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Die Bundespolizei musste in der Nacht zum Samstag in Starnberg eingreifen, nachdem ein 18-Jähriger einen Fahrgast und Helfer attackiert hatte. Auch Beamte der Starnberger Polizei waren im Einsatz. (Symbolbild)

Junger aus Mann aus Pöcking aus heiterem Himmel angegriffen

Horror in der S6: 18-Jähriger attackiert Fahrgast und Helfer

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Ein 18 Jahre alter Bursche aus München hat in der Nacht zum Samstag in einem Zug der S 6 zugeschlagen. Er griff erst einen 20-Jährigen aus Pöcking an und dann zwei Brüder aus Starnberg, die dem Opfer zu Hilfe kamen.

Starnberg – Nur zehn Minuten dauert die Fahrt mit der S-Bahn von Planegg bis Starnberg Nord regulär. Aber diese zehn Minuten wurden Freitagnacht für einen 20 Jahre alten Mann aus Pöcking zum Horror.

Er war mit der S-Bahn aus München unterwegs nach Hause, hörte Musik über seine Kopfhörer. Gegen 0.30 Uhr am frühen Samstagmorgen stieg in Planegg ein 18 Jahre alter Bursche aus der Münchner Ludwigsvorstadt in die S 6 ein. Mit dabei war seine Freundin, ein 15 Jahre altes Mädchen aus Tutzing. Der 18-Jährige setzte sich neben den Pöckinger – und dann wurde es schnell unangenehm, wie die Bundespolizeiinspektion München berichtet.

S6 Richtung Tutzing: 18-Jähriger schlägt Pöckinger (20) ins Gesicht

Der 18-Jährige sprach den Pöckinger an, legte seinen Arm um ihn und berührte ihn am Bein. „Auf die Entgegnung des Älteren, dass ihm das nicht recht ist und er dies unterlassen soll, wurde der Belästiger erst verbal aggressiv, dann schlug er dem 20-Jährigen mit der Faust ins Gesicht, danach weiter auf ihn ein“, berichtet Polizeisprecher Wolfgang Hauner. Lautstark rief der Pöckinger um Hilfe – und tatsächlich schritten drei Männer aus Starnberg ein: ein 24-Jähriger, der sich als Polizist zu erkennen gab und privat unterwegs war, sowie zwei Brüder im Alter von 20 und 26 Jahren.

Zu beruhigen war der Angreifer jedoch nicht – im Gegenteil. Hauner: „Der 18-Jährige wandte sich nun gegen die beiden Brüder, die er ebenfalls tätlich angriff und in der S-Bahn gegen eine Trennwand stieß. Danach wandte er sich wieder seinem ersten Opfer zu, spuckte diesem ins Gesicht, beleidigte ihn verbal und stieß ihn auch gegen eine Trennwand.“ Der Polizist setzte derweil einen Notruf ab.

Schläger aus der S6 war zuvor aus Jugendheim entlassen worden

Am Halt Starnberg Nord gelang es ihm und den beiden Brüdern, den 18-Jährigen und seine Freundin aus der S-Bahn zu bewegen. Der 20 Jahre alte Pöckinger blieb dagegen zunächst sitzen und stieg erst am Seebahnhof in Starnberg aus – um die ganze Situation zu deeskalieren, wie Hauner erklärt. Von dort aus fuhr der junge Mann weiter nach Hause.

Am Bahnhof Nord nahmen Beamte der Polizeiinspektion Starnberg und der Bundespolizei dagegen den 18-Jährigen vorübergehend fest. Es wurde ein Atemalkoholwert von 2,03 Promille gemessen. Darüber hinaus bestand der Verdacht des Drogenkonsums. Nachdem er sich auch gegenüber der Polizei aggressiv verhielt, veranlassten die Beamten, dass er nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen vom Rettungsdienst in eine Klinik gebracht wurde. Wegen einer blutenden Lippe, einem Kratzer auf der Nase und zwei aufgeschlagenen Fingergliedern war er zuvor ambulant behandelt worden. Seine Freundin brachte die Polizei nach Hause nach Tutzing. Wie sich herausstellte, war der Schläger erst vor wenigen „wegen unangemessenen Verhaltens“ auf einem Münchner Jugendheim entlassen worden, so Hauner. Gegen den 18-Jährigen wird nun wegen Körperverletzung und Beleidigung ermittelt.

Angriff in S6 Richtung Tutzing: Opfer zeigt sich „äußerst schockiert“

Der 20-jährige Pöckinger, der im Übrigen nicht alkoholisiert war, klagte über Schmerzen und Rötungen im Gesicht und entlang der Wirbelsäule sowie leichte Schrammen an der Wirbelsäule. Er und auch seine Mutter hätten sich „äußerst schockiert“ über die unvermittelte und brachiale Gewalt des Angreifers gezeigt, sagt der Polizeisprecher.

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Bei einem Christbaumbrand in Pöcking sind in der Nacht auf Freitag zwei Menschen verletzt worden. Das Haus ist derzeit unbewohnbar.

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