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Die Bauarbeiten an der Petersbrunner Straße in Starnberg sorgen seit einiger Zeit für Verdruss unter den Anliegern.

Unverständnis über Absage der Asphaltierarbeiten

Baustellen-Frust unter den Gewerbetreibenden an der Petersbrunner Straße

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Die Baustelle auf der Petersbrunner Straße in Starnberg sorgt bei den anliegenden Gewerbetreibenden zunehmen für Frust. Zudem herrscht Unverständnis über die Absage der Asphaltierarbeiten am Samstag.

Starnberg – Seit Monaten die Baustelle, nun auch noch das Hin und Her um die geplanten und dann wieder verschobenen Asphaltarbeiten: Die Nerven der Anlieger an der Petersbrunner Straße liegen blank. „Bei uns tobt seit Monaten das Chaos“, sagt Bernd Krüger, Inhaber des gleichnamigen Haustechnik-Unternehmens, am Freitag im Gespräch mit dem Starnberger Merkur. „Das ist geschäftsschädigend und nicht mehr zumutbar“, pflichtet ihm Andreas Böhme, Geschäftsführer der Holzzentrale Starnberg, bei.

Was Krüger aktuell ärgert: Am Montag hätten die Geschäftsleute die Nachricht von der Stadt erhalten, dass die Petersbrunner Straße an diesem Samstag wegen Asphaltarbeiten komplett gesperrt ist. Also gab der Geschäftsmann seinen Mitarbeitern frei und bereitete sich auf die Schließung von Bäderausstellung und Lagerverkauf vor. Am Donnerstag folgte der Rückzieher der Verwaltung – allerdings nicht mehr direkt mit den Anliegern, sondern via Pressemitteilung (wir berichteten). „Die Asphaltierungsarbeiten können witterungsbedingt nicht durchgeführt werden“, teilte Rathaussprecherin Sarah Buckel mit. Also disponierte Krüger wieder um, sein Geschäft hat normal geöffnet.

Verstehen kann er das Hin und Her aber nicht – schließlich sagen die Meteorologen für Samstag stabile Plusgrade von rund sechs bis acht Grad voraus. Warum dann auf der Petersbrunner Straße nicht asphaltiert wird, am Mittwoch bei niedrigen Temperaturen auf der Münchner Straße aber asphaltiert wurde, ist für den Geschäftsmann ein Rätsel.

Für Krüger ist das Ganze aber nur die Spitze des Eisbergs. Überall im Baustellenbereich würden leere Paletten, Müll und Bauschutt herumliegen, ärgert er sich. Durch die Verkehrsführung würden Mitarbeiter und Kunden abends bis zu einer halben oder Dreiviertelstunde im Stau stehen, um die Petersbrunner Straße überhaupt in Richtung Moosstraße verlassen zu können. Schleichverkehre und Staus würden nicht nur die Nerven strapaziere, sondern auch die Umwelt belasten.

Dazu kämen viele Kleinigkeiten. So stehe eine Baggerschaufel seit mehreren Tagen ohne bewegt zu werden vor seiner Einfahrt. Das Vorbeifahren sei zwar möglich, aber schwierig. Ein paar Meter weiter würde die Schaufel niemanden stören, sagt Krüger, der knapp 50 Mitarbeiter hat und über einen Fuhrpark von 35 Fahrzeugen verfügt, die täglich teils mehrfach über die Baustelle rumpeln müssen.

Von besonderen Blüten kann auch Holzzentrale-Chef Böhme berichten. So sei ihm zugesagt worden, dass mindestens eine seiner beiden Grundstückszufahrten immer nutzbar sei. Dann jedoch sei eine Ausfahrt ausgebaggert gewesen, die zweite zur Hälfte und auf dem Rest der Fläche habe der Bagger gestanden. „Der Frust ist riesig“, sagt Böhme. Es wäre besser gewesen, erst das Haus am Ende der Petersbrunner Straße abzureißen und zumindest eine Behelfsausfahrt auf die B 2 einzurichten. So aber sei die Petersbrunner Straße hinten dicht – und vorne teilweise auch.

Wie es derweil mit den Asphaltarbeiten weitergeht, ist offen. Die Stadt hat Samstag in einer Woche, 14. Dezember, als Ausweichtermin benannt. Die Entscheidung darüber ist für Mittwoch angekündigt. Sollte es auch dann nicht klappen, sei Februar 2020 angepeilt. Das wiederum hält Bernd Krüger für blauäugig. „Januar und Februar sind normalerweise die kältesten Monate im Jahr.“ Für diesen Samstag haben die Anlieger übrigens unterschiedlich reagiert. Der Wertstoffhof des AWISTA zum Beispiel hat geöffnet, der TÜV geschlossen. ps

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