+
Der Tunnelbau wird für die Stadt Starnberg wohl teurer als zunächst angenommen. (Archivbild)

Stadt Starnberg muss mitzahlen

Tunnelbau: Sechs Umbauten, vier Bagatellfälle

  • schließen

Sechs Kreuzungen im Starnberger Stadtgebiet müssen für den B 2-Tunnel umgebaut werden. Daran muss sich die Stadt wohl wider erwarten ebenfalls finanziell beteiligen.

Starnberg – Auf die Stadt Starnberg werden im Zuge der Tunnelbauarbeiten offenbar mehr Kosten zukommen als bislang gedacht. Dabei geht es um die Umbauten bestehender Kreuzungen, die für das Projekt notwendig werden. Das wurde in der jüngsten Sitzung des Stadtrats bekannt, als das Thema auf Antrag von Markus Mooser (WPS) vom nichtöffentlichen in den öffentlichen Teil verlegt wurde. Es ging um den Abschluss von Verwaltungsvereinbarungen mit dem Staatlichen Bauamt.

In der nur kurzen Diskussion gab es altbekannte Positionen zu hören. Während Mooser von einer „Unverschämtheit“ sprach und den staatlichen Baubehörden vorwarf, sich nicht mehr an das zu halten, was einst besprochen wurde, sah CSU-Stadtrat Stefan Frey in dem Thema nicht mehr als eine „technische Vereinbarung“. Die anderen Stadträte sahen inhaltlich keinen Diskussionsbedarf.

Sechs Kreuzungen müssen umgebaut werden

Durch den Tunnelbau müssen sechs Kreuzungen im Stadtgebiet umgebaut werden. Dabei handelt es sich um die Knotenpunkte der B 2 mit der Franz-Heidinger-Straße, der Leutstettener Straße, der Gautinger und Uhdestraße, der Moos- und Perchastraße, der Strandbadstraße sowie der Petersbrunner Straße. Wer für welche Kosten aufkommen muss, ist gesetzlich geregelt, unter anderem im Bundesfernstraßengesetz.

Dabei gibt es auch eine sogenannte Bagatellklausel, wie Bürgermeisterin Eva John erläuterte. Diese besagt: Liegt die Verkehrsbelastung der Gemeindestraße um mindestens 20 Prozent unter der der Bundesstraße, dann übernimmt der Bund die Umbaukosten komplett. Ist die Verkehrsbelastung höher, muss sich die Kommune, in dem Fall also die Stadt Starnberg, beteiligen. Zur Ermittlung des jeweiligen Anteils gibt es eine Formel, die die Straßenbreiten und die Verkehrsbelastungen berücksichtigt.

Für die meisten Umbauten muss die Stadt nichts bezahlen

Wie John erklärte, fallen unter die Bagatellklausel der Umbau der Einmündung Franz-Heidinger-Straße, der Kreuzung B 2/Gautinger Straße/Uhdestraße, der Kreuzung B 2/Moosstraße/Perchastraße und der Einmündung B 2/Strandbadstraße. Für all diese Umbauten muss die Stadt also nichts bezahlen.

Anders schaut es beim Umbau der Kreuzung B 2/Leutstettener Straße aus. An dem muss sich die Stadt beteiligen. Nach Angaben Johns liegt eine Kostenschätzung des Staatlichen Bauamts Weilheim über 1,998 Millionen Euro vor. Diese Schätzung ist allerdings knapp zweieinhalb Jahre alt. Eine aktuelle Kostenfortschreibung gebe es nicht, sagte John. Von den Kosten müsse die Stadt nach Berechnungen des Straßenbauamts 37,98 Prozent übernehmen.

Nicht eingerechnet sind dabei die Überlegungen, die der Projektausschuss Verkehr des Stadtrats vor einigen Wochen beschlossen hatte: die Umgestaltung der äußeren Leutstettener Straße zur Einbahnstraße und Wegfall der Linksabbiegespur von der B 2 in die innere Leutstettener Straße. Der Auftrag für den Kreuzungsumbau soll zusammen mit dem Tunnelbau Ende 2020 vergeben werden.

Eine Kostenschätzung von 2017 beläuft sich auf 1,348 Millionen Euro

Bleibt der Neubau der Einmündung B 2/Petersbrunner Straße. Auch hier gebe es eine Kostenschätzung vom Juni 2017, erklärte John. 1,348 Millionen Euro seien damals genannt worden. Die Stadtverwaltung steht jedoch auf dem Standpunkt, dass sie für den Kreuzungsbau nichts zu zahlen hat. Schließlich soll die Petersbrunner Straße nach Fertigstellung des Tunnels die Haupterschließung für das Starnberger Gewerbegebiet und zu einer Staatsstraße heraufgestuft werden.

Alles in allem geht John davon aus, dass sich der Anteil der Stadt an den Gesamtkosten des Tunnels bis ins Jahr 2026 deutlich erhöhen werde. Mit 18:10 Stimmen beschloss der Stadtrat schließlich, aktualisierte Vereinbarungsentwürfe an das Staatliche Bauamt zu übermitteln.

Am Starnberger See steht jetzt eine ganz besondere Immobilie zum Verkauf. Eine Wohnung im kaiserlichen Schloss von „Sissi“. Allerdings hat die einen fürstlichen Preis.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Kira Weidle nur auf Rang 22
Das war nicht ihr Rennen: Die Starnberger Skirennläuerin Kira Weidle landete am Freitag bei der Weltcup-Abfahrt in Crans Montana nur auf dem 22. Platz. Am Samstag bietet …
Kira Weidle nur auf Rang 22
Schatz aussuchen – und dann bitte lächeln
Wer schon immer Teil einer Ausstellung im Museum sein wollte – das ist die Chance: An diesem Freitag und Samstag können sich Starnberger für die Ausstellung „Schätze …
Schatz aussuchen – und dann bitte lächeln
Bürgermeister Walter: „Vorbildwirkung für den Nachwuchs“
Bürgermeister Walter: „Vorbildwirkung für den Nachwuchs“
Bürgermeisterwahl 2020 im Landkreis Starnberg: Wahlen und Kandidaten
Die Bürgermeisterwahl 2020 im Landkreis Starnberg wird spannend. Hier finden Sie einen Überblick über Gemeinden und Kandidaten bei der Kommunalwahl.
Bürgermeisterwahl 2020 im Landkreis Starnberg: Wahlen und Kandidaten

Kommentare