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Schwer gezeichnet: Günther Pöschl und Cocker Spaniel Almud.

Auch Besitzer verletzt

Anderer Hund attackiert Almud: „Hatten so Angst, dass sie es nicht überlebt“

Ein Kampf zweier Hunde hat in Starnberg das Ordnungsamt auf den Plan gerufen. Auch der Besitzer eines der beiden Hunde wurde verletzt.

Starnberg – Günther Pöschl (68) und seine Hündin Almud sehen schwer gezeichnet aus: Halskrause und Verband bedecken den Kopf des Cocker Spaniels, die geschwollene Hand des Herrchens ist bandagiert. Es sind die Folgen eines Kampfes mit dem Nachbarshund am Mittwochabend am Hirschanger. Der etwa 35 Kilo schwere Mischling verletzte sowohl Pöschl als auch die 13 Jahre alte Almud. Mittlerweile hat der Fall das städtische Ordnungsamt auf den Plan gerufen.

Gegen 19.45 Uhr war Pöschl vom täglichen Spaziergang mit seiner Almud zurück am Hirschanger. Dort traf er auf seinen Nachbarn und dessen Hund. Dieser riss sich los und fiel über den kleineren Cocker Spaniel her. „Er konnte die Leine nicht mehr halten“, berichtet Pöschl von dem Ereignis. „Der Hund hat Almuds Kopf in sein Maul genommen, zugebissen und gebeutelt. Als wäre sie seine Beute.“ Pöschl warf sich schließlich zwischen die Tiere und versuchte, sie zu trennen. Dabei wurde er in die Hand gebissen.

Starnberg: Hund attackiert - Der Hund habe geblutet, sagt Herrchen Günther Pöschl

„Er hat so laut gebellt, dass mehrere Nachbarn rausgekommen sind. Die Almud lag auf dem Rücken und hat geblutet. Wir hatten so Angst, dass sie es nicht überlebt“, sagt Pöschls Tochter Stefanie (37). Die beiden fuhren anschließend in die Tierklinik, wo Almud mehrfach an Ohr, Hals und Flanke geklammert worden sei. „Sie hat sofort drei Spritzen bekommen“, erzählt Pöschl. „In dem Schock habe ich gar nicht bemerkt, dass ich auch verletzt war. Der Tierarzt hat mir gesagt, ich soll ins Krankenhaus fahren.“ Der 68-Jährige erlitt Quetschungen und Blutergüsse. Seinen Hund traf es schwerer. Almud muss jeden Tag zum Tierarzt, bekommt Schmerzmittel und ist noch nicht in der Lage, zu laufen oder zu essen.

Am nächsten Tag informierte Pöschl das Ordnungsamt der Stadt. Im Beisein und mit Einverständnis des Hundebesitzers brachten die Mitarbeiter den Angreifer ins Tierheim Starnberg. Auch Polizei war im Einsatz. Im Heim ist er nun solange, bis das weitere Verfahren geklärt ist.

Hund greift anderen Hund an: Der Vorfall ist in Starnberg ein Einzelfall

So dramatisch der Vorfall war, es handelt sich um einen Einzelfall. Bei 1200 gemeldeten Hunden in Starnberg habe es im Jahr 2018 lediglich einen einzigen registrierten Beißvorfall gegenüber einem anderen Hund gegeben, berichtet eine Rathaussprecherin dem Starnberger Merkur. Sollte ein Hund auffällig werden und einen anderen verletzen, hat das Ordnungsamt die Möglichkeit, die Haltung durch Leinenpflicht oder Maulkorbzwang einzuschränken. Erst wenn der gleiche Hund mehrfach andere Tiere oder Menschen angreife, der Halter den Einschränkungen nicht nachkomme oder diese keinen Erfolg versprechen, sei eine Trennung von Hund und Herrchen gerechtfertigt, sagt die Sprecherin. Eine Hundewegnahme habe es bisher noch nicht gegeben. 

von Vanessa Lange

Im Landkreis Dachau wurde ein Mädchen von einem Hund attackiert. Zwei große Hunde haben einen Dreijährigen in München plötzlich angefallen und verletzt, unter anderem durch Bisse in den Kopf. 

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