Coronavirus in Deutschland: Erster Politiker betroffen - CDU-Mann infiziert 

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Aufräumarbeiten nach dem Sturm: Orkantief „Niklas“ brach 2015 einigen Bäumen sozusagen das Genick. Auch in Oberbrunn mussten daraufhin viele Bäume gefällt werden.

Auch im Landkreis Starnberg

„Das Waldsterben ist ein akutes Problem“

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Die Klimaerwärmung hinterlässt auch in den Wäldern des Fünfseenlandes Spuren. Doch das Waldsterben war schon seit Jahrzehnten vorhersehbar, sagen Vertreter der Starnberger Waldbesitzervereinigung. Verschiedene Maßnahmen sollen das Überleben des heimischen Baumbestandes sichern.

Landkreis – „Liebe Mitglieder, Ihrem Wald geht es schlecht.“ Mit diesem ernüchternden Satz beginnen die Vertreter der Starnberger Waldbesitzervereinigung (WBV) ihren aktuellen Rundbrief. Die klimatischen Veränderungen spüre der Wald am stärksten, heißt es weiter in dem Schreiben. Zwar gibt es keine gesicherten Erkenntnisse darüber, wie viele Bäume den direkten und indirekten Auswirkungen des Klimawandels bereits zum Opfer gefallen sind. 

Doch Martin Fink, Vorsitzender der örtlichen WBV, warnt: „Das Waldsterben ist ein akutes Problem, da wir nicht wissen, in welchem Tempo die Erderwärmung weitergeht.“ Er betont aber auch, dass dieses Problem schon seit den 80er Jahren vorhanden sei und sich die Situation durch extreme Hitzewellen in den vergangenen Jahren mittlerweile eben besonders schwierig gestalte – auch im Landkreis.+

Ein Problem: Der hohe Anteil an Fichtenwald

Diese Meinung teilt Günter Schorn, Kreis-Vorsitzender des Bund Naturschutz. „Die Bäume sind geschädigt von der Trockenheit und den Temperaturen“, erklärt er. „Deshalb knicken sie zumBeispiel bei Stürmen leichter um.“ Ungünstig sei auch, dass ein großer Anteil des Waldes im Landkreis Fichtenwald sei, sagt Schorn. „Das ist der Baum, der am meisten unter Trockenheit und hohen Temperaturen leidet.“ Markus Noack, Leiter des Gautinger Forstreviers, würde keinem Waldbesitzer dazu raten, weiter Fichten zu pflanzen. „Stattdessen sollte man auf möglichst viele verschiedene Baumarten setzen“, sagt er und vergleicht das Vorgehen mit Geldanlagen. „Man investiert ja auch nicht alles in eine Aktie, sondern streut das Risiko.“

Der Vorteil des Mischwaldes bestehe darin, dass nicht sofort der ganze Wald gefährdet sei, falls eine Baumart abstirbt, sagt auch Anton Bernhard, Geschäftsleiter der Starnberger WBV. Daher setzen er und Fink ebenfalls auf einen stabilen Mischwald aus verschiedenen Baumarten. „Wir haben uns in den vergangenen 30 Jahren Gedanken gemacht, wie man dem Waldsterben entgegentreten kann“, sagt Fink. Herausgekommen ist ein Programm mit sogenannten Umbaumaßnahmen. Eine dieser Maßnahmen laute Mischwald statt Monokultur, eine weitere ziele auf die Naturverjüngung ab, berichtet Fink. Durch schnelleres Nachpflanzen von Bäumen sollen langfristig mehr junge Bäume im Wald wachsen, sodass Ersatz vorhanden ist, wenn alte Bäume absterben.

Die Staatsforsten pflanzen durchschnittlich 5 Millionen Bäume im Jahr

Bäume nachpflanzen ist auch eine der Hauptaufgaben der Bayerischen Staatsforsten. „Wir haben in der Vergangenheit im Durchschnitt alle fünf Jahre insgesamt 25 Millionen Bäume nachgepflanzt“, sagt Wilhelm Seerieder, Forstbetriebsleiter für das Gebiet um München. Im Freistaat herrscht eine sogenannte Wiederaufforstungspflicht, festgelegt durch das Waldgesetz für Bayern. Dieses Gesetz besagt, dass Bäume, die abgeholzt werden, weil sie zum Beispiel vom Borkenkäfer befallen sind, innerhalb von drei Jahren nachgepflanzt werden müssen.

Ministerpräsident Markus Söders Forderung, binnen fünf Jahren 30 Millionen Bäume auf Staatsflächen zu pflanzen, hält Seerieder grundsätzlich für sinnvoll, da Bäume CO2 binden. „Wir werden nun versuchen, jedes Jahr eine Million Bäume mehr zu pflanzen, damit wir auf die 30 Millionen in fünf Jahren kommen“, sagt er. Dennoch ist Bäume pflanzen allein ihm zufolge nicht genug. „Durch die Industrie und Autos wird so viel CO2 produziert, da braucht es umweltpolitische Maßnahmen und nicht einfach nur mehr Bäume.“

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