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Das Team von „Be Change“ im Dezember 2016 kurz nach der Eröffnung des Concepts Stores.

Wieder hört ein Geschäft auf

„Be Change“ schließt - so könnte es nun am Kirchplatz weitergehen

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Der Ausverkauf im Starnberger Einzelhandel geht weiter. Nach Ostern wird „Be Change“ Geschichte sein. Inhaberin Friederike Müller wirft aber die Flinte nicht ins Korn. Sie glaubt an ihr Konzept – aber nicht mehr an Starnberg.

Starnberg – Als im Herbst 2016 bekannt wurde, für das frühere Modehaus Münch am Starnberger Kirchplatz sei eine Nachfolgelösung gefunden, war die Erleichterung unter den Starnberger Geschäftsleuten groß. „Wir freuen uns über die schnelle Lösung und die Tatsache, dass wir an diesem Standort keinen Leerstand haben“, sagte damals der Vorsitzende der Cityinitiative, Gerald Funk, im Gespräch mit unserer Zeitung. Er bezeichnete den Vertragsabschluss der Erbengemeinschaft Bader als Eigentümerin der Ladenfläche und Friederike Müller, Inhaberin der Agentur „Die Starnbergerin“, als gutes Zeichen und Schub für die Attraktivität des Einkaufsstandortes Starnberg. Kritik am zu geringen Angebot in der Kreisstadt hatte Funk damals zurückgewiesen. „Unsere Flächen sind endlich und hochpreisig“, sagte er, deshalb sei es verständlich, dass nicht alle Waren angeboten werden könnten.

Ladensterben in Starnberg: „Be Change“ schließt nach Ostern

Nach etwas mehr als zwei Jahren hat sich nicht nur das Geschäftesterben beschleunigt. Jetzt ist auch klar, dass das hochwertige Angebot von „Be Change“ den Verhältnissen nicht gewachsen ist. Friederike Müller muss die Reißleine ziehen: „Die Fixkosten, wie Miete und Personal, können nicht gedeckt werden.“ Der Standort sei für ihren Concept Store mit etwas mehr als 400 Quadratmeter Fläche – unterschiedliche Marken aus unterschiedlichen Sortimenten, Mode für Damen und Herren, dazu ausgewähltes Interieur und Lebensmittel für Gesundheitsbewusste – nicht geeignet.

Die Kundenfrequenz ist hinter den Erwartungen der „Be Change“-Inhaberin zurückgeblieben. „Wir haben unsere Stammkunden, aber die allein können den hohen finanziellen Aufwand nicht decken“, resümiert Friederike Müller. Die Stadt sei halt kein Touristenmagnet, „und es gibt auch keine Vision für die Starnberger Geschäftswelt, dass sich die Situation bessern könnte“. Mehr als zehn Geschäfte hätten in den vergangenen Monaten geschlossen oder befänden sich im Räumungsverkauf, sagt sie. „Das ist echt traurig.“

Weiteres Geschäft in Starnberg schließt: „Das Konzept stimmt, und es wird an einem anderen Ort erfolgreich sein.“

Müllers Analyse: „Starnberg ist kein klarer Käufermarkt. Und mit meinem Konzept muss man dorthin gehen, wo die Kunden sind.“ Dazu zählen ihrer Meinung nach Hotel-Lobbys und andere touristische Anziehungspunkte. Ihre Concept-Store-Idee steht für sie jenseits aller Zweifel. „Das Konzept stimmt, und es wird an einem anderen Ort erfolgreich sein.“ Friederike Müller liegen nach eigenen Angaben schon Angebote aus Bad Tölz und Kitzbühel auf dem Tisch.

Bis Ostern läuft am Kirchplatz der Räumungsverkauf im „Be Change“. Dann gehen dort zunächst wieder die Lichter aus.

„Be Change“ schließt - so könnte es am Starnberger Kirchplatz weitergehen

Aber nicht für lange, wenn es nach Claudia Bader geht, die die Erbengemeinschaft vertritt. „Nach einer längeren Verhandlungsstruktur“ hätten sich mehrere Interessenten herausgeschält. Die meisten würden die komplette Fläche mieten wollen. Eine Teilung in zwei Ladenlokale wie früher sei auch möglich. Überrascht ist Claudia Bader, dass der Zug wohl wieder in Richtung „gehobene Mode“ gehen wird: „Unterschrieben ist aber noch nichts.“

Immer wieder schließen Geschäfte in Starnberg. Gerade in den vergangenen Monaten ist die Liste gewachsen. Derweil bietet ein Landwirt der Gemeinde Seefeld ein Grundstück zum Kauf an: „Ein außerordentlicher Glücksfall“. Im Landkreis Starnberg ist der Landratswahlkampf eröffnet: Einstimmig haben die Grünen ihre Kandidatin nominiert – als erste Partei überhaupt. Martina Neubauer rechnet sich gute Chancen für 2020 aus.

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