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Letzte Startvorbereitungen: Die zwei Kilo schwere Kapsel stieg mit einem Heliumballon in die Luft. Projekt-Initiator Ulrich Krzyminski führte vor dem Start noch letzte Kontrollen durch. 

Nachbau von Apollo 11 startet von Landstetten aus erfolgreich in den Himmel - Später kommt die Polizei

Als Kapsel nach oben, als UFO nach unten

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Zwei Kilogramm schwer, angetrieben von einem Heliumballon und bepackt mit Pralinen, Postkarten und einer Hutnadel trat die „Apollo 11 reloaded“-Kapsel am Samstagabend ihre Reise von Starnberg aus in Richtung Weltall an. Obwohl nicht alles nach Plan verlief, ist Initiator Ulrich Krzyminski mit der Mission zufrieden.

Landstetten – Bis zum Mond konnte es die „Apollo 11 reloaded“ zwar nicht schaffen, aber immerhin in mehr als 30 Kilometer Höhe. Und auch eine Polizeistreife rief die Nachbildung der Apollo-11-Kapsel auf den Plan. Aber von vorne: Maschinenbauingenieur Ulrich Krzyminski (53) aus Kronberg in Hessen katapultierte am Samstagabend ein im Maßstab 1:10 nachgebildetes Modell der Apollo-11-Kapsel mithilfe eines Heliumballons in den Himmel. Anlass für die Mission war der 50. Jahrestag der ersten Mondlandung.

Über die Crowdfunding-Plattform Kickstarter konnte Krzyminski insgesamt knapp 1400 Euro Spendengelder für das Projekt sammeln (wir berichteten). Viele der Unterstützer waren am Samstagabend vor Ort, um mit eigenen Augen zu sehen, wie die Kapsel in Richtung Weltraum startete. Um exakt 18.25 Uhr stieg sie vom Flugplatz in Landstetten aus etwa zehn Minuten lang in die Luft, bevor sie aus dem Blickfeld der Beobachter am Boden verschwand.

Nach dreieinhalb Stunden landete das Flugobjekt in Brunnthal 40 Kilometer südöstlich von München – und sorgte dort für Furore. Denn ein besorgter Augenzeuge beobachtete die „Apollo 11 reloaded“ beim Landeanflug und informierte die Polizei. Nachdem eine Streife aus Unterhaching am Ort des Geschehens eintraf, gab es aber bald Entwarnung. Denn zwischenzeitlich waren auch Krzyminski und sein Forscher-Kollege Kurt Scheuer (62) aus Söcking vor Ort und klärten den Vorfall auf. Ihre Kapsel bekamen die beiden daraufhin von den Polizeibeamten ausgehändigt, sodass der Datenauswertung nun nichts mehr im Weg steht.

Wie hoch die „Apollo 11 reloaded“ genau gestiegen ist, ist bisher zwar noch nicht ermittelt. „Wir können aber bereits jetzt sagen, dass sie zwischen 30 und 40 Kilometer hoch in der Luft war“, berichtet Krzyminski. Das lasse sich aus der Flugdauer der Flugbahn schließen. Ein besonderes Schmankerl für alle heimatverbundenen Starnberger: Krzyminski hatte an seiner Kapsel auch zwei GoPro-Kameras befestigt. Sie produzierten Luftbilder von Starnberg und Umgebung.

Und die „Apollo 11 reloaded“-Kapsel hatte noch mehr Gepäck an Bord: eine Hutnadel, Pralinen, eine Münze und Postkarten. Diese Gegenstände schickten einige der Spender mit in Richtung Weltraum. „Die Kapsel ist relativ weich am Rande eines Kornfeldes gelandet und vollkommen heil“, erzählt Krzyminski. Dasselbe gilt auch für ihren Inhalt. Die Gegenstände gehen nun wieder an die Spender zurück, versehen mit einem Zertifikat, dass sie so weit oben waren.

Aus den entstandenen Luftbildern wollen Krzyminski und Scheuer einen Film anfertigen – dabei werden sie von Scheuers Sohn Ferdinand (27) tatkräftig unterstützt. „Außerdem möchten wir nächstes Jahr wieder ein Projekt mit Kickstarter durchführen“, kündigt Scheuer an. Was die beiden genau vorhaben, will er noch nicht verraten.

Um die Raumfahrt soll es zumindest nächstes Jahr aber nicht gehen. Krzyminski und Scheuer werden diesem Thema jedoch nicht ganz den Rücken kehren, denn: „Die Kapsel ist wiederverwertbar“, sagt Krzyminski. Er könne sich gut vorstellen, sie erneut in die Erdatmosphäre steigen zu lassen.

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