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Die Situation am Unteren Seeweg in Starnberg bleibt bis auf weiteres so, wie sie ist.

Ausschuss fordert Kurzzeitparkplätze, Verwaltung will das im Detail prüfen

Das Dilemma am Unteren Seeweg

Die Parkplatz-Situation am Unteren Seeweg wird sich in absehbarer Zeit nicht ändern. Der Mobilitätsausschuss fordert zwar Kurzzeit-Flächen, die Verwaltung will das aber im Detail prüfen – auch mit dem Landratsamt.

Starnberg– Die Frühschwimmer haben eine Petition eingereicht, viele Besucher des Steininger Grundstücks am Unteren Seeweg in Starnberg sind sauer über den Wegfall der Parkplätze. Die Stadtverwaltung will nun mit Polizei und Landratsamt Lösungsmöglichkeiten ausloten – auf die Bahn kann sie nicht zählen.

Dass die bisher bestehenden Parkplätze nicht rechtens waren, bekam erst durch die Entscheidung der Stadträte in der Diskussion Gewicht, Änderungen an der Verkehrsführung vorzunehmen. Dann muss die Rechtmäßigkeit nachgewiesen werden, und das klappt für den Unteren Seeweg einfach nicht. Er sei zwischen 4,43 und 4,50 Meter breit, sagte Bürgermeisterin Eva John im Mobilitätsausschuss am Mittwochabend. Mehr als zwei Meter gingen für die Parkplätze weg – und damit sei die Mindestbreite für Rettungsfahrzeuge von drei Metern nirgends mehr eingehalten. Folge: keine Parkplätze. Da der Weg die einzige Zufahrt für Feuerwehr und Rettungsdienst zu den Häusern und zur Seepromenade sei (durch die Unterführung können große Fahrzeuge nicht fahren), müsse der Rettungsweg frei bleiben. Derzeit ist nur Platz für drei Behindertenparkplätze und einige als Zone zum Aussteigen.

Den Gedanken, von der Bahn Flächen zu übernehmen und so die Straße zu verbreitern, fegte diese in einem Schreiben hinweg: Der Konzern gibt laut John keine Flächen ab. In Abschnitten gehöre die Böschung der Stadt, erklärte John, doch verliefen darin so viele Leitungen, dass ein Umbau unverhältnismäßig teuer wäre: „Es wäre eine größere bauliche Maßnahme.“ Dass der Untere Seeweg eine Fahrradstraße werden soll, hat mit dem Parkplatz-Wegfall nichts zu tun, hoben John und mehrere Stadträte hervor.

Stefan Frey (CSU) forderte eine „pragmatische Lösung“ und Kurzparkmöglichkeiten, etwa zwischen 7 und 8 Uhr und abends zwischen 19 und 20 Uhr. Anton Wiesböck (FDP) erkundigte sich, ob man die Parkplätze nicht schmaler ausweisen könne – was nicht geht. Im Ausschuss war eine Tendenz erkennbar, den Frühschwimmern entgegenzukommen, schließlich könne nicht jeder mit dem Fahrrad zum Steininger Grundstücke fahren.

Letztlich kam der Ausschuss überein, Landratsamt und Polizei um Rat zu fragen. Würde die Stadt einfach Parkplätze ausweisen, würde sie bei einer Klage sofort verlieren, merkte John an. Das Landratsamt, erklärte dessen Sprecher Stefan Diebl auf Anfrage, sei mit dem Thema noch nicht befasst, stehe zur Unterstützung aber bereit. Man müsse unter anderem einen Ortstermin mit der Polizei organisieren – der soll nächste Woche stattfinden.

Die Polizei sieht auf den ersten Blick keine Möglichkeit für Parkplätze. Eine anfängliche Idee, die Parkplätze rechtsseitig am Gehweg anzuordnen, habe man abgelehnt, sagte Verkehrsmitarbeiter Peter Madjar, weil dann kein Begegnungsverkehr mehr möglich gewesen wäre – die Böschung wäre im Weg gewesen. Die bisherige Parkplatz-Anordnung sei schon rechtswidrig gewesen, nach den Richtlinien seien dort wegen der Fahrbahnbreite gar keine Stellplätze zulässig. Denkbar wäre noch eine Einbahnstraße; dann wäre das Gegenverkehrsargument weg. Eine Einbahnstraße ist jedoch ausgeschlossen: Lastwagen, etwa Lieferanten, müssen über den Unteren Seeweg in beiden Richtungen fahren könne, weil die Unterführung zur Possenhofener zu niedrig ist.

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