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Zu kleinen Spielen mit den Ballons regt Mitarbeiterin Seyda Aysel die Demenzerkrankten an. Die Ilse-Kubaschewski-Stiftung sucht Ehrenamtliche, die sich in diesem Bereich schulen lassen.

Ilse-Kubaschewski-Stiftung

Ehrenamtliche Hilfe für Demenzerkrankte

Besonders einfühlsam müssen Ehrenamtliche im Umgang mit Demenzerkrankten sein. Die Ilse-Kubaschewski-Stiftung bildet Interessierte aus. 

Starnberg – „Jetzt nimmt sich jeder einen Gegenstand und spürt, wie er sich anfühlt“, erklärt Seyda Aysel. Die freundliche grauhaarige Mitarbeiterin des Gesprächscafés im Ilse-Kubaschewski-Haus reicht einen kleinen Korb herum, gefüllt mit Bucheckern, Federn und einem Seestern. Um sie im Kreis sitzen sechs ältere Damen, manche im Rollstuhl, sowie drei Helferinnen. Gemeinsam begutachten sie die Gegenstände im Korb und erklären, was sie fühlen. Nicht alle sind begeistert. Eine möchte überhaupt nichts nehmen. Geduldig ermuntert Aysel die Teilnehmerinnen und leitet danach zu Kaffee und Kuchen über.

Bei einer Schulung sollen nun Ehrenamtliche für die Beschäftigung mit Demenzkranken ausgebildet werden. 30 Stunden soll der Unterricht ab 21. September dauern, verteilt über drei Wochenenden. Die Themen: Kommunikation mit Dementen, Beschäftigung von Erkrankten, Erste Hilfe. Im Idealfall sollen die Teilnehmer später als Ehrenamtliche eingesetzt werden, erklärt Kursleiterin Beata Brandner. Ein- bis zweimal im Jahr finde eine solche Schulung statt.

Bundesweit gibt es 1,6 Millionen Demenzkranke

Aus dem Effeff kann Brandner, die seit Januar bei der Stiftung angestellt ist, herunterdozieren, warum diese Tätigkeit immer wichtiger wird. „Unsere Helfer sind ein Tröpfchen auf dem heißen Stein“, erklärt sie. Von 1,6 Millionen Demenzkranken bundesweit schreibt die Deutsche Alzheimergesellschaft. Dabei sei die Betreuungssituation unzureichend, sagt Brandner.

Corinna Bürner, die Leiterin des Bereichs „Fürsorge im Alter“ der Stiftung, fügt hinzu: „Die Situation wird schlimmer. Jedes Kind kennt heute jemanden mit Demenz.“ Vor 20 Jahren sei das anders gewesen. Die Alterung der Gesellschaft führe zu immer mehr Betroffenen. Dennoch ist der Ehrenamtlichen-Kurs, für den es bislang acht Anmeldungen gibt, nicht gerade überlaufen. Brandner wünscht sich noch mehr Interessenten.

Viele wollen Älteren und Schwächeren helfen

Die Tätigkeit der Ehrenamtlichen sei für alle ein Gewinn, betont Corinna Bürner. Viele von ihnen kämen mit der Motivation, Älteren und Schwächeren zu helfen. „Was sie dann aber wirklich berührt, ist die enorme Dankbarkeit“, berichtet sie. Gerade für ältere Menschen sei das sinnstiftend. „Sie erfahren: Ich bin auch im Rentnerdasein noch zu etwas da, ich bin nützlich.“

Während die Familien die gewonnene Zeit für sich nutzen könnten, würden auch die Betroffenen von einem neuen Menschen an ihrer Seite enorm profitieren. „Sie haben viel Freude“, sagt Brandner. Die Betroffenen sehnten sich danach, die Ehrenamtlichen wiederzusehen. Die Freiwilligen können übrigens auch bei Seyda Aysel im Gesprächscafé mitarbeiten.  

Die Stiftung wurde 1994 von Ilse Kubaschewski gegründet

Das Gesprächscafé ist eines von vielen Angeboten für Demente der Ilse-Kubaschewski-Stiftung, die sich zudem für bedürftige darstellende Künstler und die Altenpflege einsetzt. 1994 wurde sie von Ilse Kubaschewski gegründet, der 2001 verstorbenenen Gründerin des Gloria-Filmverleihs. Heute besitzt die Stiftung ein Haus an der Hanfelder Straße in Starnberg, in dem sich unter anderem eine Tagespflege und zwei Wohngemeinschaften für Demente befinden. 35 Ehrenamtliche treffen und beschäftigen sich bis zu vier Stunden in der Woche mit Dementen, die noch bei ihrer Familie wohnen.

von Josef Städter

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