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BLS nominiert Patrick Janik

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Ein Team für die Kommunalwahl: Die BLS nominierte am Dienstagabend Patrick Janik (3.v.l.) als Bürgermeisterkandidat. Die Bürgerliste mit Axel Wahmke, Michael Mignoli, Franz Heidinger, Johannes Bötsch und Thomas Schubert (v.l.) steht hinter dem 43-Jährigen, der auch von CSU, SPD und UWG aufgestellt wurde. © Stefan Schuhbauer-von Jena

Die vierte Starnberger Gruppierung unterstützt Patrick Janik als Bürgermeisterkandidat für die Wahl im März 2020. Nach CSU, UWG und SPD votierte auch die BLS für den 43-jährigen Juristen. Vor Jahren wäre das noch undenkbar gewesen.

Starnberg – Der B 2-Tunnel ist bei der Bürgerliste Starnberg (BLS) ein sensibles Thema. Walter H. Jann gründete die Gruppierung einst, um eine Umfahrung zu erreichen. Das heißt nicht, dass die BLS den Tunnel zwangsläufig mit allen Mitteln bekämpft, beliebt ist er dort aber nicht bei allen. Dass die BLS nun ohne Gegenstimme Patrick Janik als Bürgermeisterkandidat unterstützt, ist bemerkenswert – und ein Zeichen dafür, wie sehr weite Teile der Starnberger Kommunalpolitik einen Wechsel an der Stadtspitze wollen. Fraktionschef Michael Mignoli: „So kann es nicht weitergehen.“

Die BLS sieht sich im aktuellen Stadtrat in einer Sonderrolle. Sie sei die einzige Fraktion mit Kontakten zu allen anderen. Das liegt auch an ihrer Meinungsvielfalt: Ein Teil ist etwa für den Tunnel, ein Teil dagegen. Ähnlich ist es bei Seeanbindung und anderen Themen. Das macht Janik seine Rolle nicht einfacher, und er wich von seinen Standpunkten aber nicht ab. 

Janik werde bezüglich der Umfahrung jede Lösung nach Prüfung umsetzen

Insbesondere bei der Umfahrung, Hauptthema der BLS, sagte er jedoch zu, er würde als Bürgermeister nach einer intensiven Prüfung jede Lösung umsetzen, auch wenn er sie selbst nicht für gut hielte. Er hält den Tunnel für eine „gigantische Entlastung“. Er rechnet nicht damit, dass das Bürgerbegehren den Tunnel in Frage stellen kann. Seine Unabhängigkeit betont der derzeitige UWG-Stadtrat durch den Verzicht auf eine Stadtratskandidatur im März, er wird auf keiner Liste stehen. Das heißt auch: Wird er nicht Bürgermeister, sitzt er auch nicht im Stadtrat.

Janik nannte Eckpunkte seines Programmes: Das Gewerbegebiet Schorn müsse behutsam entwickelt werden und brauche unbedingt einen Vollanschluss an die Autobahn, damit der Verkehr nicht durch Wangen und Schäftlarn fließt. Die A 952 sollte zur Bundesstraße abgestuft werden. Beim Einheimischenmodell Am Wiesengrund müsse man umgehend mit dem Geschosswohnungsbau beginnen, ein Anschluss des neuen Wohngebiets an den Kreisel Maxhof ist Janiks Ziel. Ein Parkdeck am Seebad hält er für nötig, jenes am Bahnhof Nord will er erweitern.

Janik will in puncto Seeanbindung einen Rechtsstreit vermeiden

Bei der Seeanbindung setzt Janik auf Kooperation mit der Bahn, nicht auf einen Rechtsstreit. Über Ursachen der Misere will er nicht groß reden: „Die Verträge sind nun einmal da.“ In der Stadtratsarbeit will er als Bürgermeister für Kooperation sorgen; derzeit sei es eine Gegnerschaft zwischen Rat und Bürgermeisterin. Derzeit erkennt Janik insbesondere bei Verkehrsfragen einen Hang zu Prestigeprojekten der Bürgermeisterin, die sich als Macherin profilieren wolle. Einige Verkehrsführungen, merkte ein Mitglied an, seien anders als im Rest des Landes.

Von den 16 wahlberechtigten Mitgliedern stimmten 15 für Janik als Kandidat der BLS – er wird nicht unterstützt, sondern ist offizieller Kandidat. Ein Mitglied enthielt sich der Stimme. Janik freute sich über das Ergebnis ohne Gegenstimmen: „Das ist ja besser als bei der CSU.“ Der 43-Jährige ist damit Kandidat von CSU, SPD, UWG und BLS, alle haben ihn aufgestellt. An der Zahl der Mitbewerber hat sich zuletzt nichts geändert: Eva John (BMS) tritt wieder an, die Grünen setzen auf Kerstin Täubner-Benicke und die FDP auf Marc Fiedler.

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