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Politiker der Grünen bei einem Ortstermin in Schorn im Vorfeld der Landtagswahl 2018. Der Bauausschuss des Stadtrats hat in seiner jüngsten Sitzung eine Entscheidung zur Entwicklung des Gewerbegebiets vertagt.

Zeitplan gerät ins Stocken - Bauausschuss vertagt mit knapper Mehrheit Entscheidung

Gewerbegebiet Schorn: Vorbehalte gegen Gebäudehöhen

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Der Zeitplan für die Realisierung des Gewerbegebiets Schorn ist ins Stocken geraten. Der Bauausschuss des Stadtrats hat am Donnerstagabend die weitere Beratung des Themas vertagt.

Schorn – Der Zeitplan für die Realisierung des Gewerbegebiets Schorn ist ins Stocken geraten. Der Bauausschuss des Stadtrats hat am Donnerstagabend die weitere Beratung des Themas vertagt. Allerdings hat der Stadtrat das letzte Wort. Nach dem bisherigen Zeitplan soll sich der Ausschuss für Klimaschutz, Umwelt und Mobilität des Kreistages in gut einer Woche mit der Einleitung des Verfahrens zur Herausnahme des 47 Hektar großen Areals aus dem Landschaftsschutz beschäftigen.

Dem Bauausschuss lag erstmals ein Vorentwurf des Bebauungsplans für Schorn vor. Bürgermeisterin Eva John sprach sogar von einem „Vorvorentwurf“. Den habe das Landratsamt angefordert, „um für die Behandlung in den Kreisgremien eine ausreichende Abwägungsgrundlage zu haben“, wie es in der Sitzungsvorlage hieß. In diesem Vorentwurf waren nun erstmals Zahlen für die künftige Bebauung genannt.

So soll das Gewerbegebiet in acht Teilgebiete untergliedert werden, erklärte Stadtbaumeister Stephan Weinl. Diese sollen bedarfsorientiert „nach und nach“ entwickelt werden, weswegen er von einem „nachhaltigen Flächenpotenzial“ sprach. Jedem dieser Gebiete waren Grundflächen und maximale Gebäudehöhen zugewiesen. Diese reichten von 15 bis 25 Meter, je nach Topografie des Geländes. In Senken sollen höhere Gebäude möglich sein als an anderen Stellen. „Die Höhe der Waldgrenze wird respektiert“, betonte Weinl. Bekanntlich soll sich das Gewerbegebiet ja so in die Landschaft einfügen, dass es von der Autobahn aus nicht zu sehen ist. Höhe könne außerdem dazu führen, Häuser schmaler zu bauen und dadurch weniger Fläche zu versiegeln, erklärte Weinl.

Der Vorentwurf sah auch ein zentrales Versorgungszentrum mit Gastronomie, Geschäften und weiteren Einrichtungen vor. Außerdem soll es einen zentralen Grünbereich geben, der auch als Erholungsfläche dienen soll. Im südlichen Bereich ist ein mehrere Hektar großer Bannwald geplant. Die Eingriffe in die Natur würden also „nicht irgendwo, sondern im Gebiet ausgeglichen“, sagte Weinl.

Mehrfach erklärte er, dass mit einer Zustimmung noch keine Festlegungen hinsichtlich Gebäudehöhen oder Baufenster getroffen würden. Es gehe lediglich darum, den Kreistagsgremien Unterlagen zur Beratung an die Hand zu geben. „Dieser Entwurf hat keine Planreife“, sagte Weinl. Nach Worten von Eva John handelte es sich um „eine vertiefende Darstellung des Planungskonzepts“, das der Stadtrat im März mit großer Mehrheit verabschiedet hatte.

So einfach wollte es sich Ludwig Jägerhuber (CSU) nicht machen. Vor allem die 25-Meter-Höhe im nordöstlichen Teilbereich bereitete ihm Unbehagen. Er sei „ein bisschen überrascht über die Höhenentwicklung, die uns heute vorgestellt wird“, sagte er. „Ich habe ein ernsthaftes Problem, dieser Planung zuzustimmen.“ Es formiere sich bereits Widerstand gegen das Projekt – „aus Sicht der Leute sicher zurecht“, sagte Jägerhuber. Mit diesen auch emotional vorgetragenen Einwänden müssten sich Verwaltung und Stadtrat auseinandersetzen. Deswegen sei es wichtig, genau abzuwägen und gute Argumente, gegebenenfalls auch für 25 Meter, zu sammeln. Jägerhuber: „Wir müssen mit dem Gebiet äußerst sensibel vorgehen.“

Er wünschte sich Darstellungen über die Höhenentwicklungen, nach Möglichkeit sogar ein Modell, um das Vorhaben transparent zu machen. Dass die Stadtverwaltung nach 75 Minuten Diskussion erstmals drei Schnitte des Areals vorlegte, freute Jägerhuber und auch Prof. Otto Gaßner (UWG) zwar, änderte aber nichts an ihrer Forderung nach ausführlichen Beratungen in den Fraktionen. „Ich glaube nämlich, die Höhenzahl, die wir jetzt beschließen, ist die endgültige“, sagte Gaßner.

Franz Heidinger (BLS) wollte dagegen keine Verzögerung: „Man muss auch mal ein Zeichen setzen.“ Ein denkbar schlechtes Zeichen sei es, jetzt nicht zuzustimmen, sagte Josef Pfister (BMS). Beide sahen es so wie Iris Ziebart (FDP): „Wir müssen bekennen, dass wir dieses Gewerbegebiet wollen. Die genauen Höhen können wir später festlegen.“ Gaßners Antrag auf Vertagung unterstützten CSU und UWG sowie Grüne und SPD, die das Gewerbegebiet in der vorgelegten Form aus grundsätzlichen Erwägungen ablehnen.

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