KATWARN löst für ganz Nürnberg aus - deutliche Warnung - Rauchsäule über Stadt

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„Bitte nicht noch mehr Verkehr“: Anwohner aus dem Bereich Waldspielplatz/Jahnstraße erhoffen sich noch eine andere Anbindung des Wiesengrunds. 

Wegen Baugebiet am Wiesengrund

Angst vor Chaos auf Straße und vor Spielplatz: Anwohner-Protest gegen mehr Verkehr

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Anwohner von Jahnstraße und Waldspielplatz sorgen sich um die Sicherheit, wenn das Neubaugebiet am Wiesengrund gebaut wird. Sie befürchten eine deutliche Zunahme des Verkehrs – und hoffen auf Alternativen.

Starnberg – Das Bild ist beeindruckend: Gut und gerne 90 Anwohner aus dem Bereich Jahnstraße und Waldspielplatz, darunter die Hälfte Kinder, haben für einen kurzen Moment die Fahrbahn blockiert und so auf ihren Frust und Ärger aufmerksam gemacht. Sie befürchten eine deutliche Verkehrszunahme in ihrem Viertel, wenn das Neubaugebiet am Wiesengrund gebaut wird und bezogen ist.

Bekanntlich entstehen am südwestlichen Ortrand von Starnberg insgesamt 126 Wohneinheiten – 51 Reihenhäuser in einem ersten und 75 Wohnungen in weiteren Bauabschnitten. Die rechtlich gesicherte Erschließung erfolgt über den Waldspielplatz zur B 2. Mögliche Alternativen über den angrenzenden Schmalzhof in Pöcking haben sich zerschlagen. Inwieweit auch der Obere Seeweg als Erschließung dient, ist offen. Nun wendet sich Anwohner Otto Böhm im Namen zahlreicher Nachbarn mit einem eigenen Vorschlag an die Öffentlichkeit.

Seine Idee: eine zusätzliche Straße vom nördlichsten Zipfel des Neubaugebiets parallel zum Waldrand auf den landwirtschaftlichen Weg, der parallel zur B 2 verläuft, und von dort zur Kreuzung B 2/Waldspielplatz/Mozartstraße. „Das wäre der kürzeste Weg und zudem auf Starnberger Gebiet“, sagt Böhm. In Schreiben an Stadt und Staatliches Bauamt Weilheim hat er diese Variante skizziert – ohne im Gegenzug jedoch auch nur ein Fünkchen Hoffnung zu erhalten.

Diese Straße würde über Landschaftsschutzgebiet führen, sagt Bürgermeisterin Eva John auf Anfrage des Starnberger Merkur. Zudem sei die Trasse weder mit dem inzwischen rechtskräftigen Bebauungsplan für den Wiesengrund noch mit der geplanten Regenwasserversickerung vereinbar. „Diese Trasse wird leider nichts“, sagt John.

„Man kann doch ein solches Gebiet nicht so planen“

Deren Argumente will Böhm nicht gelten lassen. So lasse sich ein Bebauungsplan beispielsweise ändern. Für ihn steht fest: „Ein Festhalten am derzeitigen Bebauungsplanung und der Verkehrserschließung bedeutet für alle Zukunft ein Verkehrschaos für den Waldspielplatz und besonders die Jahnstraße.“ Ganz unabhängig davon hält es Böhms Mitstreiter Günther Büttner für gerade absurd, ein so großes Neubaugebiet wie den Wiesengrund nur über eine einzige Straße anzubinden. „Man kann doch ein solches Gebiet nicht so planen“, sagt er.

Aber wie geht es nun mit der Erschließung weiter? Die Erschließung von Wohngebieten, wozu auch Böhms Vorschlag gehöre, sei generell eine städtische Angelegenheit, sagt Silke Schweigler, beim Staatlichen Bauamt Weilheim zuständige Abteilungsleiterin für den Landkreis Starnberg. Dennoch will das Bauamt bereits seit längerem die B 2-Knotenpunkte mit dem Oberen Seeweg und dem Waldspielplatz untersuchen lassen. Denn spätestens wenn der Verkehr aus dem Wiesengrund dazu komme, sie die Kapazität der Kreuzung erschöpft. Ein Umbau, ob Ampelkreuzung oder Kreisel, dürfte unausweichlich werden.

Ergebnisse dieser Untersuchungen gibt es bislang noch nicht. Schweigler sagte am Montag, dass ein Verkehrsgutachten erarbeitet werde, das die Leistungsfähigkeit der Punkte errechne. Ergebnisse würden vermutlich erst 2020 vorliegen.

Gehweg an der Jahnstraße gewünscht

Von diesen Untersuchungen erhofft sich auch Eva John einiges. „Die Kreuzung am Waldspielplatz muss ausgebaut und der Obere Seeweg muss angemessen an die B 2 angebunden werden“, sagt sie. Darüber hinaus komme es darauf an, das bestehende Straßennetz sicherer zu machen. Dazu soll auch die Errichtung eines Gehweges auf der Jahnstraße beitragen. Für diesen Freitag, 27. September, plant die Stadt einen Ortstermin, zu dem auch die Anlieger eingeladen sind. Treffpunkt ist um 15 Uhr an der Bushaltestelle Ernst-Heimeran-Weg.

Für Anwohner Böhm sind das alles „Scheingefechte“, wie er sagt. Er hat seine Argumente während der öffentlichen Auslegung der ersten Änderung des Bebauungsplans Wiesengrund vorgebracht. Sie werden in einer der nächsten Sitzungen des Starnberger Bauausschusses behandelt.

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