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Einer der vielen Gründe für das Plus im ÖPNV im Landkreis sind die Expressbusse, wie die X910 (Bild vom Start). Rund 900 Menschen nutzen die bisher zwei Linien an einem normalen Werktag. Ab März 2020 kommt mit der X920 eine weitere dazu von Fürstenfeldbruck über Gilching, Krailling und Gauting Richtung München.

ÖPNV im Landkreis Starnberg

Busse: Fahrgastzahl steigt um 123 Prozent

Die massive Ausweitung der Buslinien in den vergangenen sechs Jahren trägt Früchte. Die Zahl der Busnutzer pro Woche kratzt an der 100 000-Marke, die Einnahmen haben sich faktisch verdoppelt. Ein gutes Geschäft ist das allerdings noch nicht.

Landkreis – Verkehrsmanagerin Susanne Münster lässt auf den Bus nichts kommen, und auf die Ausweitung der Buslinien seit dem Jahr 2013 auch nicht. Dass ihr Konzept aufgegangen ist, präsentierte sie am Dienstag im Verkehrsausschuss des Kreistages daher nicht ohne Stolz. Von allen Fraktionen und Gemeinden bekam sie Lob für ihre Visionen und den Erfolg. Der muss und wird wohl auch noch ein bisschen größer werden.

Seit Ende 2013 hat der Landkreis das Angebot an Buslinien jedes Jahr mal mehr, mal weniger stark ausgebaut. In der Summe hat sich die Kilometerleistung aller Linien um 158 Prozent erhöht – von 1,92 Millionen auf 4,92 Millionen im vorigen Jahr. Die Linienzahl stieg von 26 auf 32, die der Linien mit Wochenende-Fahrplan von zwölf auf 21. Die letzte Linienänderung ist jedoch kein Jahr her, weswegen sie sich in den Zählungen von Anfang 2018 noch gar nicht wirklich auswirkt.

Münster ist mit den Fahrgastzahlen hoch zufrieden

Mit den Fahrgastzahlen ist Münster jedoch durch und durch zufrieden. 96 164 Fahrgäste sind es in einer durchschnittlichen Woche, im Jahr 2013 waren es nur 42 825. Prozentual ist das eine Steigerung um 123 Prozent. „Exorbitante Steigerungen“ attestierte der MVV dem Landkreis nach Angaben Münsters bei den Busfahrgästen an einem gewöhnlichen Wochenende: Deren Zahl hat sich von 2410 auf 7864 mehr als verdreifacht.

Für einzelne Gemeinden rechnet Münster die erst wenige Tage alten Zahlen noch genauer aus. Bisher liegen nur Daten für die so genannten Bündel vor, also zusammen ausgeschriebene Linien vor. Bei den Linien 906, 936, 967, 955 und 947 sowie 949 im Bereich Krailling, Gauting und Gilching stieg die Fahrgastzahl zwischen 2013 und 2018 von 1785 auf 3918 an Werktagen. Beim Linien-Paket 965, 966, 968, 951, 958m 964 und 982 – es umfasst den halben Landkreis – kletterte die Nutzerzahl von 1740 auf 4445. Im Stadtverkehr Starnberg (Linien 901, 902, 903; früher anders benannt) hielt sich die Zuwachsrate in Grenzen: von 1853 auf 2061.

Kreisrätin Fuchsenberger spricht von Menschentrauben an der Berger Haltestelle

An dieser Stelle schwindelt die Statistik, weil die anderen Linien, die Starnberg anfahren, aber von Starnbergern genutzt werden, nicht erfasst sind. Am Ostufer des Starnberger Sees (Linien 904/963, 961, 974, 975) stiegen statt 1530 Fahrgästen inzwischen 2913 ein. „Man sieht immer Menschentrauben an der Haltestelle in Berg“, bestätigte Kreisrätin Elisabeth Fuchsenberger (SPD, Berg) die Zahlen. Das so genannte Westbündel (952/957/921, 953/923, 954/924, 928, 950 und 820) startete erst im Dezember 2017 und wirkt sich in den Daten noch kaum aus. Doch schon ein paar Wochen ließen die Fahrgastzahlen auf 3321 ansteigen (2013: 1175).

Die meistgenutzte Haltestelle ist die am Bahnhof Nord in Starnberg (rund 3000 Fahrgäste) vor dem Schulcampus in Gauting (1400). Am Wochenende sind es die Bahnhöfe Starnberg Nord, Herrsching und Bahnhof See. Rechnet man Schulen und S-Bahn heraus, liegt die Haltestelle am Kloster Andechs vorn, gefolgt von Starnberg/Medicenter am Klinikum und Grafstraße in Berg.

Die Einnahmen stiegen von 2,6 auf 4,9 Millionen Euro

Und finanziell? Nahm der Kreis 2013 noch rund 2,6 Millionen Euro aus Fahrkarten ein, waren es 2018 etwa 4,9 Millionen Euro. Die Einnahmen fast zu verdoppeln im ÖPNV, sei eine Leistung. Unterm Strich decken sie aber nur 48 Prozent der Kosten, die um 155 Prozent gestiegen sind. Deswegen schießen Kreis und Gemeinden pro Jahr Millionen zu. Die Tendenz, sagte Münster, belege, dass „wir auf dem richtigen Weg sind“. 2019 erwartet sie weiter steigende Einnahmen und Fahrgastzahlen. Landrat Karl Roth: „Es freut uns, dass so viele umsteigen.“

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