rufen. Das hatte derweil aber schon die Schule übernommen. Die Polizisten trafen ein und versicherten, dass Susann Dohm Elias mit nach Hause nehmen könne, ohne Konsequenzen wegen der Schulpflicht zu befürchten.

Während seine Schwester zum Unterricht gehen durfte, musste Elias nach Hause fahren. „Er hat geweint“, erzählte seine Mutter. Sie ist aufgebracht und erschüttert. „Alle Schulen sollten Inklusion umsetzen, aber in Bayern werden Kinder mit Behinderungen meistens in Förderschulen gesteckt“, kritisiert sie. Seit der UN-Behindertenrechtskonvention von 2009 besteht jedoch grundsätzlich ein Recht auf einen wohnortnahen inklusiven Schulplatz.

Stadt Starnberg: Keine Schule erfüllt Inklusion-Profil

In der Stadt Starnberg erfüllt bislang keine Grundschule das Profil Inklusion. Susann Dohm fordert, dass Starnberger Schulen die Voraussetzungen für inklusive Schulbildung schaffen. „Der Besuch einer Regelschule ist ein Grundrecht für jedes Kind“, betonte die 51-Jährige. Sie hätte sich von der Schule ein anderes Vorgehen gewünscht. „An einer guten Schule hätte jemand die Kinder betreut, während ich mit der Schulleiterin die Sache geklärt hätte“, sagt sie. „Stattdessen haben sie uns abgefangen wie Verbrecher.“

Video: Inklusives Lernen in Nürnberg - Schule zeigt spannende Methoden

Die Schule wollte sich nicht äußern und verwies auf das Staatliche Schulamt, das auf die Regierung von Oberbayern verwies. „Im Falle der Erkrankung des Schulbegleiters bleiben Schüler vorerst zuhause, bis über den Träger der Schulbegleitung ein offizieller Ersatz möglich ist“, teilte eine Regierungssprecherin mit. „Ein kurzfristig spontaner Ersatz durch eine Person aus dem Freundeskreis der Familie ist nicht praktikabel.“ 

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