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Der Tutzinger-Hof-Platz von oben: Das Pflaster erwies sich erst im Lauf der Jahre als für bestimmte Personengruppen ungeeignet, nicht nur für Rollstuhlfahrer und Rollator-Nutzer. Nun sollen Gehwege eingerichtet werden – auf der Ostseite (unten) und auf der Nordseite (rechts). Dazu wird das Pflaster ausgebaut, bearbeitet und dann wieder verlegt. Nur für dieses Vorgehen bekommt die Stadt Fördermittel.

Tutzinger-Hof-Platz

Ausschuss ebnet Weg für ebenen Weg

Starnberg - Der Tutzinger-Hof-Platz wird barrierefrei umgebaut – der eigentliche Platz, nicht die Kreuzung. Das bestehende Pflaster soll für Wege ausgebaut, beschnitten und wieder eingebaut werden.

 Einstimmig hat der Bauausschuss des Stadtrates grünes Licht gegeben, das seit Jahren in der Kritik stehende Pflaster auf dem Tutzinger-Hof-Platz zu verändern und am östlichen und nördlichen Rand barrierefreie Wege zu schaffen.

Ausführlich schilderte Stadtbaumeister Stephan Weinl, wie es zum jetzigen Aussehen des Platzes zwischen Raiffeisenbank, historischem Gasthaus und der denkmalgeschützten Häuserfront auf der Nordseite des Platzes gekommen war: „Ihre Vorgänger wollten einen historischen Platz und haben sich deshalb für das grobe Kopfsteinpflaster entschieden.“ Die Probleme, die das mit sich brachte, seien erst hinterher so richtig erkannt worden. Der Platz weise zwar keine Schwellen auf, jedoch bedingten die teils sehr tiefen Fugen, dass er schwer zu begehen sei. Besonders Rollstuhlfahrer, Rollator-Benutzer und Menschen mit anderen Mobilitätseinschränkungen hatten sich wie berichtet immer wieder beschwert. 2015 stellte die FDP den Antrag, den Platz auf die Bedürfnisse dieser Personengruppen ausgerichtet umzubauen.

Umfangreiche Untersuchungen und Experimente haben laut Weinl dazu geführt, dass der Antrag der Liberalen erst jetzt dem Ausschuss vorgelegt werde, allerdings mit guten Lösungsvorschlägen. Drei Möglichkeiten hatten die Ausschussmitglieder zur Auswahl: Eine Gehwegfurt am östlichen und nördlichen Platzrand so zu verfugen, dass man eine ebene Fläche erhält (Kosten 47 000 Euro); das Großsteinpflaster dort ausbauen, schneiden und wieder einbauen sowie verfugen (98 000 Euro) oder ein Granitpflaster zu verlegen (94 000 Euro). Für Variante 2 erhalte die Stadt Mittel aus der Städtebauförderung, so dass sie voraussichtlich nur 58 000 Euro aus der eigenen Kasse bezahlen müsse, so Weinl. Dies sei auch die einzige Variante, die die Regierung von Oberbayern unter dem Gesichtspunkt der Barrierefreiheit für förderwürdig erachte. Behindertenverbände seien in die Variantenentwicklung eingebunden gewesen. Nach Angaben von Bürgermeisterin Eva John ist der Tutzinger-Hof-Platz beim Konzept der Barrierefreiheit – die Stadt Starnberg ist Modellkommune – Priorität Nummer eins, schon weil der dort festgestellte Mangel als „groß“ eingestuft worden sei.

Widerstand gegen den Umbau gab es im Ausschuss keinen. Gerd Weger (CSU) scheiterte mit dem Wunsch, zusätzlich einen diagonal verlaufenden Weg über den Platz anzulegen. Dr. Klaus Huber (WPS) bekam keine Zustimmung zu seinem Vorschlag, eine Busbucht anzulegen. Bisher hält der Bus am Rand des Platzes auf der Straße.

Von Barbara Irlbauer

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