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So stellen sich Planer Marco Goetz und Eigentümer Hans Linse den Neubau an der Wittelsbacherstraße 1 vor. Der Neubau orientiere sich in Maßstab und Höhenentwicklung an der umliegenden Bebauung, sagt Goetz. Die Gebäude sollen blechgedeckte, geneigte Walmdächer bekommen.

Drei bis fünf Geschosse an der Wittelsbacherstraße 1

Großes Lob für Neubaupläne für Schuh-Linse

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Große Pläne für das Grundstück Wittelsbacherstraße 1: Das ehemalige Kinogebäude, seit 50 Jahren Heimat von Schuh-Linse, soll einem Neubau weichen. Der Bauausschuss des Stadtrats bedachte die ambitionierten Pläne am Donnerstag mit viel Lob.

Starnberg – „Wir freuen uns wahnsinnig.“ Als der Starnberger Merkur Architekt Marco Goetz am Freitagnachmittag erreichte, war dieser noch immer ganz beseelt. Am Vorabend hatte der Bauausschuss des Stadtrats seinen Entwurf für einen Neubau an der Wittelsbacherstraße 1 bei nur einer Gegenstimme (Gerd Weger/CSU) gebilligt. Fünf Geschosse im Norden in Richtung Kirchplatz, vier Geschosse in Richtung See, dazwischen drei Geschosse plus Dachterrasse. Goetz spricht von einem „winkelförmigen Gebäude“, das zur Wittelsbacherstraße hin einen kleinen Platz ausbildet.

Bisher steht dort noch das ehemalige Kinogebäude, in dem seit 1969 Schuh-Linse untergebracht ist. Es soll nach den Plänen von Eigentümer Hans Linse und Planer Marco Goetz abgerissen und durch den Neubau ersetzt werden. Dieser soll nach dem vorliegenden Entwurf im Erdgeschoss auf einer Fläche von rund 500 Quadratmetern wieder Einzelhandel beherbergen – eine Größe, die auch für Filialisten interessant ist.

Projekt an der Wittelsbacherstraße: Im Erdgeschoss bleibt Einzelhandel

Im ersten Obergeschoss sind Büros und Praxen vorgesehen, in den Stockwerken darüber sollen neun Wohnungen mit Größen zwischen 40 und 110 Quadratmetern für eine weitere Belebung der Innenstadt sorgen. Dazu kommt eine Tiefgarage mit maximal 30 Stellplätzen. Diese soll von der Wittelsbacherstraße aus angefahren werden.

Im Vergleich zum Bestand soll der Neubau um ein paar Grad gedreht werden, womit er parallel zum benachbarten Gebäude entstehen würde, in dem unter anderem die Commerzbank untergebracht ist. Das hätte auch zur Folge, dass der hinter dem Grundstück in Richtung Bayerischer Hof verlaufende Otto-Michael-Knab-Weg besser zur Geltung kommt und klare Raumkanten entstehen.

Neubau in Starnberg: „Eines der bedeutendsten Grundstücke“

Stadtbaumeister Stephan Weinl sprach im Ausschuss von „einem der bedeutendsten Grundstücke“, die man in Starnberg beplanen könne. Die Qualität sei ausschlaggebend für das Ortsbild, betonte er – und freute sich gleichzeitig, dass dies dem Eigentümer auch bewusst sei und die Gespräche bislang sehr konstruktiv verlaufen seien. Mit der Höhenentwicklung von maximal 15,50 Meter hatte er überhaupt keine Probleme. Im Gegenteil: Sie füge sich an dieser Stelle sehr gut ins Stadtbild ein.

Architekt Goetz und Eigentümer Linse äußerten sich auf Anfrage ganz ähnlich, was die bisherigen Gespräche anbelangt. „Der Plan, etwas zu verändern, ist schon sehr lange in unserer Familie verwurzelt“, sagte Linse, der das Familienunternehmen in dritter Generation führt. Aber erst vor anderthalb Jahren hätten die Planungen richtig Fahrt aufgenommen, zumal es an dem 60 Jahre alten Gebäude an vielen Stellen „zwickt und zwackt“.

Starnberger Stadträte loben Schuh-Linse-Projekt

Im Ausschuss gab es viel Lob für die Arbeit. „Mir gefällt der Entwurf recht gut“, sagte Winfried Wobbe (UWG). Von einem „ausgesprochen guten Plan“ sprach Gerd Weger (CSU), fand fünf Geschosse jedoch etwas problematisch. „Eine sehr intelligente Lösung“, befand Martina Neubauer (Grüne) den Entwurf. Johannes Bötsch (BLS) nannte ihn „sehr gelungen“, Iris Ziebart (FDP) „erfreulich“. Josef Pfister (BMS) sprach Bauherr und Planer seine Gratulation aus. Gleichwohl sind nach Ansicht einiger Stadträte einige Fragen noch offen, etwa was die Lage der Tiefgarage anbelangt.

Eigentümer: „Wir sind nicht unter Druck“

Einstimmig beauftragten die Stadträte die Verwaltung, mit Linse weitere Gespräche zu führen mit dem Ziel, einen städtebaulichen Vertrag abzuschließen. Dabei geht es unter anderem um die Gestaltung der Freiflächen, um die Nutzung des Erdgeschosses am liebsten nur durch einen Betrieb und um die Unterbauung des öffentlichen Raums an der Wittelsbacherstraße durch einen kleinen Teil der Tiefgarage.

Zum Zeithorizont wollten sich am Freitag weder Linse noch Architekt Goetz äußern. „Wir sind nicht unter Druck“, betonte der Eigentümer. Das gilt im Übrigen auch für die Schuhgeschäft. Bis zum Abriss des bestehenden Gebäudes werde der Betrieb auf jeden Fall weiterlaufen, sagte Linse. Wie und ob es danach weitergehe, sei völlig offen. „Die letzten Jahre haben Spuren hinterlassen“, sagte Linse mit Blick auf die Entwicklung des stationären Einzelhandels. Aber: „Es gibt viele Möglichkeiten.“

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