+
Auftakt für den ersten Starnberger Bürgerbus: Die Vorsitzende des Starnberger Sozialwerks, Anne Kirchbach (Mitte), mit ihrem Stellvertreter Winfried Wobbe und dem ersten Fahrgast Nortrud von Redwitz. 

Ab sofort verbindet er dreimal wöchentlich Söcking mit Starnberg

Jungfernfahrt geglückt: Bürgerbus in Betrieb

  • schließen

Seit Mittwoch fährt der Bürgerbus von Starnberger Sozialwerk und Evangelischer Kirchengemeinde. Das Angebot ist zunächst auf drei Tage beschränkt, eine Ausweitung ist denkbar.

Starnberg – Schlangen an den Haltestellen hat es noch nicht gegeben, als Winfried Wobbe am Mittwoch zur Jungfernfahrt des Starnberger Bürgerbusses gestartet ist. Aber das zu glauben, wäre auch vermessen gewesen. „Wir sind erst einmal glücklich, dass wir starten können“, sagt Anne Kirchbach, die Vorsitzende des Starnberger Sozialwerks und Initiatorin des Projekts. „Aber jetzt muss das Angebot natürlich bekannt werden.“

Um 10 Uhr war Abfahrt an der Ecke Kühtal/Ahornweg in Söcking. eine Viertelstunde später an der Ecke Ecke Ottostraße/Ringstraße stieg der erste Fahrgast zu: Nortrud von Redwitz wollte runter zum Kirchplatz. „Früher habe ich die Einkäufe mit dem Fahrrad erledigt“, erzählt die 78-Jährige. Mit Taschen und Tüten von der Innenstadt her den Berg hochzulaufen, sei mit zunehmendem Alter aber mühsam. „Ich finde einen Bürgerbus toll“, sagt von Redwitz, die vor einigen Jahren auch schon mit Bürgermeisterin Eva John und Kreisverkehrsmanagerin Susanne Münster über das Thema gesprochen hatte. „Wir werden schließlich alle älter.“

Auch Anne Kirchbach hat sich bereits seit Jahren mit der Idee beschäftigt. Es gebe gerade bei älteren Menschen, die nicht mehr so gut zu Fuß seien, einen Bedarf für dieses Angebot. Das wisse sie aus Gesprächen mit ihren rund 100 Mitgliedern, mit Ärzten und Apothekern. „Und das Taxi kann sich nicht jeder leisten.“ Zwar gebe es die Stadtbuslinien, aber von der Ludwigshöhe oder vom Wohngebiet hinter der Bründlwiese aus sei es ein weiter Fußweg zur nächsten offiziellen Haltestelle. Deswegen fährt der Bürgerbus auch ganz gezielt diese Runde (siehe Fahrplan).

Dass es mit dem Bürgerbus ausgerechnet jetzt geklappt hat, sei „einer glücklichen Fügung“ zu verdanken. Kirchbach saß nämlich mit dem evangelischen Pfarrer Dr. Stefan Koch zusammen – und der ließ sich von Kirchbachs Begeisterung nicht nur anstecken, sondern stellte auch gleich einen achtsitzigen Dacia der Kirchengemeinde zur Verfügung.

Zu den Fahrzeiten wird er links und rechts mit einem grün-blauen Aufkleber „Bürgerbus Starnberg“ versehen. Dieselben Zeichen sollen demnächst auch an den Haltestellen angebracht werden. Vier Fahrer haben sich bereits gemeldet, die ehrenamtlich dabei sind, darunter auch Winfried Wobbe als stellvertretender Vorsitzender des Sozialwerks. „Es wäre aber wichtig, wenn wir noch Verstärkung kriegen“, sagt er. Wer Interesse an der Tätigkeit hat, kann sich beim Sozialamt unter z (0 81 51) 91 83 96 melden.

Für Fragen und Anregungen zum Bürgerbus steht Anne Kirchbach unter z 0152 / 03 36 50 01 zur Verfügung. Den nächsten Traum für die Mobilität in Starnberg hat sie übrigens schon: ein Elektromobil, das nach dem Prinzip „Hop-On, Hop-Off“ durch die Stadt fährt. Aber zunächst kommt es darauf an, den Bürgerbus richtig bekannt zu machen. „Und dann lernen wir, was wir verbessern oder ob wir das Angebot ausweiten müssen.“

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Frust und Sorge bei den Bauern
Das Volksbegehren hat Wunden geschlagen, in der Bauernschaft brodelt es. Das zeigte eine Veranstaltung im „Augustiner am Wörthsee“, zu der mehrere CSU-Ortsvereine …
Frust und Sorge bei den Bauern
Wahlen im Landkreis Starnberg: Haux gewinnt in Krailling, Grüne gewinnen im Kreis
Am Sonntag wählt auch der Landkreis Starnberg das neue Europaparlament. Hier gibt‘s Ergebnisse, Reaktionen und vorab alle Infos zur Wahl im News-Ticker - auch zur …
Wahlen im Landkreis Starnberg: Haux gewinnt in Krailling, Grüne gewinnen im Kreis
Wohnformen auf dem Prüfstand
Gilchings Seniorenbeiräte haben recherchiert. Die Ergebnisse stellten sie im Rahmen einer Fachtagung vor. 
Wohnformen auf dem Prüfstand
Freie Wähler küren jungen Hoffnungsträger
Die Freien Wähler in Dießen haben einen Bürgermeisterkandidaten: Florian Zarbo ist er 25 Jahre alt. 
Freie Wähler küren jungen Hoffnungsträger

Kommentare