Die Leutstettener und ihr altes Feuerwehrhaus: Kommandant Michael Rattelmüller (3.v.l.) mit Bürgern und Stadträten beim Ortstermin.
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Die Leutstettener und ihr altes Feuerwehrhaus: Kommandant Michael Rattelmüller (3.v.l.) mit Bürgern und Stadträten beim Ortstermin.

Altes Feuerwehrhaus Leutstetten

Stadträte wollen Bürger fragen

  • Peter Schiebel
    vonPeter Schiebel
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Was wird aus dem alten Feuerwehrhaus in Leutstetten? Das 1905 erbaute Haus an der Altostraße weist erhebliche Baumängel auf. Der Bauausschuss des Stadtrats erhofft sich Vorschläge aus einer Ortsteilversammlung, die sich mit der Zukunft des Gebäudes beschäftigen soll.

Leutstetten – Die Bausubstanz: katastrophal. Die Eigentumsverhältnisse: schwierig. Die Gesamtsituation: unbefriedigend. So in etwa stellt sich die Gemengelage beim alten Feuerwehrhaus in Leutstetten dar. Dieser Tage machten sich die Mitglieder des Bauausschusses des Stadtrats ein Bild von der Lage. Denn sie haben letzten Endes zu entscheiden, ob das 1905 erbaute Haus saniert werden soll.

Die Diskussion um die Zukunft des Feuerwehrhauses war im Zuge der Haushaltsberatungen aufgekommen. Bei den Vorschlägen für Einsparpotenziale hatte die Verwaltung nämlich auch die dringend erforderliche Sanierung des Gebäudes zur Disposition gestellt (wir berichteten).

„Der letzte Schritt wäre es, das Gebäude abzureißen und die Fläche neu zu gestalten, wie auch immer“, sagte Ludwig Jägerhuber (CSU) nun im Anschluss an den Ortstermin. Das Gebäude sei aber von hohem emotionalen Wert für Leutstetten, gab er zu bedenken. Sein Vorschlag, die Bürger im Rahmen einer Ortsteilversammlung einzubinden, wurde einstimmig angenommen. Ebenso der Auftrag an die Verwaltung, mit den Nachbarn bereits vorab Gespräche darüber zu führen, ob und wie das Gebäude trockengelegt werden kann.

Denn ohne die Nachbarn wird jede Sanierung an der Stelle noch schwieriger als ohnehin schon. Die Grundstücksgrenze endet nämlich quasi direkt bei einer Wand des Gebäudes. Und an die wurde vor etlichen Jahren Erde aufgeschüttet, um die höherliegende Bebauung in der Nachbarschaft gewährleisten zu können. „Die Feuchtigkeit ist das Hauptproblem“, sagte Michael Rattelmüller, der seit 25 Jahren Kommandant der Leutstettener Feuerwehr ist, den Stadträten. Dasselbe Problem zeige sich im Übrigen auch an der Mauer des Kriegerdenkmals, das unmittelbar an das Feuerwehrhaus anschließt. „Auch da dringt Feuchtigkeit ein“, erklärte Rattelmüller.

Aber was wird aus dem alten Feuerwehrhaus? Seit dem Umzug der Kameraden in das keine hundert Meter entfernte neue Feuerwehrhaus im Jahr 2012 hat das alte Gebäude an der Altostraße keine richtige Funktion mehr. Die Burschen nutzten es eine Zeit lang, derzeit dient es als Lager unter anderem für Biertischgarnituren und eine alte Feuerwehrpumpe. Das Wasser ist abgedreht, die Stromleitungen sind marode.

Ob es Ideen für eine Nutzung geben würde, wollte Annette Kienzle (Grüne) beim Ortstermin wissen. „Die Umwandlung in eine Wohnung wäre für Leutstetten interessant“, antwortete Rattelmüller. Wie es denn um die Bedeutung des Hauses stehe, fragte Rudolf Zirngibl (CSU). „Die Alteingesessenen würden verbittert reagieren, wenn man es wegtut“, erwiderte Rattelmüller. Es sei in Kombination mit dem Kriegerdenkmal eine der wenigen alten Ecken, die in dem Dorf noch vorhanden seien.

Ob die Stadträte das Geld für eine Sanierung locker machen, schien in der Sitzung dennoch fraglich. Die Sanierung sei angesichts der angespannten Haushaltslage „faktisch unmöglich“, sagte Marc Fiedler (FDP). Er könne nicht einschätzen, ob die Summe sechs- oder sogar siebenstellig werde. Zwar nicht ganz so weit, aber in die ähnliche Richtung überlegte auch Dr. Franz Sengl (Grüne). „Man muss sich gründlich überlegen, ob sich eine Sanierung noch lohnt.“

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