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Ehemalige und derzeitige Kindergartenkinder des Maria-Kempter-Kindergartens in Starnberg feierten gemeinsam den Abschied der beliebten Erzieherin: Sibylle Giuffredi (mittendrin) geht nach 42 Jahren in den Ruhestand.

Die Leiterin des Maria-Kempter-Kindergartens, Sibylle Giuffredi, geht in Ruhestand

Bewegender Abschied nach 42 Jahren: Bei ihr ging ganz Söcking in den Kindergarten

Sie kennt ganz Söcking und halb Starnberg: 42 Jahre lang hat Sibylle Giuffredi mit den Kindern des Maria-Kempter-Kindergartens in Söcking gespielt, gekuschelt und ihnen Ratschläge erteilt. Jetzt geht sie in den Ruhestand.

Söcking 3000 Kinder hat Sibylle Giuffredi durch den Maria-Kempter-Kindergarten in Söcking begleitet, 42 Jahre dort als Erzieherin gearbeitet und davon 20 Jahre lang die Leitung inne gehabt. Nun geht die 65-Jährige in den Ruhestand, nicht ohne großes Abschiedsfest im Kindergarten: 250 Eltern, ehemalige und derzeitige Kindergartenkinder sowie Freunde feierten die Kindergartenleiterin, die nun von Gabriele Bödewadt (49) abgelöst wird.

„Ich freue mich sehr über die Wertschätzung der Kinder und der Eltern“, sagt Giuffredi, die selbst Mutter und Oma einer Enkeltochter ist. Jedes einzelne der derzeit 98 Söckinger Kindergartenkinder, die sie übrigens alle beim Namen kennt, hat ihr viele gute Wünsche mit auf den weiteren Weg gegeben. „Ein Kind hat mir ein Einhorn gewünscht, um das ich mich kümmern kann.“

Auch die Ehemaligen sind ergriffen: „Es kommen so viele Erinnerungen hoch, jetzt, wo ich wieder hier bin“, sagt zum Beispiel die 47-jährige Andrea Stolze. Ebenso wie ihr Sohn, ging auch sie als Kind schon in Giuffredis Gruppe. „Das ist das Unglaubliche, dass ich viele Kinder habe, deren Eltern auch schon bei mir waren“, sagt Giuffredi. Einer der Ehemaligen ist Kabarettist Andrè Hartmann. Vor 39 Jahren kam er im Maria-Kempter-Kindergarten unter ihre Obhut. Hartmann ist heute gefragter Kabarettstar, der auch schon auf dem Nockherberg in München auf der Bühne stand. Am Freitag moderierte er mit kabarettistischen Einlagen das Abschlussfest für seine frühere Erzieherin. „Ich habe damals oft meine Hausschuhe vergessen“, erinnert er sich.

Fleißige Helfer schenkten Punsch aus, verteilten 300 Bratwurstsemmeln und verarbeiteten zehn Kilogramm Waffelteig. Die Organisation des Ganzen hatte Nina Firnkäs übernommen, selbst einmal Kindergartenkind – natürlich – und Mutter der nächsten Generation, die von Guiffredi betreut wurde. Die hatte viele Anekdoten zu erzählen. Das Abschiedslied, das alle gemeinsam am Ende miteinander sangen, stammt aus der Feder des Elternbeirats.

Bevor sie den Kindergarten nun in Gabriele Bödewadts Hände legt, gibt Giuffredi ihren Kindern noch ein ganz besonderes Geschenk mit auf den Weg: „Ich habe ein Buch für sie geschrieben.“ In Giuffredis „Grüß mir den Mond“ geht es darum, was eigentlich nachts im Maria-Kempter-Kindergarten passiert. Tagsüber spielen die Kinder dort, aber nachts verwandelt er sich in einen Tiergarten. Die Geschichte ist mit Fotografien von Zimmern, Lieblingsplätzen und vielen Zeichnungen illustriert. „Ich habe 150 Stück drucken lassen“, sagt Giuffredi.

Was sie nun mit ihrer freien Zeit anstellt, weiß sie noch nicht. „Es ist mein Plan, keinen Plan zu haben. Ich warte ab und bin offen für alles.“ Diese Einstellung teilt auch Nachfolgerin Bödewadt. „Es ist ein toller Kindergarten“, sagt sie. „Ich bin sehr herzlich aufgenommen worden.“ Im Frühling hatte sich die Sozialpädagogin beworben. Sie hat selbst zwei Kinder und treibt gerne Sport. Was den Kindergarten betrifft, so will sie nichts großartig verändern. „Jedes Kind hat mir eine Tulpenzwiebel geschenkt und eingepflanzt. Ich hoffe, dass wir zusammen bis zum Frühling den Kindergarten erblühen lassen können.“

Von Vanessa Lange

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