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Auch auf dem Parkdeck am Bahnhof Nord könnte es teurer werden. 

Parken in Starnberg

Autofahrer, zur Kasse, bitte

Die Parkgebühren in der Stadt sollen differenzierter werden – und künftig sollen auch Pendler eine geringe tägliche Gebühr entrichten. Der Stadtrat soll die Neuregelung am Montag beschließen.

Starnberg - Mit dem kostenlosen Parken für Pendler ist bald Schluss: Stimmt der Stadtrat am kommenden Montag zu, werden an den beiden Starnberger Bahnhöfen 50 Cent bis 1 Euro fürs Parken fällig – also je nach Arbeitstagen zwischen 10 und 25 Euro. Die Stadt wird demnach in fünf Zonen mit unterschiedlichen Kosten und Höchstparkzeiten unterteilt. Widerstand regte sich im Haupt- und Finanzausschuss nicht.

Hintergrund für die Neufassung ist der Wille, Dauerparker von den Parkplätzen fernzuhalten – das hatte zuletzt zu Änderungen bei den Parkregeln an Landratsamt und Seebad geführt. Vor allem der Schotterparkplatz zwischen Bahnhof See und Ludwigstraße soll auch wirklich Parkplatz und kein Fahrzeug-Lager oder Übernachtungsort sein. Dort bekommt man schon am frühen Vormittag keinen Platz mehr, was nach Einschätzung des Rathauses zu erheblichem Parksuchverkehr in der Innenstadt führt. Eine zwischenzeitlich erwogene Lösung mit Dauerkarten wurde aber verworfen.

Die neuen Zonen sollen sein:

Innenstadt:In der Innenstadt südlich der Hauptstraße bis zum See ändert sich nicht viel. Parkgebühren werden täglich zwischen 9.30 und 18 Uhr erhoben – bisher waren es 24 Stunden. Die Höchstparkdauer soll wie bisher zwei Stunden betragen. Die Preise bleiben. Zielgruppe dort sind Kunden der Geschäfte.

Tutzinger-Hof-Platz:Am Tutzinger-Hof-Platz gelten die Regeln aus der Innenstadt mit einem Unterschied – dort liegt die Höchstparkdauer bei einer Stunde, da man dort einen höheren Wechsel auf den Parkplätzen will.

Seebad/Landratsamt: Die Regelungen an Landratsamt und Seebad bleiben unverändert. Dort beträgt die Höchstparkdauer elf Stunden und kostet dann 10 Euro. Die erste Stunde ist kostenlos, daher sind es zwölf Stunden.

Bahnhof Nord: Bisher nicht bewirtschaftet wird der Bereich am Bahnhof Nord, insbesondere das dortige Parkdeck. Zielgruppe sind ÖPNV-Nutzer, also vor allem Pendler. Der Förderbescheid aus den frühen 2000er Jahren zum Bau des Parkdecks lässt es laut Bürgermeisterin Eva John zu, ein Entgelt für die Nutzung zu erheben – solange der Bau den ÖPNV-Nutzern dient. Zwei D-Mark pro Tag waren seinerzeit die Grenze; deswegen hält die Stadt 50 Cent pro Tag für angemessen. Theoretisch denkbar wäre, dass nun Pendler – etwa aus Pöcking – zum Bahnhof Nord fahren und dort mit der S-Bahn nach München; das wäre einige Euro billiger, als von Pöcking aus zu fahren. Im Rathaus erwartet niemand, dass das einer wirklich macht wegen weniger Euro, dafür aber quer durch Starnberg fahren muss. Für Urlauber, die ihr Fahrzeug mehrere Tage im Parkdeck abstellen wollen und mit der S-Bahn beispielsweise zum Flughafen fahren, soll noch eine gesonderte Lösung gefunden werden.

Bahnhof See: Für ÖPNV-Nutzer und Stadtbesucher soll der Schotterplatz mit etwa 140 Plätzen auch wirklich zur Verfügung stehen. Dort sollen rund um die Uhr Gebühren zu zahlen sein, allerdings getrennt nach Pendlern und Besuchern. ÖPNV-Nutzer dürfen für einen Euro 24 Stunden parken, müssen bei Kontrollen an der Ausfahrt jedoch die Fahrkarte als Beleg vorweisen. Besucher zahlen 1,50 Euro für maximal vier Stunden, also höchstens sechs Euro. Die Kontrollen sollen von der Parküberwachung vorgenommen werden; wer einen 1-Euro-Parkschein hat und keine Fahrkarte, bekommt einen Strafzettel. Schranken oder dergleichen soll es nicht geben, nur einen Parkscheinautomaten und die entsprechende Beschilderung. Stefan Frey (CSU) kritisierte diese Lösung als zu kompliziert und unpraktikabel. Besser sei doch, statt zwei Tarifen am Bahnhof See nur einheitlich zwei Euro von allen zu verlangen. John lehnte dies ab – zwei Euro wären für Pendler wohl zu teuer. Solche Systeme seien in München an Park & Ride-Plätzen zudem üblich. Die Preise am Bahnhof See sind höher als am Bahnhof Nord, weil sonst der Tarifsprung bei der S-Bahn Pendler aus anderen Orten anlocken könnte – zumal nur am Bahnhof See die beliebten und schnellen Regionalbahnen halten.

Die neuen Vorgaben müssen vom Stadtrat erst noch beschlossen werden. Die Verordnung regelt nicht, wie Anwohner und Mitarbeiter parken dürfen. Von 18 bis 9.30 Uhr ist es in der Innenstadt sowieso unerheblich. Auf der Schotterfläche am Bahnhof See hingegen muss eine Festlegung getroffen werden; dies könne aber im Einzelfall entschieden werden, heißt es in der Vorlage der Stadt. Bisher geltende Ausnahmen nach der Straßenverkehrsordnung gelten weiter. Die neuen Regeln werden nach einem Beschluss gültig, sobald sie veröffentlicht sind – das wäre dann wohl im Juli oder August.

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