Bluttat in Basel: Junge auf Schulweg erstochen - 75-Jährige unter Verdacht

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Spektakulärer Unfall: Im April war der BMW der jungen Frau bei Leutstetten eine Böschung hinabgestürzt und beinahe in der Würm gelandet. Drei Insassen wurden verletzt. 

Mitfahrer verletzt

Frau (19) verursacht angetrunken schweren Unfall - Urteil: Sozialstunden und ein Buch lesen

Eine junge Frau baut bei Leutstetten angetrunken einen schweren Unfall. Das Urteil vor Gericht: Sozialstunden und ein Buch lesen.

Starnberg – Mit rund 1,5 Promille sowie unter Drogeneinfluss hatte sich eine junge Frau im April vorigen Jahres hinters Steuer gesetzt. Die Fahrt nach einer feuchtfröhlichen Feier in einem Jugendlokal in Mühlthal endete in einem Desaster: Die junge Frau und ihre drei Mitfahrer im Alter von 17 bis 20 Jahren kamen von der Straße ab, der BMW krachte gegen einen Baum. Zehn Monate später befasste sich das Starnberger Jugendgericht mit dem spektakulären Unfall. Die junge Fahrerin leidet bis heute unter den Folgen.

Die damalige Gymnasiastin kam von der Staatsstraße Höhe Leutstetten in einer scharfen Rechtskurve von der Fahrbahn ab, der BMW durchbrach eine Leitplanke an der Würmbrücke. Der Wagen kippte um und prallte gegen einen Baum. Der BMW lag allerdings mehrere Meter tiefer als die Fahrbahn und war nicht zu sehen – deswegen mussten Rettungskräfte und Feuerwehren ihn seinerzeit erst suchen.

Sie hatte einen Schutzengel

Richter Ralf Jehle bescheinigte der am Jugendgericht angeklagten Frau einen Schutzengel: „Da hätten Sie auch unten in der Würm enden können. Das hätte auch anders ausgehen können. Das Fahrzeug ist durch den Baum aufgehalten worden.“ Für die Angeklagte wirkt der Unfall bis heute massiv nach. Zwar wurde sie selber nicht verletzt, ihre drei Freunde erlitten jedoch einige Frakturen und Schürfwunden. Sichtlich mitgenommen erklärte die junge Frau im Sitzungssaal: „Ich dachte irgendwie, dass ich fahren könnte – das war ein riesiger Fehler.“ Die 19-Jährige vermutet, dass sie in der Kurve versehentlich aufs Kupplungspedal getreten hatte.

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Ihre Freunde besuchte die Angeklagte hernach regelmäßig im Krankenhaus und hält auch heute Kontakt zu ihnen. Der BMW endete als Totalschaden, der Führerschein ist seit jener Nacht weg. Laut Auskunft der Jugendgerichtshilfe brach die Angeklagte nach dem Unfall die Schule in der 11. Klasse ab, um sich mit der Sache auseinanderzusetzen. Dennoch konnte sie nicht die Finger von Drogen lassen und wurde im August 2018 auf einem Musikfestival in Saalburg-Ebersdorf (Thüringen) mit drei Gramm Marihuana, einem Gramm Kokaingemisch und 0,2 Gramm Amphetamin erwischt. Auf dem Oktoberfest 2018 führte sie einen angerauchten Joint mit sich. Zwar versicherte die junge Frau dem Gericht, sie lebe seit dem Wiesn-Vorfall drogenfrei und bemühe sich derzeit um die Teilnahme an einem Abstinenzkontrollprogramm – um ein Urteil kam sie nicht herum.

Dreifache fahrlässige Körperverletzung

Für die dreifache fahrlässige Körperverletzung mit vorsätzlicher Straßenverkehrsgefährdung und unerlaubtem Drogenbesitz muss sie mit 96 Sozialstunden geradestehen. „Ihnen wird damit die Gelegenheit gegeben, die Tat durch sinnvolle Arbeit wiedergutzumachen“, sagte Richter Jehle. Die Sozialstunden kann die 19-Jährige teilweise durch Beratungsgespräche sowie durch eine Leseweisung erbringen – die junge Frau muss ein Buch lesen und sich mit dem Inhalt intensiv auseinandersetzen. Zudem muss sich die Angeklagte zehn Drogenscreenings binnen zehn Monaten unterziehen. Auch die Führerscheinsperre beträgt noch weitere zehn Monate. Das Urteil ist bereits rechtskräftig.

Nilda Höhlein

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