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Hallo Stimmzettel: Wahlleiter Holger Albertzarth, Ingrid Zirkelbach (M.) und Simone Braun aus dem Fachbereich Kommunalwesen nahmen dieser Tage die Lieferung entgegen. 

Landkreis Starnberg

Fast 100 Zentimeter für Europa

43 Tage vor der Europawahl sind die Stimmzettel an die Gemeinden im Landkreis Starnberg verteilt. Sobald die Wahlbenachrichtigungen verschickt sind, können Wähler Briefwahl beantragen.

Landkreis – Rund 105 000 Landkreisbürger sind am 26. Mai aufgerufen, sich an der Europawahl zu beteiligen. Oder vorher, denn die Stimmzettel für die Wahl sind dieser Tage im Landratsamt eingetroffen und wurden umgehend an die 14 Gemeinden weiterverteilt. Damit sind die Voraussetzungen für die Briefwahl gegeben. Die Gemeinden müssen nun nur noch die Wahlbenachrichtigungen verschicken, womit in den kommenden Tagen zu rechnen ist.

110 000 Stimmzettel nahmen Kreiswahlleiter Holger Albertzarth und seine Mitarbeiter im Landratsamt entgegen, mehr als bei den Wahlen der vergangenen Jahre. Denn: Neben Einheimischen dürfen auch Bürger aus EU-Staaten wählen, solange sie mindestens drei Monate hierzulande leben oder den „gewöhnlichen Aufenthalt“ haben. Die Stadt Starnberg beispielsweise hat alle betreffenden Wahlberechtigten angeschrieben und auf die Rechtslage hingewiesen. Im Landkreis sind derzeit 11 866 EU-Bürger gemeldet, die meisten aus Italien (1231) und aus Kroatien (1785). Aus Großbritannien sind es 524 – ob sie mitwählen oder nicht, wird sich erst noch zeigen. Der Brexit, sagt der Wahlleiter, hat ansonsten aber keine Auswirkungen. Organisatorisch ist die Wahl an sich unkompliziert, diesmal aber eine Herausforderung: Es ist ein neues Computerprogramm zur Stimmenauswertung im Einsatz, das seine Feuertaufe erst noch vor sich hat.

Der Stimmzettel selbst ist zwar groß – fast einen Meter lang –, aber nicht so groß wie bei Landtags- oder Kommunalwahlen. Es werden auch längst nicht alle Kandidaten der insgesamt 40 Parteien und Gruppierungen genannt, sondern nur die ersten zehn (soweit vorhanden). Landkreisbürger finden sich nicht darunter, was allerdings auch wenig überraschend ist: Derzeit sitzen lediglich elf Bayern im Europaparlament, und sehr viel mehr werden es auch nicht.

Die Urnenwahl am Sonntag, 26. Mai, findet von 8 bis 18 Uhr statt. Ergebnisse wird es am Abend ab 20 Uhr geben. Jeder Wähler hat eine Stimme, es können nur die Listen angekreuzt werden, nicht einzelne Kandidaten. Das Europaparlament wird alle fünf Jahre gewählt. 2014 hatte die CSU im Landkreis die Nase mit 35,7 Prozent vorn, hatte aber satte 8,5 Prozent verloren im Vergleich zu 2009. Die SPD kam damals auf 18,9 Prozent (+ 8,6), die Grünen auf 16,5 (- 0,6) und die FDP auf 6,8 Prozent (- 8,5). Die AfD erreichte aus dem Stand 9,0 Prozent.

In einem Punkt hat der Landkreis bei der Europawahl aber einen Ruf zu verlieren: 2014 hatte er mit 51,7 Prozent eine der höchsten Wahlbeteiligungen überhaupt und die höchste in Bayern. Es gab auch Landkreis in Bayern, in denen gerade einmal die Hälfte davon ihre Stimme abgegeben hatte. Auch bei anderen Wahlen beweist der Landkreis hohe Beteiligungen.

Ein Muster des Stimmzettels finden Interessierte auf www.lk-starnberg.de/europawahl2019.  

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