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Eine von fünf Gruppen, die sich auf dem „Roten Platz“ des Gymnasiums Starnberg zum Abschlussfoto zusammenstellten.

Zeugnisverleihung am Gymnasium Starnberg

Dieser Jahrgang ist „ganz besonders“

  • Peter Schiebel
    vonPeter Schiebel
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Das Gymnasium Starnberg hat am Freitag seinen 86 Abiturienten die Zeugnisse überreicht. Es war durch die Corona-Krise eine Feier, die es so noch nie gegeben hat.

Starnberg – Eine Zeugnisverleihung auf fünf Etappen, keine gemeinsame Abifeier, kein Abiball, kein Abistreich, dafür eine 52-seitige Festschrift, auf deren Titelseite in großen Lettern „Ganz besonders“ steht: Die Corona-Pandemie hat auch am Gymnasium Starnberg so ziemlich alles auf den Kopf gestellt. Was gleich geblieben ist: Zur Zeugnisverleihung am Freitag sind die allermeisten Abiturienten – wie ihre Vorgänger – in Tracht gekommen.

„Euer Abiturjahrgang 2020 wird gewiss in die Annalen der Schule eingehen“, schreiben Schulleiter Josef Parsch und seine Stellvertreterin Uta Lechner gleich zu Beginn ihres Vorworts. 86 Absolventen haben heuer das Abitur geschafft, 40 Prozent von ihnen mit einer Eins vor dem Komma, was nach Angaben der Schulleitung „absolut rekordverdächtig“ ist.

Das Bleibende ist neben den Noten, neben den außergewöhnlichen Umständen und neben den Erinnerungen die Festschrift. Mit ihr wollten sich Schule, Stadt, Landkreis und Kirchengemeinden von den Abiturienten verabschieden, erklären Parsch und Lechner. In ihr blickt Bürgermeister Patrick Janik auf seine eigene Zeit am Gymnasium Starnberg zurück, an dem er vor genau 25 Jahren sein Abitur gemacht hat. „Ich bin mir sicher, dass ihr alle euren eigenen Weg erfolgreich weitergehen und euch richtig entscheiden werdet“, betont Janik. „Findet dabei heraus, wo eure Neigungen und Fähigkeiten liegen, und geht ihnen mit Leidenschaft nach. Denn dann seid ihr motivierter als andere und werdet die großen Herausforderungen mit Leichtigkeit meistern.“

Im selben Abiturjahrgang wie Janik war auch Landrat Stefan Frey. Er ermutigt die jungen Leute, die Krise um das Coronavirus „nicht nur als Problem, Verhinderungsgrund oder Partybreaker“ zu sehen. „Greifen Sie die neuen Möglichkeiten, die sich aus dieser Situation für Sie persönlich und unsere Gesellschaft ergeben, aktiv und engagiert auf. Nutzen Sie die Grundlagen, die Sie mit Ihrem Abitur geschaffen haben, und nutzen Sie Wege neuen Denkens, die sich bei der Bewältigung von Krisenzeiten eröffnen“, schreibt Frey. Die Gesellschaft brauche „aufgeweckte, interessierte und engagierte junge Menschen, die mitdenken, anpacken und unsere Gesellschaft im Sinne des Allgemeinwohls mitgestalten“.

Elternbeiratsvorsitzende Tatjana von Groll-Schacht blickt zurück auf den Jahreswechsel 2019/20 mit der Vorfreude auf die „Goldenen Zwanziger Jahre“, die vom Virus so knallhart ausgebremst wurde. In dieser Ausnahmesituation hätten die Abiturienten Außergewöhnliches geleistet, betont sie.

Die Abiturrede der Stufensprecher findet sich ebenalls in der Schrift. Die letzten Jahre hätten sich gelohnt, heißt es dort. Nie vergessen würden die Schüler die schönen Momente wie die Klassenfahrt in der zehnten Jahrgangsstufe, das Verkünden von „Schnee- oder Sturmfrei“ oder die Stufenfeiern im Waldkeller – und einige Lehrer. „Auch wenn wir es uns vor einigen Jahren nicht hätten denken können, werden wir sogar einige der Lehrer immer in Erinnerung behalten, was uns besonders während Corona bewusst geworden ist, wo wir sie tatsächlich teilweise vermisst haben“, schreiben die Stufensprecher.

Schulleiter Parsch und all die Kolleginnen und Kollegen, die ihre eigenen Erinnerungen aufgeschrieben haben, werden es sehr gerne lesen. Parsch jedenfalls ist der 2020er Jahrgang genauso ans Herz gewachsen wie die Vorgänger. Die mit dem Schulabschluss verbundene Trennung bringe nicht nur ungetrübte Freude, betont er – auch wenn die Zeit natürlich reif sei. Die Schule jedenfalls wünsche „das Glück eines sinnvollen und erfüllten Lebens, das ihr euch im Regelfall nur selbst erarbeiten könnt“.

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