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Anwohner aus Schorn, hier Nathalie Rappard und Bernhard Wirth, demonstrierten im Juli gegen das geplante Gewerbegebiet. (Archivbild)

Gewerbegebiet in Planung

Schorn: Umweltschützer machen mobil

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Grüne und Bund Naturschutz machen weiter gegen das geplante Gewerbegebiet in Schorn mobil. Nächste Woche gibt es eine Diskussionsveranstaltung dazu. Derweil gibt es im Beirat der Planer eine personelle Änderung.

Schorn/Starnberg – „Eine schöne Bescherung!“ So betitelt der Kreisverband der Grünen eine öffentliche Diskussionsveranstaltung zum geplanten Gewerbegebiet Schorn. Am kommenden Dienstag, 17. Dezember, will die Partei in der Schlossberghalle über das Thema sprechen (Beginn: 19.30 Uhr). Dabei werden drei ausgewiesene Gegner des Projekts auf dem Podium Platz nehmen: die Biologin Dr. Ursula Lauer von der Bürgerinitiative Schorn, der Kreisvorsitzende des Bund Naturschutz (BN), Günter Schorn, und der grüne Landtagsabgeordnete Christian Hierneis aus München.

Es werde unter anderem um die Verkehrsproblematik, die Konkurrenzsituationen der Gemeinden um Gewerbe, aber auch um Strategien zum Flächensparen gehen, kündigte die Bürgermeisterkandidatin der Grünen, Kerstin Täubner-Benicke, an.

194 Stellungnahmen von Öffentlichkeit und Behörden gingen ein

Die Zahl der Stellungnahmen von Öffentlichkeit, Behörden sowie Trägern öffentlicher Belange zum Gewerbegebiet liegt derweil bei 194. Diese Zahl nannte Bürgermeisterin Eva John in dieser Woche im Stadtrat. Sechs weitere Behörden hätten eine Fristverlängerung beantragt. Inhaltlich beschäftigte sich der Stadtrat, wie zuvor schon der Bauausschuss, noch nicht mit den Eingaben. Die Arbeiten seien zu umfangreich, sagte John. „Wir können auch noch keine Abwägung vorstellen“, sagte sie und kündigte eine Beratung über das Thema Schorn für Januar 2020 an.

Eine Stellungnahme abgegeben hat natürlich der Bund Naturschutz. Auf 16 Seiten fasst die Münchner Anwaltskanzlei Meisterernst die Bedenken der Umweltschützer gegen die Planung zusammen. Sie reichen von einer Gefährdung des Grundwassers über Verstöße gegen das Bayerische Waldgesetz bis zu weitreichenden Folgen fürs Klima. Auch die aus Sicht des BN ungeklärte Verkehrserschließung wird thematisiert. 

Es gebe „Erhebungsdefizite“ bei Flora und Fauna, sagt Günter Schorn

Neben der Planung an sich kritisiert der Verband zudem die bisherige Vorgehensweise. Kreisvorsitzender Schorn spricht von „Erhebungsdefiziten“, was Flora und Fauna anbelange. So habe der BN-Gutachter beispielsweise auch Rotmilan, Turmfalke, Waldohreule und Zauneidechse auf der Fläche festgestellt. Ebenfalls vorkommende seltene Brutvogelarten wie Dorngrasmücke, Erlenzeisig und Gartenrotschwanz fehlten erstaunlicherweise in den Unterlagen. „Damit kann die Stadt Starnberg das Bebauungsplanverfahren nicht weiterbringen“, sagt Schorn.

Ungeachtet dessen gibt es im Beirat des Projekts eine personelle Veränderung. Als Verkehrsexperte soll künftig Professor Klaus Bogenberger von der TU München das Expertengremium verstärken und Planern, Verwaltung und Stadtrat beraten. Der bisherige Verkehrsexperte Professor Gebhard Wulfhorst hatte seine Mitarbeit aus Zeitgründen beendet.

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