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Mit Decke und Reisetasche wurde „Rox“ alleine am Tierheim zurückgelassen.

Anzeige nach „feiger“ Aktion

Hunde-Drama in Starnberg: „Rox“ in Kälte und Dunkelheit am Tierheim ausgesetzt - Neues Zuhause in Sicht

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Ein alter Schäferhund wurde nachts vor dem Starnberger Tierheim angebunden. Während es dem bisherigen Frauchen womöglich das Herz zerrissen hat, findet Tierheimleiterin Christine Hermann die Aktion „feige“ und gefährlich.

Dachauer Paar würde „Rox“ aufnehmen: Hund wird in Tierklinik untersucht

Update 29. Januar: Rox wird nun in einer Tierklinik untersucht, um herauszufinden, ob er operiert werden muss. Das berichtet Andreas Sammer aus Dachau. Der 29-Jährige würde den Schäferhund, der an einem Bandscheibenvorfall leidet, gerne zusammen mit seiner Freundin aufnehmen. „Rox hat ein ganz nettes Wesen. An uns soll es nicht scheitern“, sagt Sammer. Es kann aber auch sein, dass das Tier im Hunde-Seniorendorf am Sonnenhof in Rottenbuch bleibt - je nachdem, wie die Ärzte seinen Gesundheitszustand einschätzen. Rox zieht die Beine etwas nach, wirkt aber ansonsten sehr vital, erzählt Sammer. Gerade mit männlichen Artgenossen soll Rox aber Probleme haben. Das stand in dem Brief, der vor dem Starnberger Tierheim beilag. Die beiden Dachauer wollen ihm demnächst ihre Dackeldame Juna vorstellen. Sammer: „Vielleicht ist er ja gleich verliebt in sie.“ 

Starnberger Hunde-Drama um „Rox“: Es gibt bereits erste Interessenten

Update 22. Januar: Die Geschichte um den ausgesetzten Schäferhund Rox, dessen Frauchen nicht mehr in der Lage ist, sich um ihn zu kümmern, hat hohe Wellen geschlagen. Der etwa acht Jahre alte Rüde lebt derzeit im Starnberger Tierheim, doch es gibt bereits erste Interessenten, die dem Tier ein neues liebevolles Zuhause bieten wollen.

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Kommenden Sonntag trifft Rox nun auf ein Paar aus Dachau, das bereits einen anderen Hund besitzt und sich Rox von Herzen gerne annehmen würde. Wie es dann mit ihm weitergeht, darf gespannt verfolgt werden.

Die Leiterin des Tierheims hat kein Verständnis für das Vorgehen: „Wir haben sogar eine Notklingel.“

Starnberg– Eine Mitarbeiterin des Tierheims fand den Schäferhund am Freitag um 7 Uhr in der Früh. Er saß auf einer Decke, angeleint an den Zaun des Anwesens am Starnberger Franziskusweg. Neben ihm lag eine blaue Reisetasche, vollbepackt mit Halsbändern, Leinen und weiteren Utensilien. Auch ein Brief lag dabei. „Darin stand, dass der Hund einer älteren Dame gehört hatte, die sich jetzt krankheitsbedingt nicht mehr kümmern kann“, berichtet Tierheimleiterin Christine Hermann.

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Dass die Frau den Hund persönlich abgegeben hat, bezweifelt Hermann. Dass er – wie es in dem Schreiben heißt – sehr geliebt wurde, glaubt sie dagegen schon. „Rox“ sei sehr freundlich zu Menschen, habe sich beim Morgenkaffee im Tierheim dazugelegt und aufgewärmt.

Und dennoch kann Christine Hermann einfach nicht verstehen, was sich am frühen Freitagmorgen vor der Starnberger Einrichtung abgespielt hat. „Man kann doch mit uns reden“, sagt sie. „Wir sind doch dafür da, im Notfall zu helfen. Wir haben sogar eine Notklingel.“ Kontakt aufnehmen wollte derjenige, der „Rox“ in der Dunkelheit vor dem Tierheim angebunden hatte, aber nicht.

Starnberger Tierheim: Hund „Rox“ war unterkühlt

„Der Hund war unterkühlt. Ein altes, krankes Tier auszusetzen, ist feige und mies“, sagt Hermann. Man hätte „Rox“ auch am Morgen vorbeibringen können, „statt eine Nacht-und-Nebel-Aktion zu starten“, findet sie.

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„Rox“ ist sieben oder acht Jahre alt, gelassen und freundlich. Ein Bandscheibenvorfall macht ihm zu schaffen. Den oder die Besitzerin ausfindig zu machen, gestaltet sich schwierig. Denn einen Impfpass hatte der Schäferhund nicht bei sich. Sieben Jahre arbeitet Christine Hermann nun schon für das Tierheim. Zwei ähnliche Fälle mit Hunden habe sie seither erlebt, sagt sie. „Man hat uns aber auch schon Kisten mit Katzen oder Kleintieren hingestellt.“ Tiere auszusetzen ist gesetzlich verboten. Den Fall „Rox“ hat das Tierheim bei der Polizei angezeigt. Hermann: „So verfahren wir und andere Tierschutzvereine eigentlich immer.“

Unabhängig vom aktuellen Fall sei die „laxe Abgabementalität“ für die Mitarbeiter des Tierheims mittlerweile zur Gewohnheit geworden. Hermann hat allgemein beobachtet, dass gerade Hunde schnell und ohne triftigen Grund ins Heim gebracht werden. „Der ist mir zu anstrengend“ oder „Ich hatte mir das anders vorgestellt“, heiße es dann. „Über Weihnachten kamen an einem Tag drei Hunde rein“, sagt sie. „Das ist nicht nur stressig für die Tiere, sondern auch ein großer organisatorischer Aufwand für so ein kleines Heim.“ Derzeit leben 25 Hunde am Franziskusweg. Dabei habe man nur Kapazitäten für 20. „Rox“ konnte nicht dauerhaft bleiben. Er wurde an eine Einrichtung in Iffeldorf vermittelt, die sich auf ältere Tiere spezialisiert hat.

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