Baustelle Wiesengrund
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Die Erschließungsarbeiten für das Einheimischenmodell am Wiesengrund in Starnberg laufen. Wie das Wohngebiet an die B2 angebunden werden soll - darüber gibt es unterschiedliche Meinungen.

Waldspielplatz, Oberer Seeweg oder Maxhofkreisel 

Erschließung Wiesengrund: Bauamt hält Anschluss an B2 für machbar

  • Peter Schiebel
    vonPeter Schiebel
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Wird es doch eine Anbindung des Einheimischenmodells Am Wiesengrund an die B 2 geben? Ein Schreiben des Staatlichen Bauamts lässt diesen Schluss zu. Heute Abend wird es um diese Frage auch in der öffentlichen Stadtratssitzung gehen.

Starnberg – Kommt nach Monaten der Ruhe jetzt Bewegung in die Frage der Erschließung des Neubaugebiets am Wiesengrund? Stadträtin Angelika Kammerl (Parteifreie) überraschte in der Bauausschusssitzung am Donnerstag mit einer Aussage von Uwe Fritsch, Leiter des Staatlichen Bauamts Weilheim. Demnach könne sich die Behörde eine Anbindung des Baugebiets an die B 2 an allen vorhandenen Knotenpunkten grundsätzlich vorstellen, also an die Kreuzung Waldspielplatz, den Oberen Seeweg und den Maxhofkreisel, zitierte Kammerl aus einer E-Mail Fritschs an sie. Aufgrund der relativ geringen zusätzlichen Verkehrsmenge sei das ohne größere Umbaumaßnahmen machbar.

Starnberg: Am Wiesengrund sind 51 Reihenhäuser und 75 Wohnungen geplant

Bislang soll das neue Wohngebiet über den Waldspielplatz und die Jahnstraße erschlossen werden. Daran haben zahlreiche Anwohner der beiden Straßen bereits Kritik geäußert, weil sie eine deutliche Zunahme des Verkehrs in ihren Straßen befürchten. Schließlich kommen zu 51 Reihenhäusern in einem weiteren Bauabschnitt 75 Wohnungen dazu.

Eine zusätzliche Erschließung über den Maxhofkreisel hat sich bislang als äußerst schwierig dargestellt. Vier Varianten hatte die Stadt bereits im Jahr 2018 untersuchen lassen – bislang sind die Grundstückseigentümer jedoch nicht bereit, ihre Flächen zur Verfügung zu stellen. Bliebe also eine Anbindung an den Oberen Seeweg – oder eine zusätzliche Erschließungsstraße vom Baugebiet an der südlichen Seite des Waldes entlang zum Waldspielplatz. Diese Variante schlägt Jahnstraße-Anwohner Otto Böhm vor (wir berichteten). Dafür ist jedoch eine Änderung des Bebauungsplans nötig.

Anbindung des Wiesengrund Thema am Montag im Starnberger Stadtrat 

Aufgrund der Stellungnahme aus Weilheim hat Kammerl nun Hoffnung, eine dieser Varianten realisieren zu können. In seiner E-Mail macht Behördenleiter Fritsch jedoch deutlich, dass die Erschließung eine rein städtische Angelegenheit sei. Bislang habe sich die Stadt gegenüber der Behörde aber nicht geäußert.

Das Bauamt selbst betreibe aus Kapazitätsgründen derzeit keine Ausbauplanung für die B 2. Zudem gebe es seitens des Bauamts auch keine Zusage an die Stadt, bis Frühjahr 2020 eine Variantenuntersuchung fertigstellen zu wollen, zitierte Kammerl aus Fritschs Schreiben. „Wir können Weilheim also nicht den Schwarzen Peter zuschieben“, sagte Kammerl und fragte Bürgermeisterin Eva John: „Warum behandeln wir die Erschließung nicht? Die Diskussion muss dringend wieder angestoßen werden.“

Bürgermeisterin John forderte Kammerl auf, ihre Rechercheergebnisse auch der Stadtverwaltung zur Verfügung zu stellen. Eine inhaltliche Diskussion kündigte sie für die öffentliche Sitzung des Stadtrats am heutigen Montag (ab 18.30 Uhr, Kleiner Saal der Schlossberghalle) an. Dann beschäftigt sich das Gremium unter Tagesordnungspunkt 12 auch mit einem Bürgerantrag zur Erschließung des Wiesengrunds.

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Bei der Vergabe der Reihenhausgrundstücke am Wiesengrund war es zu einer Panne gekommen. Verwaltung und Politik suche nach Lösungen.

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