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Die Aufgaben im diesjährigen Mathe-Abi stehen derzeit in der Diskussion. (Symbolbild)

Mathe-Prüfung unverhältnismäßig schwer?

Mathe-Abi zum Heulen auch im Landkreis

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Weinende Schülerinnen, Kritik am Text, eine Petition – das Mathe-Abitur dieses Jahres schlägt Wellen. Die Schulleiter sind geteilter Meinung, wie schwer die Aufgaben wirklich waren. Landesschülersprecher Joshua Grasmüller vom Landschulheim Kempfenhausen hat an den Minister geschrieben.

Landkreis – „Keine außergewöhnlichen Vorkommnisse.“ Auf diesen kurzen Nenner lassen sich die Reaktionen an den Gymnasien im Landkreis Starnberg auf die umstrittenen Abiturprüfungen im Fach Mathematik vom vergangenen Freitag bringen. Zumindest nach Einschätzung der Schulleiter.

Sylke Wischnevsky, Oberstudiendirektorin am Otto-von-Taube-Gymnasium, sagt, die Aufgabenstellung habe sich am „oberen Rand“ bewegt. Aber es sei machbar gewesen, da sei sie sich mit ihren Fachkolleginnen einig. „Die Prüflinge haben hart gearbeitet, und die zur Verfügung stehende Zeit haben sie ausgenutzt.“ Es habe von Schülerseite „keine spezifischen Reaktionen“ gegeben.

Fachbetreuer am Gymnasium Kempfenhausen fanden das Mathe-Abi anspruchsvoll

Die hat aber Elmar Beyersdörfer vom Gymnasium Landschulheim Kempfenhausen erfahren: „Es haben Mädchen geweint. Und eine Kollegiatin hat mich angesprochen und gemeint, sie habe die Prüfung anspruchsvoll gefunden.“ Das sehen auch die Kursleiter und Fachbetreuer am Kempfenhauser Gymnasium so. „Es wurden mehr Transferleistungen verlangt als in den Vorjahren“, erläutert der Schulleiter. Allerdings sei der Schwierigkeitslevel in den zurückliegenden Jahren auch mehr und mehr gesunken, „und jetzt ist es halt wieder anspruchsvoller geworden“.

Dieses Resümee ziehen auch die Verantwortlichen Lehrkräfte am Christoph-Probst-Gymnasium in Gilching. „Ein Fachlehrer sagt, es war niveauvoller als in den beiden zurückliegenden Jahren“, berichtet Oberstudiendirektor Peter Meyer. Und die Prüflinge, die sich mit den Aufgaben der beiden Vorjahre auf das Mathe-Abitur vorbereitet hätten, „die sind überrascht worden“. Zwei Teilaufgaben aus dem Bereich Geometrie seien „vom Format ungewöhnlich“ gewesen, so Meyer. Die hätten aber nur fünf Bewertungseinheiten von insgesamt 120 ausgemacht, „also eigentlich vernachlässigbar“.

Landesschülersprecher hat vom Kultusministerium Überprüfung erbeten

Joshua Grasmüller ist Landesschülersprecher und besucht die 11. Klasse am Gymnasium in Kempfenhausen. Er hat von vielen Mitschülern gehört, dass sie von dem Schwierigkeitsgrad der Aufgaben überrascht worden seien: „Sie hatten sich mit anderen Inhalten zu befassen als sie im Vorfeld geübt haben.“ Grasmüller hat im Namen des Landesschülerrates als legitimierte Vertretung aller 1,6 Millionen Schülerinnen und Schüler in Bayern, vom Kultusministerium eine Überprüfung der Aufgaben des Mathematikabiturs erbeten.

Richard Mertenbacher, Mitglied der Schulleitung am Starnberger Gymnasium und Kursleiter, spricht von „ein paar Gemeinheiten“ in den Aufgabenstellungen. Aber die Aufregung ist für ihn ein „Sturm im Wasserglas“. Die Prüfung habe so viele Standardaufgaben enthalten, „dass man keinen Sechser haben muss“. Die Kritik der Textlastigkeit kann Mertenbacher nachvollziehen – „das war etwas übertrieben. Aber von der mathematischen Seite her sei die Prüfung machbar gewesen. Ein Schüler habe ihm sogar erklärt, in den vergangenen Jahren noch kein Abitur gesehen zu habe, das so leicht gewesen sei wie heuer.

Schülerin vom CPG: „Keine Klausur war so schwer wie diese“

Eine Schülerin des Christoph-Probst-Gymnasiums Gilching berichtete gestern, dass eine ganze Reihe Mitschüler sich im Rahmen von „Abi-Crash-Kursen“ und Mathecamps sehr gründlich auf das Abitur vorbereitet hätte. „Mathe hat wieder Spaß gemacht“, sagte sie. Gemeinsam habe man sämtliche Klausuren seit 2013 durchgearbeitet. Sie habe sich selbst enorm verbessert, ihr Können jedoch nicht zeigen können. „Keine Klausur war so schwer wie diese.“  

Für Aufsehen sorgte ein Mann in Puchheim bei Fürstenfeldbruck, weil er immer wieder bei einem Spielplatz in der Nähe einer Schule auftauchte, bis zwei Frauen die Polizei riefen. Ein Schüler aus Bayern fordert derweil einige tausend Euro Fahrkosten, doch die Behörden winken ab.

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