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Zünsler weiter auf demVormarsch

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Buchsbaumzünsler
Buchsbaumzünsler © picture alliance / Bernd Weissbr / Bernd Weissbrod

Der Buchsbaumzünsler breitet sich weiter aus. Das Landratsamt rechnet damit, dass er heuer auch den Starnberger See erreicht. Ist ein Baum befallen, gibt es kaum Rettung.

LandkreisSpätestens seit dem Volksbegehren Artenvielfalt ist Insektenschutz für fast jeden ein Thema – doch eines der Krabbeltiere will niemand im eigenen Garten antreffen: den Buchsbaumzünsler. Der ostasiatische Kleinschmetterling beziehungsweise seine gepunkteten Raupen befallen, wie der Name vermuten lässt, Buchsbäume. Greift der Zünsler die Buchsbaumblätter an, verfärben sich diese braungrau.

Nachdem sich der Schädling im vergangenen Jahr zum ersten Mal vermehrt im Fünfseenland blicken hatte lassen, hat Jürgen Ehrhardt, Fachberater für Gartenkultur und Landespflege beim Landratsamt Starnberg, nun erneut schlechte Nachrichten für die Gartler: Der Buchsbaumzünsler ist zurück. „Es trudeln langsam erste Meldungen von Buchsbaumzünsler-Befall ein“, berichtet Erhardt. „Der AWISTA hat auch schon mitgeteilt, dass die ersten gerodeten Buchsbäume abgegeben wurden.“

Die befallenen Bäume dürfen nicht in den Kompost 

Denn sind die Auswirkungen des Befalls erst einmal sichtbar, bleibt Hobbygärtnern nichts anderes übrig, als den Buchsbaum zu entfernen. Wichtig ist außerdem, die gerodeten Bäume nicht in den Kompost zu legen, denn dadurch würde sich der Zünsler noch mehr verbreiten. Stattdessen sollte man die Zweige zerstückelt im Hausmüll entsorgen oder verbrennen.

Gegenmittel oder vorbeugende Maßnahmen gegen die etwa fünf Zentimeter großen grünlichen Raupen mit den schwarzen oder weißen Punkten gibt es kaum. Nur wenn der Befall frühzeitig erkannt wird, kann ein Buchsbaum möglicherweise gerettet werden. Um rechtzeitig festzustellen, ob sich der Zünsler in einer Pflanze eingenistet hat, empfiehlt Jürgen Ehrhardt, im Inneren des Baumes nach den Kokons zu suchen, in denen sich die Raupen verpuppen. Findet man solche, sollten sie sofort händisch entfernt werden.

Der Buchsbaumzünsler-Befall ist schwer zu erkennen

Da die Buchsbaumzünsler-Weibchen ihre Eier an der Unterseite der Blätter ablegen, ist der Befall jedoch besonders schwer zu erkennen. Deshalb trieb der Schädling schon im vergangenen Jahr in einigen Gemeinden sein Unwesen. „Vor allem die Ammersee-Region mit Herrsching und Breitbrunn sowie Gauting, Gilching und Krailling waren stark betroffen“, sagt Ehrhardt. Ein Bereich hatte Glück: „Im Bereich um den Starnberger See trat der Zünsler 2018 nicht auf.“ Der Experte rechnet jedoch damit, dass der Schädling dieses Jahr auch dort zuschlagen wird, denn er breitet sich immer mehr in Richtung Süden aus. „In Franken ist der Buchsbaumzünsler beispielsweise schon seit einigen Jahren bekannt“, erklärt Ehrhardt. „Bei uns gab es vor Frühling 2018 hingegen noch keine einzige Meldung.“

Da der Zünsler trockenes, warmes Klima bevorzugt, konnte er sich im vergangenen Hitzesommer im südlichen Bayern durchsetzen. „Nun ist der Populationsdruck noch aus dem vergangenen Jahr sehr hoch und auch die aktuelle Witterung führt dazu, dass sich die Buchsbaumzünsler wieder vermehren“, erklärt Ehrhardt. Er hält es für möglich, dass sich der Schädling heuer bis nah an die Alpen durchschlägt. Erhardt ist sich sicher: „Der Buchsbaumzünsler legt gerade erst los.“

Auch interessant: Schon vergangenes Jahr trieb der Buchsbaumzünsler im Landkreis Starnberg sein Unwesen

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